mission

In muslimischen und streng gläubigen Gemeinschaften herrschen oft eingeschränkte und fragwürdige Strukturen, in denen Menschen in ihrer freien Persönlichkeitsentwicklung enorm begrenzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Kreise in Saudi Arabien, Iran, Türkei oder Deutschland existieren. Sie sind oftmals eine geschlossene Gemeinschaft mit eigenen und undemokratischen Regeln, die den in diesem System gefangenen Menschen, in seinen Grundrechten weitgehend einschränken.

Die Entscheidung zum Glaubensaustritt, Kopftuch-Ablegen, die individuelle Auslegung und Auslebung der islamischen Gebote, freie Meinung und eigene Urteilsbildung hinsichtlich islamischer Lehren usw. können in muslimischen Gemeinschaften nicht ohne Probleme ausgelebt werden. Es mangelt an freiem, humanistischem, aufgeklärtem, demokratischem und emanzipatorischem Grundverständnis unter Mainstream-Muslime. Die kritische Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten und Interpretationen ist zum Scheitern vorverurteilt. Es gibt keine Möglichkeit, sich frei und demokratisch zu äußern, ohne dass der Glaube von der Gemeinschaft abgesprochen wird. Der Abfall vom Glauben in Deutschland praktiziertem Islam sei nach Meinung einiger weniger mit dem Tode zu bestrafen. In manchen Ländern ist dies sogar die herrschende Meinung. Da im Grundverständnis, unerwünschte Äußerungen und Handlungen drakonisch zu bestrafen seien, verwundert es nicht, dass sich MuslimInnen nicht frei zu ihren Meinungen und Ansichten äußern.

Free Minds ist für Grund- und Freiheitsrechte (Aufklärung, Humanismus, Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmungsrecht, Emanzipation u.a.) – auch unter Musliminnen und Muslimen in religiösen Gemeinschaften ohne Stigmatisierung und Verbote. Außerdem soll gezeigt werden, dass es ebenso agnostische und atheistische Muslime gibt, die ihr “Glaubensprädikat” geerbt haben und somit einen ganz anderen alternativen Zugang zur islamischen Religion haben. Diese Perspektive wird Free Minds aufgreifen und entwickeln. Free Minds steht dafür, keine homogene und starre Gruppe zu bilden, sondern im freiheitlichen und reflektierten Rahmen, die Grundwerte auch im Austausch mit interessierten Nicht-Muslimen zu kommunizieren und auszuleben. Nur ein offenes und vertrauensvolles Miteinander von freien und selbstbestimmten Individuen, können die universellen Werte zukünftig aufrecht erhalten.

Auf keinen Fall soll die Angst vor einzelnen Muslim_innen geschürt werden, sondern wesentliche Ziele sind die Aufklärung und Behebung von Missständen, die nach Erfahrungen, Meinungen und Beobachtungen leider existieren. Deshalb wird auch ausdrücklich der intolerante und vorurteilsbehaftete Umgang mit einzelnen Muslim_innen kritisiert. Alle Menschen sind zum rationalen Miteinander im Lichte von Toleranz, Aufklärung, Humanismus, Freiheit und Nächstenliebe verpflichtet!

>>>Was wir sind< <<

Wir sind humanistische Freiheitsliebende, offene KritikerInnen, selbstbestimmte DiskutiererInnen, wissenshungrige (Quer)DenkerInnen, lernwillige KonstruktivistInnen, geduldige DekonstruktivistInnen, rationale IdealistInnen, realistische WeltverbessererInnen, freie DemokratInnen, selbstkritische AufklärerInnen, aufgeklärte Provokateur_innen und / oder emanzipierte Individuen. Unsere Tag- und Nachtangelegenheit sind die persönliche Bildung und Entfaltung des Geistes. Wir lesen, informieren uns, sehen die Welt differenziert, überprüfen und kritisieren regelmäßig unsere Ansichten, aktualisieren unsere vorherrschenden Meinungen und Gedanken über alle möglichen (weltbewegenden) Lebensfragen und versuchen, diese auszutauschen und in Diskursen weiterzuentwickeln. Theorien, Meinungen und Standpunkte sind im sehr ausgedehnten und flexiblen Rahmen des weit gefassten Free Minds – Konzeptes heterogen. Wir halten das Individuum hoch, das sich frei auf einer argumentativen, reflektierten und fundierten Grundlage entfaltet und weiterentwickelt.
Wir lernen in einem fortlaufenden Prozess dazu und gehen den Weg der freien und selbstbestimmten Entwicklung und Bildung. Deswegen auch „Free Minds“. Wir lieben Aufklärung, Selbstbestimmung, Demokratie, Vernunft, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheit und sind für die vehemente Verteidigung und Weiterentwicklung der geistigen Errungenschaften gegen reaktionäre Ideologien, die das freie und selbstbestimmte Individuum in ein repressives und starres System zwingen und im Kollektiv auflösen wollen.

>>>Free Minds Musterstadt< <<

Seit November 2009 engagiert sich Free Minds regional und wir begrüßen und unterstützen alle Implementierungen des Free Minds -Konzeptes in anderen Regionen. Wenn Du jetzt schon Interesse hast, das Free Minds – Konzept in Deiner Region umzusetzen, benachrichtige uns via E-Mail freeminds09@yahoo.de. Wenn Du Interesse hast, trau’ Dich ohne große Aufwände eine einfache E-Mail zu schreiben. Es freut uns sehr, wenn wir Individuen, die in die gleiche Richtung der Aufklärung, Demokratie, Freiheit und Emanzipation denken, miteinander in autonomen Netzwerken verbinden können. Es ist wichtig und tut der Sache der Freiheit gut, uns in gemeinsamen Interessen und Zielen zu unterstützen und auszutauschen.

>>>Free Minds und virtuelle Reformbewegung< <<

Wir kommen aus der so genannten freien und virtuellen Reformbewegung, die sehr heterogen und facettenreich ist. Von “Progressive Muslims”, “Muslims against Sharia”, “Free Minds” bis zur sogenannten “19er Bewegung” haben wir eine breite Grundlage, auf die wir inhaltlich fußen. Da wir uns nicht nur um religiöse Diskurse bemühen, sondern gerade auch alltägliche Erscheinungsformen des Islam thematisieren, wurde Pausalisierung, tendenziöse und undifferenzierte Islamkritik und einseitige Polemisierung vorgeworfen. Wir waren selbstkritisch, immer für jede Kritik offen und dankbar, mussten aber gerade im Hinblick unserer realen Erfahrungen zum genannten Kritikpunkt etwas wichtiges zum allgemeinen Verständnis klarstellen:

>>>Free Minds im Widerstreit zum Mainstream-Islam< <<

Wir sind überzeugte PazifistInnen und nicht diejenigen, die einen gewaltsamen, verbalen Krieg mit jenen, praktizierenden Mainstream-MuslimInnen (MM) heraufbeschwören, die freie und demokratische Diskurse und unseren bedingungs- und furchtlosen Freigeist diffamieren und verhindern wollen. Vielmehr sind wir die Betroffenen, die innerhalb geschlossener Diskussionen mit MMs wegen freier und anderer Meinungen mundtot gemacht, ausgegrenzt, verunglimpft, beschimpft und in vielen Fällen auch zu Apostaten und Fitna-StifterInnen (Fitna: Unruhe, Verwirrung) erklärt werden. Mitunter werden wir in der Logik der Mainstream-MuslimInnen dem schlimmsten, auf Erden zu bestrafenden Verbrechen, der Apostasie, angeklagt, was in der praktischen Umsetzung der muslimischen TraditionalistInnen, die Todesstrafe zufolge hätte.
Gerade diese Begegnungen sind keine Seltenheiten. Um diesen zu entgehen, richten sich gewöhnlich immer die alternativen MuslimInnen aus Angst und übertriebener Rücksichtsnahme, nach den Erwartungen und Forderungen der Mainstream-MuslimInnen, was in der radikal gedachten Konsequenz, eine Bankrotterklärung an die eigenen Meinungs- und Handlungsfreiheiten bedeutet.

Natürlich könnten wir aus reiner Selbstlosigkeit die Probleme mit praktizierenden Mainstream-MuslimInnen weiter verschweigen und einfach unter den Teppich kehren, so nach dem Motto, “Die Islamkritik in den Medien reicht aus, womit mainstream-muslimischen Kreise genug unter Druck gesetzt werden!” oder “Es gibt Probleme, aber die resultieren nicht unbedingt aus dem Islam, sondern haben multikausale Gründe.”, “Eigentlich sind die Mainstream-MuslimInnen ja ganz dufte Menschen, wenn man sie nicht provoziert.” etc…
Wie es so oft in diversen Reformbewegungen im Internet gehandhabt wird, und das Engagement bewusst auf reine und fortschrittliche Textexegesen beschränkt bleibt. Ohne dieses Engagement herabzuwürdigen, denn dieses ist elementar wichtig und richtig. Wir finden viel mehr, dass die konsequente Vermeidung und Verdrängung der offenen und innergemeinschaftlichen Islamkritik aus politischen und gesellschaftlichen Gründen falsche Schritte sind, die weiter in die Hände von neokonservativen bis islamistischen Gruppierungen spielen. Die Identitätskrise bzw. kollektive Identitätssuche der Mainstream-MuslimInnen gerade in westlichen und demokratischen Ländern zielen in diesem gesellschaftlich angeregten und islamkritischen Prozess darauf ab, die pluralen Lebens- und Gesellschaftsformen nicht anzuerkennen und sich durch die Religion des Islams zu einem organisch denkenden und handelnden Kollektiv aus dem notwendigen dynamischen gesellschaftlichen Prozess der inter-individuellen und -kulturellen Pluralisierung auszugrenzen. Die Positionierung liberaler, moderner, säkularer, freier, offener und sonst so alternativer MuslimInnen muss in diesem heiklen Prozess klar definiert und expliziert sein.
Die Ablehnung von Freiheit, Aufklärung und Emanzipation in mainstream-muslimischen Gemeinschaften gerade innerhalb demokratischer Systeme ist keine Polemik oder Erfindung unsererseits, sondern wesentliche Bestandteile des Mainstream-Islams in seiner inneren und äußeren Erscheinungsform.
Es wird im gelebten und herrschenden Mainstream-Islam nie zu einer ehrlichen und überzeugten Öffnung und Liberalisierung kommen, die zum Beispiel gemischtgeschlechtliche Gebete erlauben, Homosexualität als biologische Veranlagung anerkennen, Frauen und Männer gleichstellen. Dafür ist der Dogmatismus und Hang zum Traditionalismus leider unüberwindbar. Wir lehnen im Zeitalter des freien Wissens und der Informationstechnologie auch den stark kulturalistischen Blick auf menschenrechtliche Errungenschaften entschieden ab, die diese fortschrittlichen Entwicklungen sowohl von islamistischen, als auch westlichen Seiten nur dem westlichen Kulturraum zuschreiben und diese den MuslimInnen weltweit in ihren religiösen und individuellen Entwicklungen nicht zutrauen wollen.

>>>Gegen Stereotypisierung und systematische Verfolgung von MuslimInnen< <<

Unsere Kritik am Islamismus und Mainstream-Islam darf nicht die bestehende und systematische Medien-Hetze gegen den Islam und damit gegen Mainstream-MuslimInnen aus fremdenfeindlichen oder ideologischen Motiven bekräftigen, wovon der Mainstream-Islam bis Polit-Islam (Islamismus) im Umkehrschluss sowohl politisch als auch ideologisch profitiert.

>>>Zusammenfassung des Free Minds – Konzeptes< <<

Free Minds geht es im Wesentlichen darum, das freie und kritische Denken anzuregen, das muslimische Individuum aus dem Kollektiv zu befreien, fortschrittliche Islam-Interpretationen zu verbreiten, das fehlende Bewusstsein für kritische Fragen im Islam herauszufordern, die MuslimInnen zu unterstützen, die in islamistischen Kreisen gefangen sind und sich aus diesen emanzipieren möchten. Wir möchten ihre existenziellen Probleme gesellschaftlich und politisch so artikulieren, dass darauf lösungsorientierte Maßnahmen, die gemeinsam reflektiert und erarbeitet werden, folgen.

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Es macht zwar wenig Sinn, darauf explizit hinzuweisen, aber da solche Gerüchte kursieren: Wir sind autonom, d.h. inhaltlich, formell, organisatorisch und finanziell unabhängig, weder stehen wir irgendwelchen verschwörungstheoretischen in- und ausländischen Geheimdiensten, Parteien, Verbänden usw. irgendwie nah, noch werden wir von diesen eingesetzt, um strategische Vorhaben, wie z.B. die Schwächung, Entrechtung oder Deformation der muslimischen Gemeinschaften, zu realisieren. Dafür legen wir Wert auf Transparenz und den freien Zugang zu Informationen und Wissen. In diesem Sinne sollten die Gemüter beruhigt sein, dass Free Minds genauso wie alle reformatorischen Ansätze im virtuellen Raum, das Ergebnis überzeugter und ehrenamtlicher Arbeit von Menschen ist, die sehr viel Zeit, Mühe und Engagement investieren, um Gedanken der Menschenrechte und Freiheit gerade unter MuslimInnen weiterzuverbreiten und zu fördern!


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