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Frequently Asked Questions – Fragen im Überblick

  • Was sind die Ziele der Initiative Free Minds?
  • Wer steckt hin­ter „Free Minds“
  • Wo ist die In­itia­ti­ve „Free Minds“ zu er­rei­chen?
  • Was bie­tet Free Minds kon­kret?
  • Wel­che in­halt­li­chen Schwer­punk­te wer­den bei Free Minds be­han­delt?
  • Was sind Main­stream-​Mus­li­me?
  • Und sonst?
  • Warum hetzt ihr wieder gegen eine sozial benachteiligte Gruppe, die Muslime?
  • Ich kenne Muslime, die sind fromm und sehr nett. Was ihr schreibt, ist primitiv und populistisch. Ihr schürt Ängste und bedient Vorurteile?
  • Ich kenne eine gläubige muslimische Familie, da gab es auch Mal große Konflikte mit der Tochter. Aber irgendwann hat sich das auch wieder gelegt. Es ist gar nicht so schlimm, wie das hier geschildert wird.
  • In deutschen Familien gibt es auch Probleme. Das ist normal! Sowas kann man nicht verallgemeinern. Sowas gibt es überall.
  • Islamkritik ist das Feld der “Neuen Rechten” schlechthin. Ihr seid in bester Gesellschaft, wenn ihr viel Zustimmung sucht und mit hetzen wollt. Jedenfalls schürt ihr Ängste und blendet differenzierte Erklärungsansätze aus.
  • Ihr zündelt doch nur und wollt den sogenannten “Kampf der Kulturen” mit vorantreiben?
  • Seid ihr auch politisch unterwegs?

Kurzes Vorstellungsvideo

Was sind die Ziele der Initiative Free Minds?
Die Initiative „Free Minds“ möchte herrschende Tabus, die aus geschlossenen muslimischen Kreisen bekannt sind, brechen und sich zum Beispiel gegen den Polit-Islam – d.h. den machtpolitischen und wirtschaftlichen Missbrauch des Islam – einsetzen. Wichtigstes Ziel ist die geistige, körperliche und seelische Befreiung des einzelnen von Zwängen und Einschränkungen, die im Namen des Islam ausgeübt werden. Es geht nicht darum, die existierende gesellschaftliche und politische Diskriminierung von einzelnen MuslimInnen zu forcieren, sondern den geschlossenen Kreis zu öffnen, die herrschenden Regeln transparent zu machen und im inneren Geschehen undemokratische Tendenzen – selbstverständlich auf aufklärerischer und emanzipatorischer Art und Weise – aufzuheben.
Letztlich möchte „Free Minds“ auch emanzipierte, freiheits- und demokratieliebende Personen zu einem regen Erfahrungsaustausch und gemeinsamer und demokratischer Meinungsbildung zusammenbringen. Kritische Reflexion, eigene Meinung, Theorienbildung und -überprüfung, Äußerung von Wünschen, Liebe zur Freiheit und Selbstbestimmung werden ausdrücklich erwünscht. Niemand kann einem anderen Menschen seinen Glauben aufzwingen oder absprechen! Einen Überblick über die Aktivitäten und bisherige Entwicklung von Free Minds kannst du hier bekommen.

Wer steckt hinter „Free Minds“?

Free Minds ist eine Initiative von muslimischen und nichtmuslimischen Frauen und Männern, die eine direkte Berührung zum gelebten Islam (gehabt) haben und wissen, welche Gefahren, Repressionen und Einschränkungen auf MuslimInnEn im Namen des Islams ausgeübt werden. Geleitet von universalen Prinzipien der Aufklärung, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte wünschen sich die InitiatorInnEn die Öffnung und Demokratisierung von geschlossenen, muslimischen Kreisen, in denen Menschen sowohl körperlich als auch seelisch gefangen sind.

Wo ist die Initiative „Free Minds“ zu erreichen?

Wir sind Free Minds. Wir sind überall. Warte auf uns… 🙂

E-Mail: freeminds09@yahoo.de


Was bietet Free Minds konkret?

http://freeminds.blogsport.eu/service/

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden bei Free Minds behandelt?

“Free Minds” spezifische Themen, die behandelt und öffentlich diskutiert werden, gibt es jede Menge. Folgende Beispiele können nur einen kleinen Ausschnitt in das thematische Spektrum zeigen:

~ Nur-Koran-Bewegung als virtuelle Reformbewegung – Die kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Hadithwissenschaft
~ Bildung neuer theoretischer Ansätze und wissenschaftlicher Standpunkte zum zeitgemäßen Koranverständnis
~ Selbstbestimmungsrecht und Emanzipation von Frauen und Mädchen
~ Aufklärungsarbeit zum kritischen und selbstständigen Denken
~ Globale und länderspezifische Analyse und Auswirkungen des Polit-Islams
~ Das politische und gesellschaftliche System in muslimischen Ländern – Beschreibungen und Vergleiche
~ Kritische Auseinandersetzung mit aktuellen innergemeinschaftlichen Problematiken und Gesprächsthemen in Deutschland
~ Formulierung von Forderungen zur Aufhebung von schwerwiegenden und fest verankerten Problemen, die – wie insbesondere in der Erziehung – manipulative und selbstzerstörerische Auswirkungen haben (Aufhebung von zweifelhaften Ansichten, wie z.B. Frauen ohne Kopftuch würden eine schwere Sünde begehen, Ehebrecher müssten bestraft werden, etc.)
~ Effektive Durchbrechung des klerikalen und Einfluss nehmenden Kontrollsystems im islamischen Glauben
~ Kritischer Dialog mit existierenden islamischen Organisationen und Vereinen
~ Bildung einer universalen Ethik basierend auf Menschenrechte und Grundrechte für MuslimInnen in geschlossenen islamischen Gemeinschaften
~ u.v.m.

Was sind Mainstream-Muslime?

Um es vorweg zu sagen, der Begriff „Mainstream-Muslime“ (MM) taucht bei Free Minds häufig auf. Er ist nicht als Beleidigung oder Diffamierung gemeint, sondern drückt einfach, den Ist-Status unter den DurchschnittsmuslimInnen aus. Natürlich fühlt man sich als MM übergangen, wenn in Zusammenhang mit MM nicht gerade Erfolgsbeispiele präsentiert werden. Da es um die stark verbesserungswürdigen Kritikpunkte im praktizierten und herrschenden Islam in seiner gegenwärtigen Form geht, sollen mit dem Ausdruck Mainstream-Muslime nicht alle über einen Kamm geschert werden. Der Begriff dient dazu, sichtbare und herrschende Meinungen und Handlungen, die kollektiv von der Mehrheit der muslimischen Gemeinschaften geteilt werden, zu personifizieren.

Und sonst?

Die absolute Mehrheit der MMs ist selbstverständlich friedlich. Dennoch gibt es eine nicht zu unterschätzende Anzahl von gläubigen MuslimInnEn, die jede Form von Meinungsunterschied als Wurzel allen Übels ansehen und ihn mit aller Gewalt unterbinden wollen. Das heißt im Klartext, dass es einen nicht unerheblichen Anteil verrückter, aggressiver und radikaler MuslimInnen gibt, die im Namen des Islam ihre selbsterkorenen Feinde körperlich bekämpfen. Selbst in freiheitlichen und demokratischen Staaten gibt es diese Gefahr (siehe die brutale Ermordung von Theo van Gogh). Und an dieser Stelle muss zugleich gesagt werden, dass die konkludente Zustimmung für solche im Namen des Islam verübten Verbrechen unter den MMs erschreckend hoch und gegenwärtig ist. Trotz allen Gefahren geht diese Initiative dieses gefährliche Risiko dennoch ein, weil Freiheit ein zu kostbares Gut ist, als sie aus Angst nicht zu erstreben!

Und an dieser Stelle möchten wir noch eine sehr wichtige Botschaft an Vertreter_innen des Kulturrelativismus hinterlassen: Es ist nicht dasselbe, wenn gesellschaftlich abgelehnte und undemokratische Gesinnungen hetzen, unterdrücken oder töten (z.B. Nazis im Namen des Rassismus) oder MuslimInnEn im Namen des Islams. Im letzteren tragen MuslimInnen die Verantwortung über die Deutungshoheit im weit verbreiteten, islamischen Verständnis. Insofern sind solche religiös motivierten Gewalttaten schon ein kollektivierbares Problem, das von anderen Taten differenziert und innerhalb des muslimischen und psycho-sozialen Kontextes näher betrachtet werden muss.

Warum hetzt ihr wieder gegen eine sozial benachteiligte Gruppe, die Muslime?

Erstens hetzen wir nicht. Zweitens sind wir viel benachteiligter. Wir führen ein isoliertes und bedrohtes Leben. Wenn es schon um soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen auf der theoretischen Ebene geht. Uns gibt es in all den in der Luft zerrissenen gesellschaftlichen und politischen Debatten theoretisch gar nicht. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir werden dann in die autochthone Frauengruppe “häusliche Gewalt” zugeordnet. Wir werden verleugnet, verwischt und müssen dann lernen, dass der Islam gar nicht der Grund unserer existenziellen Probleme ist, sondern die Familie und höchstens noch das gesellschaftliche System. Auch wenn wir es anders erlebt und erfahren haben, dürfen wir es nicht besser wissen. Wir müssen den Heiligenstatus des Islam akzeptieren und dürfen den Islam nicht kritisieren. So wie wir es auch in unseren Familien und Koranschulen gelernt hatten. Ihn anzuklagen, befördert uns überall in die Außenseiter-Position. Die ” praktizierenden Muslime” sind mit Abstand protegierteste Gruppe, die es in dieser Gesellschaft gibt. Der historische Antisemitismus-Vergleich greift leider nicht. Warum? Weil der Islam eine politische Herrschaft und einen Machtanspruch in sich trägt. Diese bereits seit seiner Entstehung im 7. Jahrhundert. Der Islam wird nicht instrumentalisiert und missbraucht, sondern kommt real als Gefahr zum Vorschein. Der Islam hat ein Frauenproblem, ein Gewaltproblem und er hat auch ein Judenproblem. Er hat so ziemlich viele Probleme. Unverständlich, warum man krampfhaft versucht, den Islam zu personifizieren und staatlich zu fördern. Der Islam genießt innerhalb herrschender Kreise einen Heiligenstatus. Wir haben unter dem Islam gelitten. Ein normales Leben können wir gar nicht mehr führen, weil wir in permanenter Angst und Bedrohung dank seiner friedlichen und barmherzigen Glaubensanhänger leben.

Ich kenne Muslime, die sind fromm und sehr nett. Was ihr schreibt, ist primitiv und populistisch. Ihr schürt Ängste und bedient Vorurteile?

Nein, tun wir nicht. Fromme Muslime sind keine dummen, hilf- und mittellosen Menschen, die geschützt und besonders gefördert werden müssen.
Wir kennen diese frommen und netten Menschen auch. Unsere Familien und ehemaligen Nachbarn zum Beispiel. In der Tat sind sie in der Regel immer sehr nett und freundlich. Idyllische Verhältnisse. Wehe man fängt aber an, sich aus dem allgegenwärtigen Glaubenskorsett zu lösen, dann bleibt nicht mehr viel übrig von der vorbildlichen Idylle. Sorry, aber Sie kennen die inneren faschistoiden Strukturen nicht. Wer wissen möchte, was sich im Glaubenssystem konkret abspielt, sollte sich für eine Woche als Muslim in so eine Gemeinschaft begeben und die Glaubensstrukturen von innen heraus kennenlernen. Wer das nicht gefährlich und problematisch findet, soll bitte Abstand halten. Wir haben unsere Erfahrungen mit jenen Apologeten und Relativierern zu Genüge gemacht.

Ich kenne eine gläubige muslimische Familie, da gab es auch Mal große Konflikte mit der Tochter. Aber irgendwann hat sich das auch wieder gelegt. Es ist gar nicht so schlimm, wie das hier geschildert wird.

Schön, dass Sie das aufmerksam beobachtet haben. Von außen betrachtet, sieht sowas meist nicht tragisch aus. Aber wenn hinter verschlossenen Türen, kleine Töchter zum Kopftuchtragen gedrängt, erpresst, schikaniert und sie durchgehend wie kleine Sklavinnen gehalten werden, werden Sie davon in der Regel nichts mit bekommen. Wir finden es schon Mal sehr erfreulich, dass Ihnen überhaupt diese Problematik nicht entgangen ist.

In deutschen Familien gibt es auch Probleme. Das ist normal! Sowas kann man nicht verallgemeinern. Sowas gibt es überall.

Die Gesellschaftskritik und Artikulation eben jener familiären Probleme führen ja nicht zu Bedrohung und Verfolgung. Das ist der eklatante Unterschied. Jedenfalls wäre dies uns neu.

Islamkritik ist das Feld der “Neuen Rechten” schlechthin. Ihr seid in bester Gesellschaft, wenn ihr viel Zustimmung sucht und mit hetzen wollt. Jedenfalls schürt ihr Ängste und blendet differenzierte Erklärungsansätze aus.

Diese Panikstimmung wird künstlich erzeugt, aber nicht von unserer Seite aus. Was wir nicht verstehen, ist die reflexartige Tatsachenvermeidung. Dass “Neue Rechte” das Feld der “Islamkritik” für sich entdeckt haben, dafür können wir wirklich nichts. Aber nur weil jene, unsere Probleme auch thematisieren, werden wir nicht aus ideologischer Bequemlichkeit und Solidarität mit der falsch verstandenen Toleranz anfangen, Realitäten zu verschleiern oder größer werdende gesellschaftliche Probleme mit multi-kausalen Erklärungsansätzen im Keim zu ersticken. Der Pluralisierung und Öffnung steht der Islam als Religion entgegen. Wer im Privaten Allah anbeten will, soll das tun. Wir haben damit überhaupt keine Probleme. Aber wir haben keinen Bock darauf, dass man den Menschen das politisch hochgefahrene Märchen des perfekten Islam aufsetzt. Der Islam ist der Grund, warum unsere Lebensbedingungen unerträglich schlecht sind. Außerdem ist der Islam auch nur eine von vielen bekannten Religionen, die es auf dem globalen Glaubensmarkt gibt. Just be cool and relaxed!

Ihr zündelt doch nur und wollt den Kampf der Kulturen vorantreiben?

Sicherlich nicht. Wir wollen Aufklärung und Emanzipation! Kulturen, Nationen, Religionen sind keine heiligen Gebilde, sondern auch immer Konstrukte, die keinem Menschen nützen, wenn sie Probleme produzieren und verbreiten. Man muss sicherlich keinen Respekt vor unterdrückenden und problematischen Merkmalen von Kulturen, Nationen und Religionen aufbringen. In freiheitlichen und offenen Gesellschaften sind die Rahmenbedingungen in der Regel so geschaffen, dass Individuen Tag und Nacht Probleme offen artikulieren können, ohne die Befürchtung zu haben, dass das politische System sie deswegen eliminiert. Die Individuen sind in demokratisch organisierten Gesellschaften halbwegs frei und sicher. Probleme gibt es massenweise. Aber ihre Thematisierungen und Erörterungen finden ebenfalls statt. Das finden wir, ist eine allgemein nützliche Errungenschaft…

Seid ihr auch politisch unterwegs?

Unbedingt. Ohne Politik geht es auch bei uns nicht. Wir kämpfen für unsere Rechte und Interessen, und gegen die aufkeimende Ideologie des Islam im pseudomodernen Gewand. Eine etwas andere radikale Islamkritik haben wir als Betroffene und Erfahrene auf unsere Fahne geschrieben. Insofern sympathisieren wir auch stark mit allen menschenrechtlich orientierten NGOs. Wir gehören dementsprechend keiner festgefahrenen politischen Ideologie an. Es geht auch bei uns vorwärts, nicht rückwärts. Parteiübergreifend arbeiten wir gerne mit allen Strömungen demokratisch verfasster Parteien zusammen.

6 Kommentare

  1. Pingback: Thumbs up! « Free Minds
  2. Fiona Marty · Oktober 27, 2009

    Hallo,

    wir sind 2 Master-Studentinnen der WWU Münster bzw. des Instituts für Politikwissenschaft. Wir belegen diesen Semester ein Seminar zum Thema Integration von Muslimen auf lokaler Ebene. In diesem Rahmen wollen wir eine empirische Arbeit über das Projekt des Baues einer Moschee in Münster.

    Wir wollen also in Kontatk mit den unterschiedlichen Beteiligten treten.
    In diesem Bezug, wären wir sehr an einem Interview mit einem/r “Free Mind” aus Münster interessiert. Hätten Sie im Januar noch kleine Lücke in ihrem Zeitplan? Wir sind zeitlich zehr flexibel.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Fiona Marty
    Master “Europäische und Internationale Governance” – WWU Münster
    Doppelstudiengang Münster/Lille

  3. Pingback: Secret Meeting for You ♥ | Free Minds
  4. Angelika.E. · Oktober 27, 2009

    Liebe Free-Minds
    ich habe mir das Buch von Ilhan Arsel “Frauen sind eure Äcker”, hrsg. von Arzu Toker, gekauft und lese es gerade. Ich bin erschüttert. Zwar kannte ich schon einige der frauenfeindlichen Hadithe (Hadis) durch meine Lektüre von Mark A. Gabriel (ehemals Dozent an der Al Azhar Universität in Kairo, heute bekennender Christ) und konnte sie kaum glauben, aber bei Arsel, der ein Verfassungsrechtler und nüchterner Wissenschaftler war, finde ich sie, wissenschaftlich kommentiert, wieder. Aufschlussreich ist auch die Bemerkung der Herausgeberin im Kapitel: “Die meisten Insassen der Hölle sind Frauen”, auf S. 361, Taschenbuchausgabe, wo sie in Klammern schreibt: “Die frauenfeindlichen Überlieferungen werden in den deutschen Übersetzungen der Hadis-Literatur oft nicht aufgeführt, um deutsche Frauen, die zum Islam übertreten wollen, nicht abzuschrecken.” Das ist mir auch schon aufgefallen: Die vielen frauenverachtenden und frauenfeindlichen Aussagen werden verheimlicht und werden sogar in der Presse totgeschwiegen. Diesbezügliche Kommentare meinerseits in Zeitungsforen wurden häufig gelöscht; als ich den Schleierzwang oder das Kopftuch als stigmatisierend bezeichnete oder mich kritisch über das Vorurteil der angeblichen “Unreinheit” äußerte, die der Frau vorgeworfen wird, wurde das gelöscht, man warf mir Intoleranz vor und versuchte sogar, mich in die rechte Ecke zu schieben, dabei bin ich von der Einstellung her Freigeist und menschenrechtlich eingestellt. Menschenrechte und Menschenwürde für ALLE!
    Eure Arbeit ist daher so, so wichtig! Wenn die unterdrückten Musliminnen sich zu Wort melden und ganz konkret von erlebter Freiheitsberaubung erzählen, z.B., dass sie nicht einmal eine Stunde ohne Wissen ihrer Familien hinausgehen dürfen, wenn sie sich nicht dem Vorwurf, “Zina” begangen zu haben, aussetzen wollen, dann werden vielleicht auch die Relativierer umdenken. Aber diese sind sehr hartnäckig: Eine Relativiererin wollte mich z.B. überzeugen, dass ein muslimisches Mädchen aus streng konservativer Familie ungefähr so gestellt sei, wie die Tochter eines CSU-Wählers! Das ist nicht wahr! Ich kenne schließlich die bayerischen, ländlichen Gebiete! Die Tochter eines CSU-Wählers darf nämlich viel: Sie darf in kurzer Hose auf dem Fahrrad den Berg hinuntersausen, zusammen mit anderen, auch Jungen, in einem See baden, zusammen mit ihren Freunden und Freundinnen im ausgeschnittenen Dirndl auf einem Volksfest ein Bier trinken; sie darf alleine bummeln gehen, sie darf alleine im Wald Pilze sammeln. Das sind ganz normale Freiheiten, die einem jungen Menschen gewährt werden müssten. Eltern, die Vertrauen zu ihrer Tochter haben, gewähren ihr diese Freiheiten. Ich bezweifle, dass ein Mädchen aus streng muslimischer Familie diese Dinge tun darf. Selbst wenn ihre Eltern ihr vertrauen würden – die Verwandschaft oder Nachbarn hätten dieses Vertrauen nicht – und dieses mangelnde Vertrauen in das Mädchen oder in die Frau ist religiös begründet und hat sich im Lauf der Jahrhunderte in schädlichen Vorurteilen verfestigt; das wird bei der Lektüre von “Frauen sind eure Äcker” mehr als deutlich.

  5. Eckhardt Kiwitt, Freising · Oktober 27, 2009

    @ Angelika.E.: 22. März 2013 at 09:15

    In diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich finde ich ein Interview mit Ralph Giordano, das am 20. März 2013 zu seinem 90. Geburtstag in der FR-Online veröffentlicht wurde und wo Giordano u.a. sagt :

    “Die Roths, die Künasts und Ströbeles, diese Leute sind das Unglück. Diese Problemverharmloser, Multikulti-Illusionisten, Dauer-Romantiker, Beschwichtigungs-Apostel …”

    Nun stehen weder die Frankfurter Rundschau noch Ralph Giordano („Immerhin habe ich die Nazizeit überlebt“) im Verdacht, auch nur annähernd “rechts” zu sein.
    Aber es ist absurd: Wer den Islam kritisiert, der dem NS nicht unähnlich ist (man lese z.B. nur mal die Charta der Hamas, die stellenweise direkt auf dem Koran basiert und die dem Buch des “Gröfaz” in der Zielrichtung ziemlich ähnlich ist), der gilt als “rechts”.

    http://www.fr-online.de/leute/ralph-giordano–immerhin-habe-ich-die-nazizeit-ueberlebt-,9548600,22156630.html


    By the way:
    Wer dem Islam etwas Positives abgewinnen kann, wer gern in einem Land leben möchte, wo Islam die Staatsreligion ist oder wo islamische Gesetze gelten, der hat dazu etliche Möglichkeiten. Es gibt mehrere solche Länder …

  6. Selin · Oktober 27, 2009

    Liebe Angelika,

    vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Arzu Toker hat immenses geleistet. Zum Glück nicht so vorbelastet wie Necla Kelek, die leider immer mal populistische Ressentiments bedient. Umso schöner, dass hier eine richtige Aufklärerin am Werk war und sich die Mühe gemacht hat, das Aufklärungswerk von Arsel zu übersetzen.

    Ansonsten ist es nach wie vor empfehlenswert, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Man kann es entweder lieben oder hassen. Einen gemäßigten Bezug gibt es nicht, weil der Islam faktisch eine blutrünstige, frauenfeindliche, lebensfeindliche Ideologie ist, und ihm in seiner spirituellen Gültigkeit keine Zähne gezogen wurden.

    Für die Muslime in Europa, die die Geisteskrankheit wie eine biologische Determinante pflegen wollen, gibt es die geschaffenen Lösungen von Islam-Lobbyisten, wo man sich den Islam einfach schön und barmherzig redet. Solange es die Ungläubigen gibt, können sie auch weiterhin das gut-/böse-Denken aufrechterhalten. Eine Koexistenz geht auch nur, solange man sich dem Islam nicht querstellt, ansonsten ist man natürlich ein antimuslimischer Rassist.

    Ach ja die betroffenen Frauen sind froh, wenn sie den Bruch schaffen und überleben. Diese noch für eine politische Auseinandersetzung zu gewinnen, ist nicht leicht. Denn die Befreiung kostet viel und eine islamische Sozialisation/Erziehung hinterlässt viele Narben.
    Aber es gibt schließlich noch Betroffene wie Sabatina James, die sich auch immer wieder den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie böse, karrieregeile und egozentrische Nestbeschmutzerinnen sind. Dabei kommt Sabatina James aus Pakistan; die Zustände insbesondere für Mädchen und Frauen dort sind noch schlimmer als in Anatolien.

    Und Frauen, die freiwillig zum Islam konvertieren, haben echt eine an der Klatsche. Genauso wie Eva Herman. Gewaltige Persönlichkeitsstörungen, wenn man sich als Frau dem fundamentalistischen und frauenverachtenden Patriarchat hingibt…

    Das Thema ist wehleidig und zermürbend. Besser man verdrängt es, denn was sollen die einigen wenigen emanzipierten Frauen schon machen, wenn ganz robuste und kollektivistische Glaubens- und Kultursysteme dominieren, universelle Ansprüche stellen und keine einzigen Kompromisse schließen. Faktisch ist man dieser Entwicklung machtlos ausgeliefert.

    Der Islam wird Trendsetter, darauf sollte man sich einstellen und sich nicht zu laut aus dem Fenster lehnen. Jede einzelne von uns hat diese Entwicklung von Kindesbein mitgemacht und nach vier Jahrzehnt reger Islamisierung/Schariatisierung wird man kaum “aufklären” und “säkularisieren” können. Die Stämme/Clans/Sippen/Großfamilien, die geschlossen sind, als fiktive Ummah umso mehr, kennen keine Anerkennung von Grund- und Freiheitsrechten. Die Uni Münster hat uns dieses spüren lassen. Warum? Weil die loyalen Allahisten schon seit vier Jahrzehnt dort alles unterwandert und okkupiert haben.

    Der Islam ist Barmherzigkeit. Die Frau ist von Natur aus schlecht und halb so viel Wert. Allahisten freuen sich. Freie Fahrt für die barmherzigen Allah-Nazis. Die sind sehr lieb, solange man sich ihnen in der Schariatisierung nicht in den Weg stellt. Wehe dann, was sie mit ihren “Feinden” machen, ist unbeschreiblich. Interessierte dürfen gerne Prof. Kalisch besuchen. Der arme Mann kann bestimmt einiges über Psychoterror und postmodernen Diffamierungskampagnen von türkisch-nationalistischen Ditib- und Gülen-Lobbyisten erzählen. Das schlimme ist, dass die nachwachsende Generation noch konservativer ist als die Elterngeneration.