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Frequently Asked Questions – Fragen im Überblick

  • Was sind die Ziele der Initiative Free Minds?
  • Wer steckt hin­ter „Free Minds“
  • Wo ist die In­itia­ti­ve „Free Minds“ zu er­rei­chen?
  • Was bie­tet Free Minds kon­kret?
  • Wel­che in­halt­li­chen Schwer­punk­te wer­den bei Free Minds be­han­delt?
  • Was sind Main­stream-​Mus­li­me?
  • Und sonst?
  • Warum hetzt ihr wieder gegen eine sozial benachteiligte Gruppe, die Muslime?
  • Ich kenne Muslime, die sind fromm und sehr nett. Was ihr schreibt, ist primitiv und populistisch. Ihr schürt Ängste und bedient Vorurteile?
  • Ich kenne eine gläubige muslimische Familie, da gab es auch Mal große Konflikte mit der Tochter. Aber irgendwann hat sich das auch wieder gelegt. Es ist gar nicht so schlimm, wie das hier geschildert wird.
  • In deutschen Familien gibt es auch Probleme. Das ist normal! Sowas kann man nicht verallgemeinern. Sowas gibt es überall.
  • Islamkritik ist das Feld der “Neuen Rechten” schlechthin. Ihr seid in bester Gesellschaft, wenn ihr viel Zustimmung sucht und mit hetzen wollt. Jedenfalls schürt ihr Ängste und blendet differenzierte Erklärungsansätze aus.
  • Ihr zündelt doch nur und wollt den sogenannten “Kampf der Kulturen” mit vorantreiben?
  • Seid ihr auch politisch unterwegs?

Kurzes Vorstellungsvideo

Was sind die Ziele der Initiative Free Minds?
Die Initiative „Free Minds“ möchte herrschende Tabus, die aus geschlossenen muslimischen Kreisen bekannt sind, brechen und sich zum Beispiel gegen den Polit-Islam – d.h. den machtpolitischen und wirtschaftlichen Missbrauch des Islam – einsetzen. Wichtigstes Ziel ist die geistige, körperliche und seelische Befreiung des einzelnen von Zwängen und Einschränkungen, die im Namen des Islam ausgeübt werden. Es geht nicht darum, die existierende gesellschaftliche und politische Diskriminierung von einzelnen MuslimInnen zu forcieren, sondern den geschlossenen Kreis zu öffnen, die herrschenden Regeln transparent zu machen und im inneren Geschehen undemokratische Tendenzen – selbstverständlich auf aufklärerischer und emanzipatorischer Art und Weise – aufzuheben.
Letztlich möchte „Free Minds“ auch emanzipierte, freiheits- und demokratieliebende Personen zu einem regen Erfahrungsaustausch und gemeinsamer und demokratischer Meinungsbildung zusammenbringen. Kritische Reflexion, eigene Meinung, Theorienbildung und -überprüfung, Äußerung von Wünschen, Liebe zur Freiheit und Selbstbestimmung werden ausdrücklich erwünscht. Niemand kann einem anderen Menschen seinen Glauben aufzwingen oder absprechen! Einen Überblick über die Aktivitäten und bisherige Entwicklung von Free Minds kannst du hier bekommen.

Wer steckt hinter „Free Minds“?

Free Minds ist eine Initiative von muslimischen und nichtmuslimischen Frauen und Männern, die eine direkte Berührung zum gelebten Islam (gehabt) haben und wissen, welche Gefahren, Repressionen und Einschränkungen auf MuslimInnEn im Namen des Islams ausgeübt werden. Geleitet von universalen Prinzipien der Aufklärung, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte wünschen sich die InitiatorInnEn die Öffnung und Demokratisierung von geschlossenen, muslimischen Kreisen, in denen Menschen sowohl körperlich als auch seelisch gefangen sind.

Wo ist die Initiative „Free Minds“ zu erreichen?

Wir sind Free Minds. Wir sind überall. Warte auf uns… 🙂

E-Mail: freeminds09@yahoo.de


Was bietet Free Minds konkret?

http://freeminds.blogsport.eu/service/

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden bei Free Minds behandelt?

“Free Minds” spezifische Themen, die behandelt und öffentlich diskutiert werden, gibt es jede Menge. Folgende Beispiele können nur einen kleinen Ausschnitt in das thematische Spektrum zeigen:

~ Nur-Koran-Bewegung als virtuelle Reformbewegung – Die kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Hadithwissenschaft
~ Bildung neuer theoretischer Ansätze und wissenschaftlicher Standpunkte zum zeitgemäßen Koranverständnis
~ Selbstbestimmungsrecht und Emanzipation von Frauen und Mädchen
~ Aufklärungsarbeit zum kritischen und selbstständigen Denken
~ Globale und länderspezifische Analyse und Auswirkungen des Polit-Islams
~ Das politische und gesellschaftliche System in muslimischen Ländern – Beschreibungen und Vergleiche
~ Kritische Auseinandersetzung mit aktuellen innergemeinschaftlichen Problematiken und Gesprächsthemen in Deutschland
~ Formulierung von Forderungen zur Aufhebung von schwerwiegenden und fest verankerten Problemen, die – wie insbesondere in der Erziehung – manipulative und selbstzerstörerische Auswirkungen haben (Aufhebung von zweifelhaften Ansichten, wie z.B. Frauen ohne Kopftuch würden eine schwere Sünde begehen, Ehebrecher müssten bestraft werden, etc.)
~ Effektive Durchbrechung des klerikalen und Einfluss nehmenden Kontrollsystems im islamischen Glauben
~ Kritischer Dialog mit existierenden islamischen Organisationen und Vereinen
~ Bildung einer universalen Ethik basierend auf Menschenrechte und Grundrechte für MuslimInnen in geschlossenen islamischen Gemeinschaften
~ u.v.m.

Was sind Mainstream-Muslime?

Um es vorweg zu sagen, der Begriff „Mainstream-Muslime“ (MM) taucht bei Free Minds häufig auf. Er ist nicht als Beleidigung oder Diffamierung gemeint, sondern drückt einfach, den Ist-Status unter den DurchschnittsmuslimInnen aus. Natürlich fühlt man sich als MM übergangen, wenn in Zusammenhang mit MM nicht gerade Erfolgsbeispiele präsentiert werden. Da es um die stark verbesserungswürdigen Kritikpunkte im praktizierten und herrschenden Islam in seiner gegenwärtigen Form geht, sollen mit dem Ausdruck Mainstream-Muslime nicht alle über einen Kamm geschert werden. Der Begriff dient dazu, sichtbare und herrschende Meinungen und Handlungen, die kollektiv von der Mehrheit der muslimischen Gemeinschaften geteilt werden, zu personifizieren.

Und sonst?

Die absolute Mehrheit der MMs ist selbstverständlich friedlich. Dennoch gibt es eine nicht zu unterschätzende Anzahl von gläubigen MuslimInnEn, die jede Form von Meinungsunterschied als Wurzel allen Übels ansehen und ihn mit aller Gewalt unterbinden wollen. Das heißt im Klartext, dass es einen nicht unerheblichen Anteil verrückter, aggressiver und radikaler MuslimInnen gibt, die im Namen des Islam ihre selbsterkorenen Feinde körperlich bekämpfen. Selbst in freiheitlichen und demokratischen Staaten gibt es diese Gefahr (siehe die brutale Ermordung von Theo van Gogh). Und an dieser Stelle muss zugleich gesagt werden, dass die konkludente Zustimmung für solche im Namen des Islam verübten Verbrechen unter den MMs erschreckend hoch und gegenwärtig ist. Trotz allen Gefahren geht diese Initiative dieses gefährliche Risiko dennoch ein, weil Freiheit ein zu kostbares Gut ist, als sie aus Angst nicht zu erstreben!

Und an dieser Stelle möchten wir noch eine sehr wichtige Botschaft an Vertreter_innen des Kulturrelativismus hinterlassen: Es ist nicht dasselbe, wenn gesellschaftlich abgelehnte und undemokratische Gesinnungen hetzen, unterdrücken oder töten (z.B. Nazis im Namen des Rassismus) oder MuslimInnEn im Namen des Islams. Im letzteren tragen MuslimInnen die Verantwortung über die Deutungshoheit im weit verbreiteten, islamischen Verständnis. Insofern sind solche religiös motivierten Gewalttaten schon ein kollektivierbares Problem, das von anderen Taten differenziert und innerhalb des muslimischen und psycho-sozialen Kontextes näher betrachtet werden muss.

Warum hetzt ihr wieder gegen eine sozial benachteiligte Gruppe, die Muslime?

Erstens hetzen wir nicht. Zweitens sind wir viel benachteiligter. Wir führen ein isoliertes und bedrohtes Leben. Wenn es schon um soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen auf der theoretischen Ebene geht. Uns gibt es in all den in der Luft zerrissenen gesellschaftlichen und politischen Debatten theoretisch gar nicht. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir werden dann in die autochthone Frauengruppe “häusliche Gewalt” zugeordnet. Wir werden verleugnet, verwischt und müssen dann lernen, dass der Islam gar nicht der Grund unserer existenziellen Probleme ist, sondern die Familie und höchstens noch das gesellschaftliche System. Auch wenn wir es anders erlebt und erfahren haben, dürfen wir es nicht besser wissen. Wir müssen den Heiligenstatus des Islam akzeptieren und dürfen den Islam nicht kritisieren. So wie wir es auch in unseren Familien und Koranschulen gelernt hatten. Ihn anzuklagen, befördert uns überall in die Außenseiter-Position. Die ” praktizierenden Muslime” sind mit Abstand protegierteste Gruppe, die es in dieser Gesellschaft gibt. Der historische Antisemitismus-Vergleich greift leider nicht. Warum? Weil der Islam eine politische Herrschaft und einen Machtanspruch in sich trägt. Diese bereits seit seiner Entstehung im 7. Jahrhundert. Der Islam wird nicht instrumentalisiert und missbraucht, sondern kommt real als Gefahr zum Vorschein. Der Islam hat ein Frauenproblem, ein Gewaltproblem und er hat auch ein Judenproblem. Er hat so ziemlich viele Probleme. Unverständlich, warum man krampfhaft versucht, den Islam zu personifizieren und staatlich zu fördern. Der Islam genießt innerhalb herrschender Kreise einen Heiligenstatus. Wir haben unter dem Islam gelitten. Ein normales Leben können wir gar nicht mehr führen, weil wir in permanenter Angst und Bedrohung dank seiner friedlichen und barmherzigen Glaubensanhänger leben.

Ich kenne Muslime, die sind fromm und sehr nett. Was ihr schreibt, ist primitiv und populistisch. Ihr schürt Ängste und bedient Vorurteile?

Nein, tun wir nicht. Fromme Muslime sind keine dummen, hilf- und mittellosen Menschen, die geschützt und besonders gefördert werden müssen.
Wir kennen diese frommen und netten Menschen auch. Unsere Familien und ehemaligen Nachbarn zum Beispiel. In der Tat sind sie in der Regel immer sehr nett und freundlich. Idyllische Verhältnisse. Wehe man fängt aber an, sich aus dem allgegenwärtigen Glaubenskorsett zu lösen, dann bleibt nicht mehr viel übrig von der vorbildlichen Idylle. Sorry, aber Sie kennen die inneren faschistoiden Strukturen nicht. Wer wissen möchte, was sich im Glaubenssystem konkret abspielt, sollte sich für eine Woche als Muslim in so eine Gemeinschaft begeben und die Glaubensstrukturen von innen heraus kennenlernen. Wer das nicht gefährlich und problematisch findet, soll bitte Abstand halten. Wir haben unsere Erfahrungen mit jenen Apologeten und Relativierern zu Genüge gemacht.

Ich kenne eine gläubige muslimische Familie, da gab es auch Mal große Konflikte mit der Tochter. Aber irgendwann hat sich das auch wieder gelegt. Es ist gar nicht so schlimm, wie das hier geschildert wird.

Schön, dass Sie das aufmerksam beobachtet haben. Von außen betrachtet, sieht sowas meist nicht tragisch aus. Aber wenn hinter verschlossenen Türen, kleine Töchter zum Kopftuchtragen gedrängt, erpresst, schikaniert und sie durchgehend wie kleine Sklavinnen gehalten werden, werden Sie davon in der Regel nichts mit bekommen. Wir finden es schon Mal sehr erfreulich, dass Ihnen überhaupt diese Problematik nicht entgangen ist.

In deutschen Familien gibt es auch Probleme. Das ist normal! Sowas kann man nicht verallgemeinern. Sowas gibt es überall.

Die Gesellschaftskritik und Artikulation eben jener familiären Probleme führen ja nicht zu Bedrohung und Verfolgung. Das ist der eklatante Unterschied. Jedenfalls wäre dies uns neu.

Islamkritik ist das Feld der “Neuen Rechten” schlechthin. Ihr seid in bester Gesellschaft, wenn ihr viel Zustimmung sucht und mit hetzen wollt. Jedenfalls schürt ihr Ängste und blendet differenzierte Erklärungsansätze aus.

Diese Panikstimmung wird künstlich erzeugt, aber nicht von unserer Seite aus. Was wir nicht verstehen, ist die reflexartige Tatsachenvermeidung. Dass “Neue Rechte” das Feld der “Islamkritik” für sich entdeckt haben, dafür können wir wirklich nichts. Aber nur weil jene, unsere Probleme auch thematisieren, werden wir nicht aus ideologischer Bequemlichkeit und Solidarität mit der falsch verstandenen Toleranz anfangen, Realitäten zu verschleiern oder größer werdende gesellschaftliche Probleme mit multi-kausalen Erklärungsansätzen im Keim zu ersticken. Der Pluralisierung und Öffnung steht der Islam als Religion entgegen. Wer im Privaten Allah anbeten will, soll das tun. Wir haben damit überhaupt keine Probleme. Aber wir haben keinen Bock darauf, dass man den Menschen das politisch hochgefahrene Märchen des perfekten Islam aufsetzt. Der Islam ist der Grund, warum unsere Lebensbedingungen unerträglich schlecht sind. Außerdem ist der Islam auch nur eine von vielen bekannten Religionen, die es auf dem globalen Glaubensmarkt gibt. Just be cool and relaxed!

Ihr zündelt doch nur und wollt den Kampf der Kulturen vorantreiben?

Sicherlich nicht. Wir wollen Aufklärung und Emanzipation! Kulturen, Nationen, Religionen sind keine heiligen Gebilde, sondern auch immer Konstrukte, die keinem Menschen nützen, wenn sie Probleme produzieren und verbreiten. Man muss sicherlich keinen Respekt vor unterdrückenden und problematischen Merkmalen von Kulturen, Nationen und Religionen aufbringen. In freiheitlichen und offenen Gesellschaften sind die Rahmenbedingungen in der Regel so geschaffen, dass Individuen Tag und Nacht Probleme offen artikulieren können, ohne die Befürchtung zu haben, dass das politische System sie deswegen eliminiert. Die Individuen sind in demokratisch organisierten Gesellschaften halbwegs frei und sicher. Probleme gibt es massenweise. Aber ihre Thematisierungen und Erörterungen finden ebenfalls statt. Das finden wir, ist eine allgemein nützliche Errungenschaft…

Seid ihr auch politisch unterwegs?

Unbedingt. Ohne Politik geht es auch bei uns nicht. Wir kämpfen für unsere Rechte und Interessen, und gegen die aufkeimende Ideologie des Islam im pseudomodernen Gewand. Eine etwas andere radikale Islamkritik haben wir als Betroffene und Erfahrene auf unsere Fahne geschrieben. Insofern sympathisieren wir auch stark mit allen menschenrechtlich orientierten NGOs. Wir gehören dementsprechend keiner festgefahrenen politischen Ideologie an. Es geht auch bei uns vorwärts, nicht rückwärts. Parteiübergreifend arbeiten wir gerne mit allen Strömungen demokratisch verfasster Parteien zusammen.


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