Samstag Januar 25, 2014 22:21

Ayse Duygu: Über unsere frommen Väter, die armen Bauern

Posted by Free Minds

Unsere Großväter und Väter waren Bauern. Kleine und arme Bauern. In Anatolien waren einige davon sogar teilweise aufgeklärt, denn dort haben sie immerhin angefangen, Marx zu lesen und waren Marx-Sympathisanten. Sie glaubten an Gleichheit, Freiheit und Emanzipation, obwohl sie noch ganz überzeugte Patriarchatstreue waren und die Frauenwelt sehr verachteten und ausbeuteten. Und dann: Die kapitalgesteuerten Nachfragen nach Arbeitskräften zeigten den armen Bauern die Wege nach Europa.
Der Realsozialismus wackelte und zerbrach. An die Ideen von Marx von befreiten Gesellschaften wollte niemand mehr glauben. Auch diese Bauern nicht. Doch der westliche Kapitalismus beutete unsere Väter aus und erniedrigte sie. So fühlten sie sich gedemütigt, noch schlimmer entmännlicht und suchten einen Ausgleich. Also besannen sie sich zurück auf den Islam. Der Islam gab ihnen Kraft und ihre beraubte Männlichkeit zurück. Damit konnten sie Macht und Herrschaft zurückgewinnen. Wenigstens partiell über ihre Ehefrauen, Töchter, Familien, Moscheen und Gemeinschaften durften sie frei verfügen und sie beherrschen. Diese Bauern wurden politisch aktiv. Sie führten in Hinterhofmoscheen die islamische Agenda aus. Erbakan, Erdogan, Gülen usw. waren charismatische Führungsfiguren, die dem realen Islam eine Kontur gaben. Koranschulen, Moscheen, Bibliotheken, Begegnungszentren, Kulturvereine, Zeitungen, Medien wurden kontinuierlich nach dem einfachen Koranischen Rezept gegründet und ausgebaut. Nicht zentral, sondern dezentral. Eine Basisbewegung von unten nach oben. Wer hätte es gedacht? Diese Bauern haben es geschafft. Sie haben etwas geschafft, was man ihnen immer noch nicht anerkennt.  Sie haben die laizistische, türkische Republik unterwandert. Ohne den kollektiven Glaubenseinsatz dieser Bauern an die islamische Schari’a wäre dieses nicht wirklich gelungen. Damit ist die Türkei nach dem Iran das zweite Land, das von den frei agierenden und maßlos unterschätzten Basisbewegungen in Europa reislamisiert bzw. entsäkularisiert wurden. Die Türkei musste es anders machen als der Iran. Aber Erdogan ist ein geschickter Politiker, der besonders viel Glück  hatte und, der vieles auch besser gemacht hat, als die militärische Diktatur und kemalistische Repressionspolitik vor ihm. Trotzdem ist und bleibt er der gefährliche und fundamentalistische Ziehsohn des Scharia-Anhängers Necmettin Erbakan, der ohne unsere frommen Väter, die armen Bauern, nicht da wäre, wo er heute ist. An der Macht.

Unsere Väter haben die Körper und das Leben der Töchter kontrolliert und verhüllt. Sie haben unsere Mütter unterdrückt und gequält. Wir waren als Mädchen und Frauen Trägerinnen dieses fundamentalen Scharia-Programms. Für die Aufzählung der ganzen Anachronismen könnte man unermüdlich Bücher mit bloßen Dokumentationen und Analysen füllen. Bücher darüber gibt es aber genug.

Jedes Jahr organisierten diese Bauern Jahreshauptversammlungen. Irgendwo in Europa. Sie füllten große Fußballstadien in Dortmund, München, Amsterdam, Paris, Brüssel… mit gläubigen Massen, die fanatisch jubelten und schrien, den Westen  allen voran die USA und Israel verteufelten und die Schari’a als die einzig erstrebenswerte Weltherrschaft verkündeten. Das waren keine Spaßveranstaltungen, die Scharia-Anhänger meinten es absolut ernst. Die Veranstaltungen und deren Inhalte sind dokumentiert und frei zugänglich.

Einige unserer Väter haben sich mittlerweile entschuldigt. Sie sind alt geworden und zeigen sich gemäßigt. Wir können nicht verzeihen. Denn den Grund für ihren Fanatismus und Männlichkeitswahn sehen sie nicht im Islam, sondern in der Kultur und ihren Müttern. Ja, sie machten die Frauen für ihr Fehlverhalten verantwortlich. Einige von unseren Vätern bereuen es teilweise, dass sie täglich ihre Frauen verprügelten und ihre Töchter zwangsverheirateten und unterdrückten. Dass sie die Trennung zwischen Religion und Kultur willkürlich zogen, zeigte aber den inneren Konflikt. Sie behaupteten das, was der auf den Westen beschränkte Kurswechsel des pseudomodernen Islam von sich verkündet. Der Islam sei Liebe, Barmherzigkeit und Frieden. Die armen Bauern hätten auf unsere Mütter eingeprügelt und die Töchter so früh wie möglich in hässlichen Kopftüchern verhüllt, weil sie den Islam falsch verstanden hätten und unwissend gewesen, eben Bauern gewesen wären. Doch das stimmte überhaupt nicht. Diese Bauern waren nicht dumm, sondern dogmatisiert, überzeugt und politisiert. Sie waren machtorientiert und von der Sache des Islam besessen. Sie und wir wissen ganz genau, dass ihre politischen Leitlinien, die niedergeschrieben und geistig verinnerlicht wurden, nach wie vor so zäh und gültig sind, wie damals auch.  Die Publikationen und Glaubenssätze wurden nie einer kritischen Revision unterzogen. Die Schriften und Reflexionen, die Aufklärung und zeitliche Anpassung erkennen lassen, fehlen vollständig. Ihre Entschuldigungen blieben folglich müde Lippenbekenntnisse. Allah ist immer noch der Herrscher der Welten. Der Koran ist immer noch das einzig ernstzunehmende Gesetzesbuch. Die Schari’a immer noch das heilsversprechende Gegengewicht zum dekadenten Westen. Und jetzt wo der Islam so richtig in Fahrt gekommen ist, sind die Anhänger auch bereit, übergangsweise herrschende Normen und Werte zu übernehmen und einen Kompromiss einzugehen. Sie sind auch bereit, ihre Töchter ohne Kopftuch herumlaufen zu lassen. Das ist eine Entwicklung, aber keine verschriftlichte und festgelegte, sondern eine undefinierte Der Kompromiss , den die gemäßigten Polit-Islamisten eingehen, ist nicht das Ergebnis einer Säkularisierung und eines glaubwürdigen Umdenkens. Der Koran ist das geblieben, was er im 7. Jahrhundert auch gewesen ist. Ein herrschaftsorientiertes Führungs- und Handlungsbuch, das für den Erfolg einer reaktionären Graswurzelbewegung gesorgt hat. Das ist komisch und beängstigend. Diese Bauern und ihre  politischen Führer haben aber einen elementaren Fehler gemacht. Die sogenannte Takkiya (erlaubte Trugpolitik) setzte viel zu spät ein. Die kämpferische Jihad-Rhetorik im nachhinein zu besänftigen, überzeugt höchstens außenstehende Menschen ohne Kenntnisse über den realen Islam. Islamophobie ist nicht zufällig ein Kampfbegriff, genauso wie der Begriff des Generalverdachts.

Das ist das Ergebnis der islamischen Frömmigkeit einer gewachsenen Gemeinschaft, die nur das gemacht hat, was sie nach der Logik des Korans machen musste. Nämlich sich kollektiv dem Herrschaftssystem manifestiert im Koran zu unterwerfen und gemeinschaftlich gegen den Unglauben zu wachsen. Das haben unsere frommen Väter, die armen Bauern, erfolgreich getan. Und nun? Redet man sich gegenseitig den herrschaftsorientierten und menschenfeindlichen Islam weiter schön oder stellt man den realen Islam endlich auf den längst hinfälligen Prüfstand der allgemeinen Menschenrechte, insbesondere der fehlenden Frauenrechte? Es geht um’s Prinzip.

 

36 Responses to Ayse Duygu: Über unsere frommen Väter, die armen Bauern

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Jacques Auvergne

Januar 25th, 2013 at 22:49

Was für ein wichtiger Text: die patriarchalisch beHERRschten Generationen in ihrem Machtspiel und Suchen nach Entschuldigungen ebenso im Blick wie die allgemeinen Menschenrechte, die wiedererstarkende Schariabewegung und den knapp 1400 Jahre alten koranischen Befehl.

Danke – das ist ein ganz wichtiger Text. Den werde ich morgen noch mal lesen.

(Wirklich gute Texte soll man nämlich zweimal lesen.)

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Großer Bauernkomplex

Januar 26th, 2013 at 03:41

Naber Aischi, du süße schnuckelige Bauerntochter. Hast du die Berge deiner Ahnen vermisst? Wie schön wäre es, wenn du jeden Morgen die Kühe und Ziegen melken könntest, nicht wahr? Doch stattdessen musst tu vor aller Welt leiden und dein Schicksal beweinen. Das tut mir im Herzen weh, wenn ich deine anatolischen Wehklagen lese.

Aischi, verlorene Bauerntochter, die Berge Anatoliens haben dich trotz allem lieb und warten auf deine Rückkehr. Sei bitte nicht mehr so traurig. Güle güle, Aischi, köylü güzeli, die hübscheste Bauerntochter Anatoliens.

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Emanzipatorische Bauernbefreiungsgarde

Januar 26th, 2013 at 05:24

Genossin Ayse,

die Emanzipatorische Bauernbefreiungsgarde fühlt sich nach dieser wichtigen Lektüre aufgefordert, sich dem Problem zu stellen. Sie wird sich ab sofort um die weltweite Befreiung der Bauern vom religiösen Männlichkeitswahn kümmern. Wir werden als Emanzipatorische Bauernbefreiungsgarde solange kämpfen bis wir die Männlichkeit aus dem letzten Bauern ausgetrieben haben.

Für die männerbefreite und feministische Bauerngesellschaft strebt die Emanzipatorische Bauernbefreiungsgarde.

Herrschaftsfreie und emanzipierte Grüße!
Emanzipatorische Bauernbefreiungsgarde

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Miliz der freien und alternativen Bauern

Januar 26th, 2013 at 06:19

Auch unsere Milizgruppe der freien und alternativen Bauern möchte sich diesem Kampf gegen reaktionäre und religiöse Bauernkräfte anschließen und die totalitäre Bauerngesellschaft von ihren Faschisten befreien.

Für ein freies, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben aller Bauern.
Siegessichere Grüße
Miliz der freien und alternativen Bauern

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Thomas Holm

Januar 26th, 2013 at 11:29

Genialer Text !

“Es geht um’s Prinzip.” – Und das heißt in Westeuropa natürlich Feigheit.

Und ansonsten Tragik: Bevor weitere Bauernaufklärung einsetzen kann, kommt die große Politik über Bauern und Söhne und zerreißt sie von der AKP bis zur PKK über die Syrienfrage in einen, bzw. mehrere Bruderkriege.

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Stefan Wehmeier

Januar 26th, 2013 at 11:33

An die Armen und die Dummen

(Nag Hammadi Codex III,5 / Wiederaufnahme des Gesprächs) Der Herr sagte: “Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen.”

Heute, am Ende des zivilisatorischen Mittelalters, haben zwei Sorten von Menschen überlebt: die Armen und die Dummen. Letztere wollen auf Kosten anderer leben, damit andere nicht auf ihre Kosten leben; und die Armen können sich nicht vorstellen, auch einmal etwas zu besitzen, ohne denen, die auf ihre Kosten leben, etwas wegzunehmen.

Zivilisiertes und intelligentes Verhalten ist mit den folgenden Worten überliefert,…

(an die Armen >) “Ihr habt gehört, dass gesagt ist: “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.
(an die Dummen >) Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.”

…wurde aber von den Armen nicht verstanden und von den Dummen schon gar nicht. Auch die zeitgemäße Übersetzung bereitet den Überlebenden noch immer die allergrößten Verständnisschwierigkeiten,…

(an die Armen >) “Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut.”
(an die Dummen >) “Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist.”

…sodass wir nur auf den Zeitpunkt warten können, an dem die reale Angst vor Armageddon größer wird als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem “Verlust” der Religion.

Jüngstes Gericht

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Figen

Januar 27th, 2013 at 02:26

Eine passende Doku über die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs.
http://www.youtube.com/watch?v=EtWjumM5G88

Ab 2:39 die IGMG Jahreshauptversammlung in Ajax Amsterdam 1997 mit den Führern Erbakan und Erdogan. Mindestens Elif war bestimmt auch mit dabei!?

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Elif

Januar 27th, 2013 at 06:00

Danke Figen, der Link passt ganz gut zum Inhalt, war das in Amsterdan 97 oder 96? Ich war leider auch da. 🙂 Wenn du noch mehr solche passenden Dokus findest, wäre das super. LG
Elif

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Elif

Januar 27th, 2013 at 20:05

@Großer Bauernkomplex
@Emanzipatorische Bauernbefreiungsgarde
@Miliz der freien und alternativen Bauern

Sonst habt ihr aber keine Probleme oder?

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Die große Bauerninvasion - Stop die Rache der Bauern

Januar 28th, 2013 at 04:57

@@@Elif

Nein haben wir nicht, die Probleme habt nur ihr. Wir versuchen nur den Bauer in uns zu bändigen. Aber wir geben zu, das fällt uns nicht immer leicht. Also die Bauern haben ganz offensichtlich Mist gebaut. Eure Väter also. Was für Schlüsse sollen wir daraus jetzt ziehen?

Nach intensivem Studium von den Inhalten, die ihr ultimativen Freigeister so fabriziert, und der rübergebrachten Kernbotschaft, gibt es eigentlich nur eine Lösung. Sag uns bitte, aufgeklärte und überentwickelte Elif, was hälst du von unserer Idee?
– Wir erklären alle nicht-zivilisierten, (das definiert ihr natürlich, wer alles darunter fällt), zu bedrohlichen und hinterhältigen “Untermenschen” und rotten sie aus? Komplett. Die kulturelle Entwicklung der modernen Menschheit kann dann ungestört weitergehen. Ausgeschriebenes Fazit, was ihr eigentlich übermitteln wollt, so intelligent und emanzipiert wie ihr seid.

Das wäre eine Endlösung gegen die umgeschichteten und reduzierten Probleme der Moderne. Gibt es doch zu, es gibt zuviele überflüssige Menschen auf diesem Planeten. Kein Bock, das epochale Glück einer auserwählten Menschheitsrasse unnötig in Frage zu stellen und es zu gefährden, also gehen wir den rationalen Weg und die wäre ganz einfach: Ausrottung. Auch eine rationale Erfindung der Moderne. Sie kann das auch. Zivilisiert wie sie ist, die Moderne. Herzlichen Glückwunsch, liebe Elif, die Assimilation ist dir hervorragend gelungen. Und warum du mit solchen Positionen kein Gehör von entsprechenden Kreisen findest, weißt du sicherlich auch. Weil Herrenmenschentum, Verkürzung des Denkens und so eine Selbstüberzeugung widerlich sind und nicht ungefährlicher werden, wenn sie von Menschen mit entsprechendem Hintergrund geäußert werden.

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Jacques Auvergne

Januar 28th, 2013 at 18:42

@Die große Bauerninvasion

Mein lieber gleichwertiger Mitbürger und Mitmensch,

wer die allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 10. Dezember 1948) für wichtig hält, kann deinem Ansinnen (“Wir erklären alle nicht-zivilisierten … zu bedrohlichen und hinterhältigen ‘Untermenschen’ und rotten sie aus … komplett.”) nicht nachkommen.

Die AEMR stellt niemanden höher oder tiefer, anders als die Scharia, nach der ein Dhimmi oder Harbi sittlich minderwertig lebt und deswegen zu verachten (Scheich Bin Baz) oder zu hassen (Scheich al-Fauzan) ist. Nach Allahs Gesetz ist sogar der muslimische Mann über die Frau gestellt; Imam al-Ghazali betont, dass die Ehe für die Frau eine Art von Sklaverei ist.

Wenn es kulturellen Rassismus gibt, gehören das verstaatlichte Schariasystem und das Menschenbild nach Koran und Sunna dazu! Die Universalität der Menschenrechte kennt, anders als Kalifat bzw. Dhimmitude, eben gerade keinen Dünkel, “einer auserwählten Menschheitsrasse” (OT Die große Bauerninvasion) anzugehören.

Wie die von mir als eine schariagehorsame Dschihadistin eingestufte Kommentatorin proud exmuslima1995 hier vor ein paar Tagen, versuchst leider nun auch du, uns Menschenrechtsuniversalisten in die Logik des Hasses und der Ungleichbehandlung hineinzuziehen, in das, was Südasien als two-nation theory (Zwei-Nationen-Theorie; Ali Jinnah) islamrechtlich einwandfrei zerspaltete.

Dein uns empfohlenes Prinzip der “Ausrottung” betrieb man vor knapp 14 Jahrhunderten in Mekka und Medina ganz erfolgreich, innerhalb von wenigen Jahren gab es keine Polytheisten mehr und auch keine Juden oder Christen. Du willst vielleicht ausrotten – das solltest du unbedingt bleiben lassen; wir wollen auf jeden Fall niemanden ausrotten, sondern das für alle geltende und jeden gleich behandelnde Gesetz durchsetzen, das auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele zugegebenermaßen völlig verzichtet.

Für heilssichernde Ungleichbehandlung von Mann und Frau ist im deutschen GG (23. Mai 1949) kein Raum. Es ist vielmehr so, wie du als Fundamentalist schon befürchtet hast:
100 % AEMR bedeutet
0 % Scharia.

Mit freundlichen Grüßen
Jacques Auvergne

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Gegen die grassierende Bauernfeindlichkeit der Gebildeten

Januar 28th, 2013 at 20:19

Ganz schön abgehoben. Diese Arroganz ist typisch für Menschen, die das Leben nur aus Büchern kennen und keine wirklichen Probleme haben. Ohne Landwirte würden alle dumm in die Röhre gucken. Bauern sind keine schlechten Menschen. Das ist gemein. Früher mussten Studenten ein Praktikum auf einem Bauernhof absolvieren, bevor sie studieren konnten. Das sollte man wieder einführen, damit man die Bauern auch versteht.

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Eckhardt Kiwitt, Freising

Januar 28th, 2013 at 20:52

::
@ Gegen die grassierende Bauernfeindlichkeit der Gebildeten: 28. Januar 2013 at 20:19

— Früher mussten Studenten ein Praktikum auf einem Bauernhof absolvieren, … —

Hast Du Dich schon für’s Praktikum angemeldet ?
::

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Thomas Holm

Januar 28th, 2013 at 23:39

Zum neuesten Stand der Dinge um internationale Arbeiter und Bauern:

SHAZIA MIRZA, die genialste lebende britische Comedienne:

http://www.youtube.com/watch?v=B7ecybjxo4g bis Min. 3.30

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Gegen die Bauerninvasion - Keine Macht den armen Bauern

Januar 29th, 2013 at 03:50

@Jacques Auvergne

Du verweist auf die AEMR und stellst ihr die Scharia gegenüber. Das machst du gut. Die Argumentation ist fundiert.

Elif beschwört an anderer Stelle, dass der break event point des Islam schon erreicht wäre.

“Ayse Duygu” rechnet ausgiebig mit ihrem fundamentalistischen und armen Bauernvater ab. Sie leidet darunter, was der Vater in die Welt hinausggetragen hat.

Der Islam, den ihre frommen Väter, die armen Bauern, stärkten, ist so gefährlich geworden, dass die islamischen Prediger mittlerweile komplett die Richtung verloren haben. @Ayse Duygu, du kennst den bekannten Scharia-Anhänger, Adnan Oktar bzw. Harun Yahya, bestimmt auch?

http://www.youtube.com/watch?v=j-Y86jwKtkg

Was haben, Ayse Duygu, eure frommen Väter, die armen Bauern, nur falsch gemacht? Und zu welchen Greueltaten ist der Koran eigentlich noch fähig? Die Islamisierung in der Türkei ist nicht mehr aufzuhalten. Die Ängste sind sehr berechtigt. Wir werden den frommen Vätern, den armen Bauern auch nicht mehr verzeihen. Wer für solche Szenen wie im obigen Film gesorgt hat, hat wirklich keinen Respekt verdient!

Im Ernst.
Das wichtigste, was man hier sehr gut ablesen kann, ist, dass Globalisierung für alle Parteien eine Tragödie ist. Und die zerrissenen Damen, eingeengt zwischen den Kulturen und Welten, schreien förmlich nach Befreiung, Heimat und Zugehörigkeit. Das erregt Mitleid. Vielleicht ist es doch besser,
“Gute Heimreise” zu sagen. Die Heimat “Türkei” ist nicht das schlechteste Land. Den Frauen geht es auch besser als in anderen islamischen Ländern. Kopftücher müssen sie auch nicht tragen. Frei sind sie. Wahrscheinlich auch nicht ganz unglücklich.

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Mathias Diehl

Januar 29th, 2013 at 10:00

Super Text, macht weiter so! Ich bin immer wieder erstaunt über Eure Analysen.

Und beachtet die hier herumalbernden “Bauerntölpel” nicht so sehr (ist wahrscheinlich nur einer). Solche Trolle gibt es überall, besser sie toben sich im Kommentarbereich aus als auf der Strasse, in der U-Bahn oder sonstwo im echten Leben. Das seh ich auch bei anderen Blogs so, z.B. bei PI-news.

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Machandelboom

Januar 29th, 2013 at 13:09

Globalisierung wollen alle beide; das
Problem: es gibt nur einen Globus …
Die AEMR will Globalisierung,
Allah will auch Globalisierung

einstige Kalifatstaat-Bewegung, Köln

http://www.youtube.com/watch?v=7avuPc_ULnQ&list=UUAjH3mBp66S3jQ0kDHa-ATg&index=3

Köln, Hilafet Devleti; bei Min 0:09 (neunte Sekunde) Frau nicht nur im schwarzen Tschador, sondern sogar mit Gesichtsschleier (Niqab)

http://www.youtube.com/watch?v=H1Y8wDe0BLc

Bauer ist heutzutage vielleicht auch abstrakt zu verstehen, ein Symbol für Ewiggestrige und Beratungsresistente? Vielleicht gibt es inzwischen überall auf der Welt auch ein paar konkrete Bauern, noch wenige sicherlich, die die allgemeinen Menschenrechte (AEMR) von 1948 besser finden als die vor mehr als dreizehn Jahrhunderten “in Kraft getretene” Scharia?

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Machandelboom

Januar 29th, 2013 at 14:43

@Die große Bauerninvasion – Stop die Rache der Bauern
@Gegen die grassierende Bauernfeindlichkeit der Gebildeten
@Gegen die Bauerninvasion – Keine Macht den armen Bauern

Bauer ist ein Arbeitsplatz … vor 200 Jahren waren sogar die meisten Westeuropäer oder Nordamerikaner in der Landwirtschaft tätig und nicht in den noch gar nicht vorhandenen großen Fabriken.

Unsere kleine Farm … auch als Karl Marx sein Kommunistisches Manifest schrieb, 1848, war Deutschland noch sehr vom Ackerbau geprägt (obschon die erste Dampfmaschine in einem preußischen Bergwerk seit 1785 Wasser abpumpte).

Coalbrookdale ist eine der Ur-Zentren Industrieller Revolution, dort gab war der erste mit Koks gefeuerte Hochofen; Gemälde aus dem Jahre 1801.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/42/Philipp_Jakob_Loutherbourg_d._J._002.jpg
Ciftci, whose name means “farmer” – etymologisch gehört Çiftçi zum bäuerlichen Arbeitsgerät Nummer Eins, dem Ochsengespann, und meint Bauer.

çiftçi, siehe im Text zu “Landwirt”, türkisches Wiki
http://tr.wikipedia.org/wiki/%C3%87ift%C3%A7i

Mohammed aber besteuerte (gemein) die Bauern, und das späte, osmanische Kalifat ist auch das agrarisch geprägte Sozialsystem der Paschas und Aghas. Leute wie Fethullah Gülen halten es für fortschrittlich bzw. für sittlich (islamisch) geboten, die Türken der Zukunft in ein solches erneuertes Kalifat einzusperren.

Werfen wir einen Blick auf einen islamrevolutionären “Çiftçi”, ein Urenkel fleißiger Tschiftschi-Bauern, oder jedenfalls auf jemanden, der zufällig diesen altehrwürdigen Nachnamen trägt. Dieser neo-osmanische Neo-Bauer wohnt in Braunschweig, trieb sich im jugoslawischen Bürgerkriegsgebiet für die inzwischen verbotenen IHH herum und wurde später radikalislamischer (urgemeindlicher, “salafistischer”) Scheich beim rotbärtigen Saudi-Prediger Pierre Vogel.

Auch Ciftcis Vater war Islamaktivist, ein Funktionär bei Millî Görüş. Franz Feyder weiß am 09.09.2011:

Und Mohammed Seyfundin Ciftci aus Braunschweig, der nach Unterlagen der kroatischen Polizei vom Jahr 1993 an auf den kroatischen und bosnischen Schlachtfeldern unterwegs war. Die Nachrichtendienste aller drei am Krieg beteiligten Balkanländer beschuldigen ihn, Dschihadisten besonders nach Zentralbosnien geschleust, sie unterstützt und versorgt zu haben.

Heute nennt sich Mohammed Seyfundin Ciftci „Scheich Abou Anas“, versucht in sogenannten Islamseminaren in Moscheen und im Internet Menschen zum Islam zu bekehren. Und: Er hatte Kontakt zu allen muslimischen Terroristen, die seit Beginn der 2000er Jahre in Deutschland verurteilt wurden. Im Internet wirbt er unter anderem für seine regelmäßig stattfindenden Vorträge in Stuttgart-Zuffenhausen und in Pforzheim.

Dem Verein „Einladung zum Paradies“, dessen Verbot das Bundesinnenministerium in Berlin durchsetzen will, gehört er als geistlicher Berater an. Er wirbt auf einer Website für Pilgerfahrten nach Mekka – im November dieses Jahres will er eine solche Hadsch-Reise zusammen mit den Stars der deutschen Salafisten-Szene – Pierre Vogel, Sven Lau und Efstathios Tsiounis – antreten.

Ein Braunschweiger Gewerbegebiet, roter Klinker, zwei Garagen. Hinten in der Ecke das angebaute Wohnhaus. Ciftci geht humpelnd voran ins Wohnzimmer. Eine Kriegsverletzung aus Bosnien sagen die Nachrichtendienste auf dem Balkan. Ein Unfall, sagt Ciftci. Warum er Kontakt zu den Sauerland-Attentätern gehabt habe? „Ich bin Seelsorger. Da muss ich mich um alle kümmern, die zu mir kommen und den wahren Weg beschreiten wollen.“ Wie erklärt er sich, dass die Zünder für die Bomben der Sauerland-Attentäter von dem damals 14 Jahre alten Aladine T. im unmittelbaren Umfeld seiner Moschee übergeben wurden? „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Wir haben dem Jungen sofort Hausverbot für unsere Moschee gegeben.“ Was er in Bosnien gemacht habe? „Humanitäre Hilfe geleistet.“

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.islamisten-handgranaten-auf-der-einkaufsliste-page2.108c9d40-947a-4083-a6af-0231ef2f4237.html

Auf der Homepage des ex-bäuerlichen Scheichs bzw. geistesgeschichtlichen Immer-noch-Bauern erfährt Näheres zu Muhammed Seyfudin Ciftci genannt Abu Anas:

Im 1992-1994 (Jahre 1413-1415 n.H.) war er aktiv im Bosnischen Kriegsgebiet als Sozialarbeiter der internationalen humanitären Hilfsorganisation tätig.

Ab 1994 (1415 n.H.) begann er den Islam nach der Glaubenslehre der Salaf ul`Umma zu praktizieren.

Bis zum Jahre 1998 (1419 n.H.) suchte er europaweit verschiedene Imame auf, um von ihnen die Grundlagen der Aqida zu lernen.

1998-2006 (1419 1427 n.H.) Verwirklichte sich endlich sein Wunsch an der Islam Universität Medina in Saudi Arabien Islamische Rechtswissenschaft zu Studieren. Er lernte bei vielen namenhaften Sheikhs.

http://www.abuanas.de/biographie

Kleriker al-Uthaimin sowieso. Ferner Scheich al-Munajjid (der von Islam Q&A) auf Deutsch

http://www.moscheeverlag.de/index.php?cat=c3_Glaubensgrundlagen.html&XTCsid=e3d7a6a940ba892520cf506c0883cc16

for turkish readers: El-Müneccid = Scheich al-Munajjid

http://www.moscheeverlag.de/index.php?cat=c26_FIKIH-FIKIH.html

Abdurrahman Al-Sheha (asch-Schiha), sein Frauen im Schutz des Islam steht auf dem Index jugendgefährdender Schriften; Moscheeverlag vertreibt zwar nicht das beanstandete Buch, aber den Autoren ungerührt: Islam & Sexualität

http://www.moscheeverlag.de/product_info.php?info=p520_islam—sexualitaet.html

Gesicht zeigen ist vielleicht nicht ganz halal, jedenfalls für die fromme Frau an Rhein oder Elbe? Kein Problem, für nur € 12,00 gibt`s den vierlagigen XXL-Niqab in spirituellem Dunkelblau, exklusiv bei Moscheeverlag (im Ernst: Schade, dass Herr Ciftci keinen trägt)

http://www.moscheeverlag.de/index.php?cat=c38_Islamische-Kleidung.html

Das Problem ist nicht das Ochsengespann oder dessen technisierte Ausführung namens Trecker. Das Problem ist das mentale Bauerntum, die geistige Software für`s Neo-Kalifat.

Wo es keinen Sozialstaat gibt, herrschen die Stämme, erregt die erste Menstruation des Mädchens sexualmagische Ängste bei Eltern und Geschwistern, werden die Ehen arrangiert, verlieben sich die Töchter “ganz zufällig” in ihren Cousin und so weiter.

Ob Istanbul oder Berlin, Islamisierung ist die Rückkehr der Stämme.

Mit besten Grüßen an Free Minds
Machandelboom

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anti-femen

Januar 29th, 2013 at 20:40

Ich (19) wollte mich eigentlich für euer secret meeting anmelden, aber nach diesem Text wurde mir richtig schlecht. Soviel Verachtung und Hass haben mich abgestoßen. Ich habe mir eure Seite richtig angeguckt und muss sagen, ihr seid richtig sexistisch. Das Frauenbild, was ihr rüberbringt, ist nicht emanzipiert, sondern richtig erniedrigend. Frauen sind von der Burka genauso abgestoßen wie von den femen Frauen, die sich mit ihren männerkonformen Titten zeigen. Ihr seid richtig extrem. Ihr solltet normaler werden. Das würde mich überzeugen.

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Cees van der Duin

Januar 30th, 2013 at 18:39

::

Hallo anti-femen,

schon in Fragen der Kunst gehen die Meinungen über akzaptablen Geschmack auseinander, und hier geht es ja sogar um einen politischen Protestaktion. Was femen macht, ist aber gerade nicht sexistisch. Wenn eine deutsche Kellnerin oder Stewardess aus Sicht ihres Arbeitgebers bei der Berufstätigkeit tiefen Ausschnitt oder kurzen Rock tragen MUSS, während die Herren zugeknöpft bis zur Krawatte und zu den Manschettenknöpfen gaffen dürfen, dann ist das Frauenfeindlichkeit und Sexismus. Wenn (“sex sells”) irgendein Kommerz-Produkt mit einer nackten Frau garniert wird, dann ist das Sexismus. Prostitution ist Sexismus. Was femen macht, ist zwar manchmal provokant und immer sehr mutig, aber gleichheitsfeministisch orientiert.

Die Texte der Free Minds halte ich für sehr ausgewogen und sachlich und kann dir die Lektüre dieses Blogs hier sehr empfehlen, um zu lernen was gleichheitsfeministische, aufklärungshumanistische und menschenrechtsuniversalistische NORM ist.

Lies doch mal dieses hier; die Freundin des dissidenten ägyptischen Bloggers Karim Amer wird auch genannt, Kunststudentin Aliaa Magda Elmahdy:

Nacktheit ist im Islam extrem eingeschränkt. Es existieren eine Reihe von Regeln über die korrekte Bekleidung.

Der Bereich des Körpers, der in der Öffentlichkeit nicht zu sehen sein soll, also der definierte Schambereich, heißt Aura (‏عورة). Die Regeln hierzu sind in den Hadith-Sammlungen ausgeführt, die in ihrer Gesamtheit die Sunna ergeben, einem der wichtigsten juristischen Bezüge im Islam. In der Tradition der Sunniten reicht die männliche Aura vom Nabel bis zu den Knien. Für Frauen gibt es verschiedene Klassifikationen zur Aura. Traditionell ist die Aura der Frau aber auf ihren gesamten Körper bezogen. Uneinigkeit besteht darin, ob das auch für das Gesicht, Hände und Füße zutrifft. Für Sklavinnen daneben galt die Aura des Mannes.

In der Öffentlichkeit tragen die meisten muslimischen Frauen den Hidschab und lange Kleidung, die den größten Teil ihres Kopfes und Körpers bedeckt, wobei nur Hände und Gesicht zu sehen sein dürfen. Weniger streng ist das vor der eigenen Familie, wie Eltern, Kindern oder Geschwistern. Allein der Bereich zwischen Brust und Oberschenkel muss dort bedeckt bleiben.

Die in manchen islamischen Ländern gültige Scharia kennt noch schärfere Gesetze. Allerdings variiert der Grad der Bedeckung auch mit der Auslegung der Scharia und den örtlichen Gepflogenheiten. In der Türkei ist die traditionelle Form des Hidschab der Çarşaf, im Iran und bei den irakischen Schiiten der Tschador. In arabischen Ländern wird der Dschilbab mit einem Niqab genannten Gesichtsschleier kombiniert. In Pakistan und Indien wird der Parda getragen.

Die Darstellung von Nacktheit ist ebenso limitiert, da es Regeln zur allgemeinen Bildervermeidung in der islamischen Kunst gibt. Diese stehen in dieser Form auch in den Hadith-Texten und nicht im Koran. Daraus resultiert eine starke Tendenz zu nichtfigürlichem, ornamentalem Dekor in der islamischen Kunst. Da es keine eindeutige Grenze zwischen sakraler und profaner Kunst gibt, bleibt dieses Vermeidungsgebot nicht auf religiöse Orte beschränkt.

Dass es heute ein großes Spannungsverhältnis zur Nacktheit in islamischen Gesellschaften gibt, ist an manchen Fällen zu beobachten. So erklärte Anfang 2006 ein ägyptischer Rechtsgelehrter, dass Nacktheit beim Sex jede Ehe ungültig mache, woraus eine breite öffentliche Debatte resultierte. Jedoch regelt weder der Koran noch die Überlieferungen des Propheten, ob oder wie die Geschlechtsteile beim Sex bedeckt bleiben sollen.

2010 protestierten Muslime in den USA, dass Körperscanner an Flughäfen islamisches Gesetz verletzen würden. Die Fiqh Council of North America erließ hierzu ebenfalls eine Fatwa. Darin hieß es: „Der Islam betont die Zurückhaltung (Haya) und deren Bedeutsamkeit für den Glauben. Der Koran sagt den Gläubigen, Männern wie Frauen, dass sie ihre Geschlechter bedecken sollen.“ In den USA wurde darauf die Möglichkeit eingeräumt, sich abtasten zu lassen.

Ende 2011 stellte eine ägyptische Kunststudentin Fotos ins Internet, die sie nackt darstellen. Die Fotografien, mit denen sie gegen die Ungleichbehandlung der Frauen protestierte, lösten einen breiten Protest im Land aus.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nacktheit&stable=0&shownotice=1&fromsection=Islam#Islam

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oder hier:

In ihrem Twitter-Profil bezeichnet sich Mahdi als “säkulare, liberale, feministische, vegetarische, individualistische Ägypterin.” Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sind die gewagten Nacktbilder zwar Mahdis spektakulärste, aber nicht ihre erste provokante Aktion. Zusammen mit ihrem Freund, dem Blogger-Aktivisten Karim Amer, stellte sie demnach ein Video ins Netz, das zeigt, wie die beiden aus einem öffentlichen Park herausgeworfen wurden, weil sie ihre Zuneigung offen gezeigt hatten. Blogger Amer hat wesentlich mehr Erfahrung mit gesellschaftlicher Provokation. Er saß bereits mehrere Jahre im Gefängnis, weil ihm die Behörden vorwarfen, den ehemaligen Präsidenten Mubarak und den Islam kritisiert zu haben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/politischer-akt-nackte-studentin-erzuernt-aegypter-a-798556.html

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Nudity is strongly frowned upon in Egyptian society, even as an art form. Elmahdy’s posting is almost unheard of in a country where most women in the Muslim majority wear the headscarf and even those who don’t rarely wear clothes exposing the arms or legs in public.

Elmahdy wrote on her blog that the photographs – which show her standing wearing only stockings – are “screams against a society of violence, racism, sexism, sexual harassment and hypocrisy.” The blog has received 1.5 million hits since she posted the photos earlier this week.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4149840,00.html

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wie es hierzulande & heutzutage juristisch aussieht:

In Deutschland ist die öffentliche Nacktheit wie in den meisten Ländern nicht ausdrücklich verboten. Durch gerichtliche Entscheidungen ist die „Nacktheit in Strandnähe“ in Deutschland faktisch legalisiert. Anderswo kann die Nacktheit als Ordnungswidrigkeit („Belästigung der Allgemeinheit“, § 118 ]OWiG, früher als „grober Unfug“ geahndet) mit einer Geldbuße bis zu 1000 Euro belegt werden. Die Nacktheit in freier Natur gilt als juristischer Grenzfall – faktisch kommt es darauf an, ob jemand behauptet, belästigt zu werden und deswegen Strafverfolgung verlangt, was sehr selten ist.

Eine breitere Aufmerksamkeit erlangte die Frage nach dem Recht auf Nacktheit oder die Pflicht zur Kleidung durch das Nacktjoggen. § 118 OWiG führt aus: „Bloße Ärgernisse, geringfügige Belästigungen oder Verhaltensweisen, die lediglich von den gängigen Vorstellungen über Erziehung und Geschmack abweichen, bewirken keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und können daher nicht mit Mitteln des Ordnungsrechts reguliert werden.“ Die juristische Sichtweise, dass von öffentlicher Nacktheit eine mehr als nur geringfügige Belästigung ausgeht, ist somit fragwürdig. Die Nacktheit in der eigenen Wohnung sowie auf dem eigenen Grundstück ist grundsätzlich erlaubt, auch bei Einsehbarkeit der Wohnung zum Beispiel durch fehlende Vorhänge.

Die Nacktheit im öffentlichen Raum wird aber meist nach den Polizeigesetzen der Länder als Verstoß gegen die öffentliche Ordnung angesehen und mit einem sog. Platzverweis geahndet.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nacktheit&stable=0&shownotice=1&fromsection=Islam#Juristische_Aspekte_.C3.B6ffentlicher_Nacktheit

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andere Kulturen als die vom sexistischen Islam beherrschten hatten andere Vorstellungen von Bekleidetsein als Burka oder jedenfalls Hidschab – wagst du es zu sagen, die Nuer oder Himba oder Papua oder Aboriginees seien nicht normal, würden eine abnorme Kleidung tragen? Oder sich frauenfeindlich-sexistisch verhalten? Nein, ich denke (und hoffe), dass du das nicht sagst.

Nuer (Sudan)

http://images.artnet.com/artwork_images_1050_107976_hugoadolf-bernatzik.jpg

Himba (Namibia)

http://m5.i.pbase.com/o6/15/700115/1/87190365.GJTQeLBl.Himba_woman_with_child.jpg

Papua (Neu-Guinea)

http://lh6.ggpht.com/CGRXI5hSJKo6s8jVYYE3YIzoQQRqQ-PzUsuMBCcb9LjCJKkAzT7BPWkxs6Zw4Fst0WWDWE7im3pvLD5MwhwdSv0=s285-c

Aboriginees (Australien)

http://cache.virtualtourist.com/6/2611987-Anangu_Women_greet_Uluru_visitors_Uluru_National_Park_Ayers_Rock.jpg

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Jetzt lies noch mal die AEMR
(Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948 –
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

http://www.un.org/depts/german/grunddok/ar217a3.html

Grüße, Cees

::

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Ayse

Januar 31st, 2013 at 09:31

@anti-femen
“Das Frauenbild, was ihr rüberbringt, ist nicht emanzipiert, sondern richtig erniedrigend. Frauen sind von der Burka genauso abgestoßen wie von den femen Frauen, die sich mit ihren männerkonformen Titten zeigen. Ihr seid richtig extrem. ”

Frau stockkonservative anti-femen, jetzt hast du es uns richtig gegeben und wir sind so richtig traurig, dass du nicht kommst. Warum kommst du nicht?

Weil die femen-Frauen mit ihren richtig “männerkonformen Titten” statt für hohe Gagen für Playboy-Männerphantasien zu posieren, womit solche Eva Herman und 3K-Frauen-Modelle wie Du grundsätzlich nie Probleme haben, sondern auf vorherrschenden Sexismus und globale Frauenprobleme aufmerksam machen. Bei der Wahl zwischen Femen und Burka bin ich für femen, sprich totale Nacktheit und Körperbejahung. Das andere Extrem begeistert eben nur reaktionäre HinterwäldlerInnen mit Minderwertigkeitskomplexen und grundsätzlicher Lebens- und Menschenfeindlichkeit.

Viel Spaß noch auf der Suche nach einem starken Traummann, der dich mit maximal 10Kindern erfüllen wird und von dem du dich und dein Lebensglück abhängig machen wirst. Aber bitte nach dem 2. Kind nicht wundern, wenn er dich nicht mehr toll findet und dich mit einer 40 jährigen, jüngeren Frau betrügt :P. Dann können wir dir in deinen Sinnkrisen und Selbstvorwürfen auch nicht mehr helfen.

Und danke, dass du uns deinen Besuch ersparst! Wir finden es immer besonders unangenehm, frauenfeindliche, irrationale und selbstüberzeugte Zicken auf der politischen Bühne persönlich zu treffen, die ihre Frauenfeindlichkeit offenbaren, indem sie anderen engagierten Frauen in den Rücken fallen, nur weil sie “männerkonforme Titten” haben.

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Elif

Januar 31st, 2013 at 19:35

Liebe Ayse,

diesen Kommentar finde ich etwas grenzwertig. Eine kleine Bitte hätte ich, könntest du dich von diesem aggressiven Aggro-Schreibstil befreien? Das ist wirklich nicht nett, wenn du Leserbeiträge so herabsetzt und die Schreiberin obendrauf beleidigst. Mit Kritik sollte man souverän umgehen. und sich erst Mal vor allem dafür bedanken, dass “anti-femen” nicht gezögert hat, ihre Gedanken mitzuteilen. Und femen ist keine heilige und globale Frauenbefreiungsbewegung. Wir wollen schließlich auch keine Nacktheitsdiktatur gegen das islamische Vermummungs-Diktat verteidigen. Die FEMEN-Frauen nutzen sehr erfolgreich die mediale Aufmerksamkeit und protestieren gegen Sexismus, Prostitution, religiösen Fanatismus usw. Wenn es Frauen gibt, die diese Methode nicht geeignet finden, sollte man das respektieren und sie nicht so anfahren. Das ist sehr unpassend. Und schade, dass “anti-femen” Morgen nicht zu unserem Secret Meeting kommt. Das wäre schön gewesen, sie kennenzulernen.

Deine Schreibweise wirkt leider meist arrogant, ist sehr aufdringlich und nervt auf Dauer. Ich hoffe echt, dass du deine Biographie nicht in diesem Stil verfasst!

Liebe Grüße
Elif

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Bauer sucht Frau

Januar 31st, 2013 at 21:55

Ayse? Willst du mich heiraten? Sag einfach ja, ich will!

Nach dem Lesen dieses Hilferufs versteht man sehr deutlich, was dir fehlt: Ein Bauer!

Ich glaube, dass du verzweifelt nach einem Bauern suchst, welcher ich bin. Für dich konvertiere ich sogar zum Feminismus und Marxismus.
Ich erlöse dich. Mail mich an, Ayse, bauersuchtfrau@hochzeit.eu. Wir werden gemeinsam ein glückliches Bauernleben führen und dir wird es bestimmt wieder besser gehen.

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Cees van der Duin

Februar 1st, 2013 at 17:55

Free Minds ist spitze und gesellschaftlich sehr wichtig, das gilt für alle vier Autorinnen. Jeder Mensch dosiert seinen Schreibstil sozusagen mit duftenden Gewürzen unterschiedlicher Schärfe, Ayse greift da schon mal zum Pfeffer wenn`s stürmisch wird, Elif schätzt auch in Extremsituationen Paprika. Wir Leserinnen und Leser schätzen diese geschmackliche Vielfalt und freuen uns immer wieder gerade auch am temperamentsbezogenen Unterschied zwischen der provokanteren Ayse und der besonneneren Elif.

Solidarisch
Cees

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ayhan

Februar 4th, 2013 at 10:53

@Ayse Duygu
Interessante Abrechnung.
Aber sei doch froh. Dein frommer Vater hat anscheinend alles richtig gemacht außer dir die notwendige Aufmerksamkeit zu geben. Wahrscheinlich hat er dich sehr vernachlässigt als er als armer Bauer in Hinterhofmoscheen die islamische Unterwanderung der Türkei organisierte.
Der Türkei geht es besser als zuvor. Gegen Ehrenmorde und Zwangsheirat ist die erzkonservative AKP Regierung die aktivste. Die Frauenhäuser und der Schutz vor Gewalt gegen Frauen werden öffentlich ausgebaut. Für eine islamistische Politik ganz schön paradox. Über die Quote der Frauen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft brauche ich dir sicherlich auch nichts zu erzählen. Seid Erdogan verzeichnet man aktive Maßnahmen im gesellschaftlichen Bereich für die Frauenrechte. Er scheint wohl vieles sehr pragmatisch anzugehen und nicht so wie du von oben herab.

Für den Fall aller Fälle hättest du einen Staat hinter dir, der dich beschützen würde und nicht eine elitäre Militärdiktatur, der dich verheizen lassen würde, denn sie war es im Wesentlichen, die mit den Feudalherrschern in Anatolien die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung verhinderte und für den Terror der unterdrückten Kurden gesorgt hatte. Alles nicht so einfach und geradlinig, aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Du bist noch sehr jung und wirst das alles vielleicht lernen. Kopf hoch, alles wird gut.

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Thomas Holm

Februar 4th, 2013 at 19:49

@ Große Bauerninvasion

“also gehen wir den rationalen Weg und die wäre ganz einfach: Ausrottung. Auch eine rationale Erfindung der Moderne.”

Und zwar von wem ?

“diese Völkerabfälle werden jedesmal und bleiben bis zu ihrer gänzlichen Vertilgung oder Entnationalisierung die fanatischen Träger der Kontrerevolution, wie ihre ganze Existenz überhaupt schon ein Protest gegen eine große geschichtliche Revolution ist.”

http://www.mlwerke.de/me/me06/me06_165.htm

Das macht Assad heute mit Teheran und für Putin.

Gemäßigte und radikale Muslime machen das miteinander gegenseitig –
und erklären den jeweils anderen für Juden-gesteuert.

Herzlichen Glückwunsch.

@ ayhan

Und Erdogan will Putin Avrasya-Club beitreten; viel Spaß, schöne Reise in den Untergang.

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Ayse

Februar 4th, 2013 at 23:50

@ayhan

Erdogan ist einfach nur größenwahnsinnig und machtsüchtig. Er ist ein unberechenbarer Islamist, der gar nichts gemacht hat außer die entsprechenden Schaltstellen mit seinen eigenen Leuten zu ersetzen. Wer auf Erdogan setzt, hat schlechte Karten. Außerdem weiß ich nicht, warum man Ketzerinnen aus dem muslimischen Kulturraum immer unterstellt, sie hätten nicht genug Liebe und Aufmerksamkeit erfahren und würden sich deswegen am Islam abarbeiten. Wie kommt man auf so eine irrsinnige Interpretation? Ich habe mehr als mir lieb war an familiärer Liebe und Aufmerksamkeit (inklusive Rundum-Überwachung) erfahren. An Liebe und Aufmerksamkeit hat es mir wirklich nicht gemangelt. Aber das war’s nicht, was ich von meiner Familie wollte, ich wollte einfach, dass sie meine Unabhängigkeit und Freiheit respektierten. Dazu zählten meine “ungläubigen” FreundInnen, meine Bedürfnisse und meine unislamischen Hobbys…

Es ist die natürlichste Reaktion von jeder vernünftigen Frau, sich aus einem repressiven Glaubenssystem zu entfernen, welches Frauen zu rechtlosen Sklavinnen ihrer männlichen Angehörigen erniedrigt.

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ayhan

Februar 5th, 2013 at 06:02

@Ayse Duygu

Ein Freigeist sollte aber auch wissen, dass dieses Größenwahnsinnige und Machtsüchtige im Regieren von modernen Nationen die charakterlichen Grundvoraussetzungen sind. Erdogan hat diese Bedingungen nicht “erschaffen”. Er macht das, was er in der Logik der Nationalstaaten machen muss.

Warum ich weiß, dass du keine Liebe und Aufmerksamkeit von deinem frommen Vater erfahren hast? Weil ich das eben durchschaue, was du hier treibst.

Alle Religionen haben überlebt, liebe Ayse. Der Islam ist genauso blutrünstig wie alle anderen auch. Aber Ideologien sind es auch. Zum Beispiel der Kommunismus nach K. Marx. Der Kapitalismus muss es nicht sein, er erweist sich als friedensstiftend. Wir leben in einer komplexen Welt und müssen nun zusehen, dass wir alle anständig und zivilisiert zusammenleben egal welcher Konfession, Ideologie und Weltanschauung die Menschen angehören. Kriege sind keine wünschenswerten Zustände oder? Bist du da auch einer Meinung?

@Thomas Holm

Tja Marx und Engels waren gestern.

In deinem empfohlenen Link heißt es ganz zum Schluss:
“Der nächste Weltkrieg wird nicht nur reaktionäre Klassen und Dynastien, er wird auch ganze reaktionäre Völker vom Erdboden verschwinden machen. Und das ist auch ein Fortschritt.”

Ach was? Meinte Engels etwa, der Holocaust an den Juden hätte ein Fortschritt sein können, wenn die reaktionären Aliierten nicht interveniert hätten? Vorher lässt er sich nämlich ausgiebig an den reaktionären Juden aus. Somit disqualifiziert man sich, wenn man meint, man wäre so fortgeschritten und zivilisiert, in Wirklichkeit aber auch nur ideologisch gefärbt ist, um ein vermeintlich fortgeschrittenes Weltbild zu schützen. Was macht Engels Worte denn nun so viel souveräner und fortgeschrittener als den Koran und das alte Testament? Das würde mich gerne interessieren.

Und wieso hängen die Menschen freiwillig am alten Testament oder dem Koran an als an Marx und Engels? Oder werden sie dazu gezwungen? Wenn ja von wem?

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Thomas Holm

Februar 5th, 2013 at 10:41

@ ayhan

Nicht, dass wir uns missverstehen; Sie sagten; und das zitierte ich:

“Ausrottung. Auch eine rationale Erfindung der Moderne.”

Daraufhin brachte ich das Marx-Zitat (was nicht sehr bekannt ist) woraufhin ich Ihre Erwiderung, dass:

“Marx und Engels waren gestern”

nicht ganz treffend finde, denn ich wollte durchaus bestätigen, dass Ausrottung in der Moderne noch mal auf Vordermann gebracht worden sind; und eben auch von Marx.

(Das Thema wird kritisch diskutiert in der Dokumentation “The Soviet Story” bei youtube)

“Was macht Engels Worte denn nun so viel souveräner und fortgeschrittener als den Koran und das alte Testament?”

Die nicht vorhandene Unterlegung durch einen Anspruch von letzt-gültiger und voll umfänglicher Offenbarung.

Eine solche Erhöhung hat man dann allerdings in der Sowjetunion (und konkurrierend in China) vorgenommen. Quasi auch mit einer Reihe von Bart-tragenden “Sahaba”, oder “Imamen”

(Vierer-ML=SU; Fünfer-ML(mit Mao)=China; später dann Reduzierung auf Dreier-ML in der SU (Streichung von Stalin))

Die zeitgenössische Formel zur Überhöhung lautete: “DIE Revolutionäre wissenschaftliche Weltanschauung des Proletariats” (tafsir macht Politbüro)

und die super-krasse Extraformel für “die Bauern”:

“der Partei glauben wir, in ihr sehen wir die Vernunft, die Ehre und das Gewissen unserer Epoche” (Lenin, 29. August 1917)

http://ciml.250x.com/archive/lenin/german/lenin_ueber_weltrevolution.pdf

Später als Plakat verbreitet:

http://sammlungen-archive.zhdk.ch/view/objects/asitem/Objects$004011502/0;jsessionid=75427A0D07A29CF45BA0415C8DAFD2B2

Ich sehe hinsichtlich eines “Utopie-Schicksals” durchaus Parallelen zwischen dem Islam als politische(s) Projekt(e) und dem ML (der sich auch ethno-konfessionell zerlegte mit China als “Bauern-, bzw. Dorf-Variante”)

Es waren China und die Sowjetunion, die an den Rand eines Atomkrieges gerieten – dorthin sehe ich heute den Iran und Pakistan (im Solde der Saudis) driften.

Für mich kann jede Schrift produktiv sein, wenn man mit ihr kritisch umgeht.

“wieso hängen die Menschen freiwillig am alten Testament”

Die, von denen man das sagen könnte (Tanach und Tora dann aber) tun das dann aber ganz überwiegend im Sinne einer kritischen Konversation.

Hier der berühmte Spot, wo eine “talibaneske” Strenge anarcho-mäßig auf die Schippe genommen wird:

HD in Israel

http://www.youtube.com/watch?v=lPbE-kcKqVs

Da Sie dem Lesen nicht abgeneigt zu sein scheinen, noch einen Engels, wie man ihn vielleicht nicht erwarten würde, nämlich zum Islam und den Muslimen:

“Die Städter werden reich, üppig, lax in Beobachtung des “Gesetzes”. Die Beduinen, arm und aus Armut sittenstreng, schauen mit Neid und Gier auf diese Reichtümer und Genüsse. Dann tun sie sich zusammen unter einem Propheten, einem Mahdi, die Abgefallnen zu züchtigen, die Achtung vor dem Zeremonialgesetz und dem wahren Glauben wiederherzustellen und zum Lohn die Schätze der Abtrünnigen einzuheimsen. Nach hundert Jahren stehn sie natürlich genau da, wo jene Abtrünnigen standen: eine neue Glaubensreinigung ist nötig, ein neuer Mahdi steht auf, das Spiel geht von vorne an.”

http://www.mlwerke.de/me/me22/me22_447.htm

Und noch mal Engels – geschrieben um den 10. August 1857 für das Lexikon “The New American Cyclopædia”, Band I (auch über “Bauern” – im übertragenen Sinne)

“Die Afghanen sind in Clans aufgeteilt, über welche die verschiedenen Häuptlinge eine Art feudaler Oberhoheit ausüben. Nur ihr unbezwinglicher Haß auf jede Herrschaft und ihre Vorliebe für persönliche Unabhängigkeit verhindern, daß sie eine mächtige Nation werden; aber gerade diese Ziellosigkeit und Unbeständigkeit im Handeln machen sie zu gefährlichen Nachbarn, die leicht vom Wind der Laune aufgewühlt oder durch politische Intriganten, die geschickt ihre Leidenschaften entfachen, in Erregung versetzt werden können.”

http://www.mlwerke.de/me/me14/me14_073.htm

Sich selbst haben sie nicht zu Propheten gemacht; hinterher blieb ihnen das aber nicht erspart.

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Ayse

Februar 6th, 2013 at 13:31

@ayhan

wie beeindruckend du mich belehrst. wie alt bist du denn? 150?

Wahrscheinlich bist du 16 und musst dich immer als Oberklugscheißer profilieren. Wahrscheinlich bist du ein Schüler einer Gülenschule. Das rieche ich. Damit bist du die Avantgarde, die dem neoosmanischen Islam ein neues und marktkonformes Image verpassen muss. Keine leichte Aufgabe.
Als reaktionärer und treuer Gülen-Mann, der nur mit Gruppenzwang, Gehirnwäsche und Gotteswahn überlebensfähig ist, kennst du dich natürlich in der Psyche von Ketzern und Ungläubigen bestens aus. Die Aufklärung habt ihr nicht mehr nötig, denn die haben andere für euch erledigt. Jetzt könnt ihr auf den fahrenden Zug aufspringen und im völlig entarteten Chaos-Islam die Führungsrolle übernehmen. Weil ihr die Einheit, Ordnung und Disziplin wiederentdeckt habt. Das passt gut, denn der Geist des Kapitalismus fußt auf ein monotheistisches Menschenbild. Das habt ihr zwar sehr spät entdeckt, aber immerhin. Es ist wahrscheinlich eine automatische Metamorphose, die ihr dem christlichen Abendland verdankt. Die meisten Kirchen finden eure Frömmigkeit nämlich einfach nur beneidenswert. Warum ihr euch jetzt so wahnsinnig liberal, tolerant und barmherzig verhält, nachdem ihr über soviel Einfluss und Macht verfügt, ist mir auch klar. Denn euer System ist mittlerweile ein Selbstläufer geworden.
Im Islam ist man ja im Jahr 1435, so behandelt man euch, so lässt du dich behandeln.

Da du wahrscheinlich auch ein Bauernsohn bist, bist du auch froh, dass du in diesem System allein nur wegen deines Geschlechtes ohne Eigenleistung privilegiert bist und in der Kleinfamilie über alles führen darfst. Das gibt dir ein permanentes und tolles Gefühl.
Dabei lebt man in der islamischen Heile-Welt die reinste Frauenverachtung, Doppelmoral, Heuchelei und Vetternwirtschaft vor, die so typisch ist für jede religiöse Kleinfamilie. Alles was toll ist, ist eure Leistung, die ihr aus dem Islam schöpft. Und alles was nicht so toll ist, dafür sind die bösen und dekadenten Gottlosen verantwortlich. Denn für alles habt ihr immer eine verbrämte Erklärung und Lösung parat, die bei irgendwelchen verrückten Prophetengeschichten versteckt liegen. An die glaubt ihr so fest, als wäret ihr dabei gewesen.

Selbstkritik ist euch genauso fremd wie das Verständnis für Freiheit und Individualität. Wegen euch denkt jeder, patriarchalische Familien wären ein Ideal. Doch ich weiß, dass sie für jede einzelne Frau immer die Hölle bedeutet, weil sie entmündigt, schutzlos und gefangen ist. Eure Ideale sind abartig reaktionär und unvorstellbar frauenverachtend. Aber das wissen die meisten hier nicht, weil ihr die perfekte Heile-Familie-Welt und einen nicht-existenten Zusammenhalt schauspielern könnt. Das ihr den salafistischen Buhmänner geistig nähersteht als euch lieb ist und alles Menschliche verachtet, weiß ich. Die anderen nicht, die fallen auf euch rein, weil sie eben Rücksicht auf euren geistigen Rückschritt nehmen. Vielleicht müssen sie das sogar. Anscheinend ist es eben doch eine Behinderung, wenn man immer alles mit dem 7. Jahrhundert abgleichen muss und kaum in neuen Strukturen handlungsfähig ist.

Und ich könnte noch pausenlos weiterschreiben und wüsste, dass du mir wieder und immer wieder nur mangelnde Liebe und Aufmerksamkeit unterstellen würdest. Weil du, arrogant wie du bist, denkst, dass die Frau von Natur aus abhängig, defizitär und unterwürfig gestrickt sei. Ist sie aber nicht. Und wir werden in unseren Begegnungen mit unseres Gleichen tagtäglich darin leider bestätigt..

Gute Besserung

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Thomas Holm

Februar 7th, 2013 at 11:18

Reformiertes türkisches Bauern-Fernsehn jetzt auch auf deutsch !

http://www.welt.de/kultur/article113359419/Wenn-Blondinen-mit-Dirndl-Figur-den-Koran-zitieren.html

Sowie auf Türkisch, Englisch, Französisch, Russisch und Aserbaidschanisch.

“Vier stark geschminkte Wasserstoffblondinen sitzen in einer Talkshow. Sie wollen in gebrochenem Deutsch beweisen, dass Charles Darwin mit seiner Evolutionstheorie Unrecht hatte. …

So sitzen dann jene Damen vor goldverzierten Tapeten und Gemälden von türkischen Hafenstädten und lesen ihr Gespräch vom Teleprompter ab. Moderatorin Merve – pinkfarbene Lippen, schwarzer Lidschatten, gelb untermalte Augenbrauen – erklärt dann zum Beispiel: “Wir alle wissen, dass es Leute gibt, die sagen, dass alle lebendigen Dinge auf der Erde, also das Universum, die Sterne, Berge, Bäume, Fische, Insekten, Vögel, durch Zufall ins Dasein geriet.” Ihre Kolleginnen antworten mit Monologen über die “trügerischen Darwinisten”, die, “inschallah”, der Lüge überführt würden.

Merve ergänzt grammatikalisch gewagt: “Und wenn wir noch detaillierter denken, dann kommt dazu in den Gehirn, inschallah, das Protein kann ohne den Zellkern nicht entstehen.” Woraufhin Didem hochkonzentriert das Fazit abliest: “Jeder, der vernünftig und gewissenhaft nachdenkt, ohne sich von einer vorgefassten Meinung beeinflussen zu lassen, wird sofort erkennen, dass der Mensch und die anderen Lebewesen nicht das Werk eines Zufalls sein können.”

Zum Beweis liefert sie die passende Koransure: “Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende, sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmel und auf Erden ist. Er ist der Allmächtige, der Weise.” Gülsah – geschätzte Körbchengröße D, die Haare sehr lang und sehr blond – kann beruhigen: “Sowieso begannen die Darwinisten auch zu verstehen, dass die Evolutionstheorie ein gigantischer Betrug ist.” Nach 40 Minuten ist die Argumentationskette fertig vorgelesen. …

Es ist eine islamische Version der amerikanischen christlichen Kreationisten. …

Hinter dem Sender A9 TV und seinen Texten und Theorien steckt der 1956 in Ankara geborene Adnan Oktar, der neben seinen TV-Sendungen unter dem Pseudonym Harun Yahya zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. In einem seiner türkischsprachigen Videos, das auf Englisch simultan übersetzt wurde, ist zu sehen, wie er arbeitet: Mit grau meliertem Hodscha-Bart, markanten Brauen und grün-grauen Augen sitzt er im modern anmutenden Studio. Nachdem die Moderatorin ihn als ihren “wunderschönen Meister und Sultan” vorgestellt hat, der heute besonders “aufregend” aussehe, singt Oktar ein religiöses Lied.

Daraufhin folgt ein halbstündiger Monolog, in dem er den Darwinismus verteufelt und das nahe Ende aller Zeiten prophezeit. Zwischendurch flirtet er mit Damen im Studio und liest Fanpost vor: “Meister, wir lieben Dich wie verrückt. Unser Leben hat eine große Bedeutung, nachdem wir Dich geliebt haben.” Die anwesenden Moderatorinnen lächeln und nicken. Manchmal geht es auch um die CIA, manchmal um die PKK und manchmal darum, warum man beten sollte. Fast immer redet nur Oktar.

In der gesamten islamischen Welt werden die Bücher des Charismatikers erfolgreich verkauft. Adnan Oktar schrieb schon, Juden und Nazis hätten zusammengearbeitet, um Palästina zu erobern – wovon er sich mittlerweile distanziert hat. Stattdessen diskutiert er mit Rabbis über das Kommen des Messias oder behauptet, dass schon im Koran Hochtechnologien wie Roboter, Computer und Bildübertragung beschrieben seien. Regelmäßig macht er Andeutungen, dass er selbst äußerlich dem Mahdi, dem zu erwartenden islamischen Erlöser, sehr ähneln würde.

Er selbst stamme übrigens wie jener Mahdi vom Propheten Mohammed ab. …

Der dazugehörige Youtube-Kanal Yaratilistr verzeichnet fast 20.000 Abonnenten und über 67 Millionen Videoaufrufe.”

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Selin

Februar 8th, 2013 at 21:22

Liebe Ayse,

hoffe, dass es dir besser geht. Der Text ist irgendwie lustig auch wenn er ernst gemeint ist. Und einige Kommentare sind einfach komisch.

Du hast in deinem letzten Kommentar geschrieben:
“Weil du, arrogant wie du bist, denkst, dass die Frau von Natur aus abhängig, defizitär und unterwürfig gestrickt sei. Ist sie aber nicht. Und wir werden in unseren Begegnungen mit unseres Gleichen tagtäglich darin leider bestätigt..”

Warum “leider”? 🙂 Bedauerst du etwa, dass die Frauen nicht “abhängig, defizitär und unterwürfig” gestrickt seien?

Aber ich weiß, was du meinst, glaube ich.

Anyway, lass es dir gut gehen und genieß das Leben :)!
Lieben Gruß
Selin

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Zivilisierter Anti-Bauer

Februar 9th, 2013 at 01:31

handelsblatt meldet:

Agrar Die osteuropäischen und baltischen Staaten wollen mehr Geld für die Landwirtschaft. Gleichzeitig soll der Agrarhaushalt insgesamt aber sinken. Das ruft den Widerstand vor allem der Franzosen auf den Plan. Und auch die Deutschen kämpfen um jeden Cent. Zwar werde es zugunsten osteuropäischer Länder Umverteilung geben. Kürzungen der Direktzahlungen an die Bauern über Gebühr wolle man aber nicht akzeptieren.

(Richtig so)

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Thomas Holm

Februar 9th, 2013 at 15:43

Das mit den Bauern hat in Deutschland übrigens eine blutig-sakrale Vorgeschichte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wider_die_Mordischen_und_Reuberischen_Rotten_der_Bawren

“ist eine Schrift Martin Luthers im Zusammenhang mit den Deutschen Bauernkriegen, … im Jahr 1525. … In seiner Schrift stellte Luther klar, dass sich die aufständischen Bauern zu Unrecht auf ihn beriefen und ermutigte die Fürsten, die Bauern mit aller notwendigen Gewalt niederzuschlagen. Wörtlich heißt es: „man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss“”.

Die Niederlage im Deutschen Bauernkrieg ist später – zusammen mit dem Dreißigjähigen Krieg – in einen Zusammenhang gebracht worden mit Fehlentwicklungen, die schließlich zum Nationalsozialismus geführt hätten.

Dass Begriffe wie Papst, Mekka, Heilige Kuh, Sermon oder Kadi im deutschen Volksmund ganz überwiegend als Hohn und Spott verwendet wurden, geht auf diese Erfahrung zurück.

Natürlich mit etwas Schlagseite nach grob Südost bis Indien, was natürlich nicht fair ist.

Der Name “Bauernfeind” hat eine gewisse Verbreitung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bauerfeind

Dafür könnte allerdings auch der deutsche Begriff “Kaffer” (aus dem “Kaff”) von den bekannten kufar herstammen, und zwar aus Begegnungen der Buren (von Süden) mit Muslimen (von Norden) im südlichen Afrika – bei der Konversation über Afrikaner.

Razzia ist jedenfalls Arabisch und früher stand auf den krassesten Wannen auch noch “Überfallkommando”.

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Ayse

Februar 10th, 2013 at 02:49

“Der Text ist irgendwie lustig auch wenn er ernst gemeint ist. Und einige Kommentare sind einfach komisch. ”

Liebe Selin,

was findest du konkret daran lustig? Die Grenzen zwischen Humor und Ernst verschwimmen sehr schnell, aber meine oben dargelegte Beschreibung, solltest du nicht als Satire verstehen. Das würde mich echt sehr verunsichern. Ich finde es schon rückblickend sehr beängstigend, welche frauen- und lebensfeindliche Glaubensenergie in diesen anatolischen und aufklärungsresistenten Bauern gesteckt hat. Dass sie sehr zielstrebig für den Koran gearbeitet haben und erfolgreich waren, sollte alarmieren. Weißt du, was das heißt? Vielleicht ist die Analyse ja falsch und verzerrt durch meine negativ empfundenen Erfahrungen. Vielleicht steckten ja auch wieder nur CIA und Mossad-Kräfte dahinter und haben das alles inszeniert. Ohne das Vorwissen und die Kontrolle von den omnipotenten und bösen USA geschehe ja hier auf Erden nichts. Wenn ich nicht im islamistischen Milieu sozialisiert wäre, würde ich sogar als Außenstehende daran glauben. Aber so ist die außer Kontrolle geratene Koran-Ideologie sehr erschaudernd.

Weißt du, liebe Selin, was noch abgefahren ist, dass der eiserne Islam die kultur- und islamkritische Aufklärung gar nicht mehr nötig hat. Und da er begriffen hat, dass er ohne den kapitalistischen Westen nicht weiterkommt, hat er die Schaltstellen der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien weitgehend infiltriert und sich an die herrschenden Regeln angepasst. Er wird aber nicht auf Gewaltenteilung übergehen, sondern der psycho-soziale Mechanismus des Koran wird von sich aus dafür sorgen, dass sich der Islam mit Psychoterror, Gruppenzwang, Ummah-Kollektivismus, Freiheitsfeindlichkeit und Jihad gegen den Unglauben auf allen Ebenen verselbstständigt und wächst.

Mit der koranischen Frömmigkeit, wenn sie weiter so institutionell befeuert wird, werden langfristig gesehen nicht nur Frauen, Nicht-Muslime und Andersdenkende ein unheimliches Problem bekommen, sondern vor allem realpolitisch betrachtet zuerst, die Juden.
Dieses sehr weitreichendes Thema wird man ohne inhaltliche und ganzheitliche Auseinandersetzung des Korans nicht verstehen. Und ohne die neuzeitlichen Möglichkeiten der kulturellen Machtverschiebungen zugunsten des Islam zu analysieren, welche Rückfall in die Barbarei bedeuten, ist man dieser Entwicklung leider hoffnungslos ausgeliefert. Denn im Gegensatz zum westlichen Verständnis, wo es mehr oder weniger wirkliche Gewaltenteilung und Freiheit gibt – auch wenn sie von der neoliberalen Ideologie geprägt ist, gibt es im Islam ausschließlich märchenhafte Schönfärberei, Sozialkontrolle, die automatisch aus dem Koran erwächst, Führerkult, Freiheitsfeindlichkeit und natürlich Frauenverachtung pur…

@Thomas Holm,

vielen Dank für die interessante Information. Luthers Haltung ist extrem, könnte aber wahrscheinlich eine nachvollziehbare Reaktion auf den herrschenden Druck sein, der die gescheiterten Bauernaufstände in Zusammenhang mit Luthers revolutionärem Protestantismus brachte. Insofern ist auch interessant, wie sich der Katholizismus damals als Nutznießer und Konservierer von herrschenden Verhältnissen hervorgetan hat:

“Der Klerus war genauso gegen jede Veränderung: Der Katholizismus in der damals bestehenden Form stellte die Kernsäule des Feudalismus dar; die kirchlichen Einrichtungen waren in der Regel selbst feudal organisiert – kaum ein Kloster existierte ohne zugehörige Dörfer. Die Kirche bezog ihre Einnahmen vorwiegend aus Spenden, schwunghaftem Ablasshandel sowie dem Zehnten. Letzterer war auch für den Adel eine wichtige Finanzquelle.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg

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Selin

Februar 10th, 2013 at 19:53

Liebe Ayse,

sorry bin leider im Megastress und werde auf deinen Beitrag nicht in der gewünschten Form eingehen. Ich teile deinen Pessimismus nicht und das liegt daran, weil ich meine religiös geprägte Vergangenheit verarbeitet habe. Du bist noch sehr davon beeinflusst. Das fließt in deine Wahrnehmung mit ein. Es gibt nicht nur schwarz/weiß und gut/böse. Die Dinge nehmen ihren eigenen Lauf. Ich lass mich nicht von einer Untergangsstimmung beherrschen und von einem einseitigen Meinungsbild lenken. Weil dann die Gefahr sehr hoch ist, ins alte Extrem zurückzufallen. Zerbrich dir nicht den Kopf, du kannst die Welt nicht verändern, indem du permanent das Schlimmste befürchtest. Du solltest nicht nur die negativen Entwicklungen wahrnehmen; es passieren ja zum Glück auch gute Sachen im Leben :).

Herzlichsten Gruß
Selin

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