Selin Yesil / Ayse Duygu: Wie Islamophobie wirksam bekämpft werden kann

An die Politiker und Öffentlichkeit und im Namen von allen unterdrückten und fremdbestimmten Frauen und Mädchen, deren Existenz gerne verleugnet und / oder negiert wird.

Ein Weckruf im Namen von Free Minds

Wir fühlen uns der Aufklärung und den allgemeinen Menschenrechtserklärungen verpflichtet! Wir sind besorgt wie alle freiheitsliebenden Menschen, die sich dem  kulturellen Erbe der Aufklärung irgendwie verbunden fühlen.Wir haben mit dem islamischen Glauben gebrochen. Wir wurden in, in Deutschland organisierten Koranschulen erzogen und sozialisiert. Wir kennen den Islam in seiner Reinkultur. Hautnah und lebendig. Auch wenn er vielfältig ist, ist er doch einheitlich. Einheitlich frauen- und lebensfeindlich. Laut Islam stehen Abtrünnigen die Todesstrafe zu. Stillschweigend teilen diese Überzeugung Milliarden von muslimischen Gläubigen. So ist das politische Programm des Koran angelegt. Unsere Rettung ist, dass wir hier in Deutschland leben. In einem Land, wo das Grundgesetz herrscht und bedeutend ist. Aber auch das hilft uns nur bedingt. Schützen müssen wir uns immer noch selbst, indem wir ein Leben in völliger Anonymität und Angst führen. Keine Sorgen, wir jammern und klagen nicht. Wir helfen uns selbst. Und fordern auch nichts, was wir alleine schaffen können.
Aber wir haben eine wichtige Bitte, eine Forderung: Hört uns zu und nimmt die Ängste der Menschen endlich ernst!

Es ist überhaupt nicht fortschrittlich und sinnvoll, den entscheidenden inhaltlichen Auseinandersetzungen mit dem Islam aus dem Weg zu gehen. Es ist inkompetent, dem Islam zu schmeicheln und den Koran heilig, friedlich und barmherzig zu sprechen. Der Islam wird den konsequenten Bruch mit seinen frauen- und lebensfeindlichen Dogmen niemals eingehen und er wird sich niemals den zeitlichen Gegebenheiten anpassen! Umgekehrt hat er immer versucht, alles unter sein Selbstverständnis unterzuordnen. Eher würde der dritte Weltkrieg ausbrechen, als dass der Koran sich humanisiert und zivilisiert. Der Grund ist ein ganz einfacher: Der Koran behauptet von sich, dass er von Allah als letzte Offenbarung herabgesandt worden sei und auch von ihm vor jeder Änderung geschützt werde. Wenn nun eine Änderung des Koran Richtung Humanisierung und Zivilisierung stattfinden würde, würde das ganze zauberhafte Konstrukt des Koranwunders in sich zusammenbrechen. Die Muslime würden massenhaft nach Katharsis flehen und sich für die Greueltaten, die im Namen des Koran verübt wurden, schämen und schuldig fühlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Erkenntnisprozess freiwillig von innen heraus eingeleitet werden kann, ist leider für die absehbare Zeit gering. Das Individuum ist im Islam leider dazu verdammt, sich im Kollektiv aufzulösen. Der Koran hat Methode und Programm.
Der Koran ist ein unveränderliches Gesetzesbuch und mit zunehmender Religiösität seiner Anhängerschaft wird er expansiv und bedrohlich. Keine Panik. Wir wollen keinen Krieg heraufbeschwören. Wir wollen aber auch nicht, dass man diesem gesellschaftlichen Gefährdungspotential wegsieht. Im Westen passiert gerade was sehr eigenartiges. Es konnte eigentlich nur soweit kommen, weil man wachsende Kräfte und sich selbst organisierende Netzwerkstrukturen maßlos unterschätzt hat. Der Westen ist von einem tödlichen Virus befallen, das selbstmörderisch und verräterisch ist: Kulturrelativismus. Er ist ein Manko und eine Schwäche, was kulturfremde Ideologien wie der Koran exakt auch als solche auslegen und ihn für seine Zwecke ausnutzen. Und daran ist nicht der Koran schuld. Diese Gelegenheit der psycho-sozialen Expansion haben dem Koran die westlichen Kulturrelativisten einfach so ermöglicht.

Ja, wir haben Angst. Panische Angst. Weil wir gerade ein Déjà-vu erleben. Warum wir panisch werden? Weil wir wissen, wie unerträglich ein religiöser Kollektivismus für das Individuum ist. Vor allem was der Islam für Mädchen und Frauen bedeutet: die reinste Unterordnung und Degradierung.
Froh sind wir, in einer halbwegs offenen und säkularen Gesellschaft zu leben. Und wir sind überzeugt, dass die allermeisten Frauen so statt unter der islamischen Schari’a leben würden. Wir wollen keine weitere Spaltung dieser Gesellschaft nach Konfessionen und Religionen. Das ist ein unheilsamer Prozess.

Warum gibt es eine “heilige” Allianz des monotheistischen Blocks in dieser Entwicklung? Ganz einfach, nach dem Prinzip, Konkurrenz belebt das Geschäft, erhoffen sich zumindest viele Kirchen mehr Zulauf von der authochtonen Bevölkerung. Und damit scheinen sie Recht und eine Epoche der Restauration und Biedermeier eingeleitet zu haben. Die Menschen merken, dass sie weniger werden und bedroht sind. Sie scheinen daran zu glauben, diesem global sich verbreitenden Problem durch mehr Familie und Rückzug ins Private irgendwie entfliehen zu können. Welch ein unreflektierter, egoistischer Reflex! Ganz ehrlich, wie kann man die regressive Entwicklung dieses globalen Konfliktes dem Nachwuchs zumuten und die Austragung des Wertekampfes der Nachkommenschaft aufbürden? Das ist eine inhumane und äußerst asoziale Einstellung, die man billigend in Kauf nimmt. Das kann nicht die wahre Lösung und der richtige Weg sein.
Dass Kirchen dieses Spiel einfach so mitspielen, verrät nur ihren Egoismus und ihre Verantwortungslosigkeit. Man muss nach weltlichen, vernünftigen und humanen Lösungen Ausschau halten, die für alle nachkommenden Generationen friedlich und erträglich sind.
Im Gegensatz zum durch die Aufklärung und Säkularisierungsprozesse halbwegs zivilisierten Christentum versprüht der eiserne Islam einen spirituell und auch im 21. Jahrhundert unangefochtenen Kollektivismus. Das streng mechanische Pflichtgebet fünf Mal am Tag ist dahingehend nur eines von vielen besorgniserregenden Beispielen. Er ist eine intensiv praktizierte Religion, die auf volle religiöse Indoktrination und gemeinschaftliche Funktionalität setzt. Der Islam beansprucht immer politischen Führungswillen. Dieses Potenzial ist global größer und gefährlicher geworden denn je. Auch angesichts der viel zitierten, demographischen Entwicklung. Wir wollen aber, dass die Demokratie und Aufklärung, diese Entwicklung wenigstens hier human und rechtlich so überlebt, dass langfristig und schrittweise das Grundgesetz nicht auf die Artikel 4 und 7 heruntergeschraubt wird, so dass am Ende nur noch eine koranisch konstituierte Schar’ia übrigbleibt.

Was ist also zu tun?

Einige ganz konkrete Lösungsvorschläge
-> Laizismus. Sei es drum, dass innerhalb der rechtstaatlichen Regeln operiert werden muss. Dann gehören eben Kirche und Staat langfristig getrennt! Kirchen können bestenfalls Wasser predigen, das sollen sie tun, solange sie nicht weiterhin den Staat zur  Förderung des koranischen Wahnsinns anstacheln. Für gesellschaftliche Lösungen sind Wissenschaftler und Forscher gefragt, die sich nicht irgendwelchen freiheitsfeindlichen Ideologien und selbstsüchtigen Glaubensbekenntnissen verpflichtet fühlen. Der Staat muss aus der Trägheit herausfinden und im Sinne der Freiheit, der offenen und freiheitlichen Gesellschaft, humane und intelligente Maßnahmen einleiten.
-> Ende der Zäsur der Biedermeier-Zeit: Das Private ist auch immer politisch. Und damit öffentlich. Raus aus dem Privaten und rein in die Öffentlichkeit.
-> Die öffentliche und demokratische Streit- und Debattenkultur sind zu fördern und sie nicht moralisch und politisch zu unterbinden oder zu erpressen, sind überlebenswichtig. Der Wahnsinn mit der staatlichen Totalüberwachung/-steuerung der öffentlichen Meinung nach Orwell’scher “1984” Manier muss endlich aufhören!
-> Kein Kulturrelativismus mehr, er ist der wesentliche Grund dieser gesellschaftlichen Entartungen.
-> Keine falsche Toleranz mit frauen- und lebensfeindlichen Glaubens- und Kultursystemen.
-> Kinder, vor allem Mädchen dürfen keine Geisel der Glaubensvorstellungen von fundamentalistischen Eltern und Glaubensgemeinschaften werden. Auch hier gilt der Staat muss betroffene Mädchen, aber auch Jungen in letzter Konsequenz vor rabiaten und intensiven Gehirnwäschen der Eltern und Religionsgemeinschaften schützen. Rabiat ist diese Gehirnwäsche, weil der Islam nach wie vor mit Urängsten kulthaft operiert und eine lebendige “Höllen- und Todesangst”-Philosophie vorlebt und weitervermittelt.
-> Klares Bekenntnis zum Grundgesetz aller Bürger. Pflichtprogramm: Grundgesetz-Erziehung, zeitgemäße Werte-Ethik und zivilisatorischer Verhaltenskodex.
-> Null-Toleranz-Politik: Sexistischem Machoverhalten und Stammes-/Clanleben, das ganz bestimmte Kulturen und Religionen fördern, sind klare Grenzen zu setzen und nicht länger zu dulden und hinzunehmen.
-> Kein politischer Kuschelkurs mit kulturfremden Normen und Werten, sondern problemorientierte und -zentrierte Politik. Das ist die Voraussetzung jeder gesellschaftlichen Entwicklung. Das etwas funktioniert, ist ein Selbstverständnis. Wenn etwas nicht funktioniert, bringt es überhaupt nichts, die Thematisierung mit Schönwetterpolitik und künstlich hergestelltem Friedhofsfrieden zu vermeiden.
-> Mehr Investitionen in KiTa, Ganztags- und Gemeinschaftsschulen und moderner Ausbau der interdisziplinären Geistes-/Gesellschaftswissenschaften.
-> Weitere pragmatische Ideen auf Grundlage der Aufklärung und Menschenrechte müssen mit progressiven, säkularen, vernünftigen, menschenrechtlichen und emanzipatorischen Kräften der Gesellschaft reflektiert, diskutiert und ausgearbeitet werden. Daraus müssen allgemein verbindliche Maßnahmen und Handlungsempfehlungen hervorgehen.
-> Individuen und nichtreligiöse Gruppen sind vor sie bedrohenden wachsenden und politisch orientierten Religionsgemeinschaften zu schützen.
-> Die Gegenwart und Zukunft dürfen nicht weiter Projektionsflächen von “göttlichen” Glaubensvorstellungen sein, die in ihren geistigen und kulturellen Fehl- und Unterentwicklungen ernsthaft meinen, offene historische Rechnungen und Machtstreben hartnäckig begleichen und weiterverfolgen zu müssen.
-> Religionen sind nur als solche zu dulden, wenn sie den sozialen Frieden und die offene und freiheitliche Gesellschaft mit ihren Vorstellungen nicht gefährden.

Warum auch wir diese verdrängte, bekannte und herrschende Gesellschaftsmeinung über den Islam wiederholen? Uns geht es nicht um die Affirmation, sondern um die gesellschaftliche Entwicklung. Wer immer seine Bedenken äußert, wird sehr erfolgreich aus jedem ernstzunehmenden Diskurs verbannt und nicht ernst genommen. Auch wir, als Betroffene und Erfahrene, haben Angst und möchten, dass die Islamdebatte offen und ehrlich geführt wird, ohne von religiösen Gefühlen und Sanktionsandrohungen verhindert und stigmatisiert zu werden.

Das Gespenst des Islam habt ihr (gemeint die verantwortlichen Politiker) ganz ahnungs- und gedankenlos aus den Hinterhöfen herausgeholt und ins System befördert. Ihr seid nun dafür verantwortlich, in welche Richtung sich der organisierte Islam  in diesem Dilemma entwickeln wird. Und ihr müsst euch den gesellschaftlichen Debatten im Namen der Grund- und Freiheitsrechte offen stellen. Ob ihr wollt oder nicht.

(Wir wünschen allen Menschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Auf das Leben, die offene Gesellschaft, die Aufklärung und allgemeinen Menschenrechte.)

42 Kommentare

  1. Andreas Heisig · Dezember 23, 2012

    Faktisch muss der Islam weder einheitlich noch irgendwem gegenüber feindlich sein. Dies sind Interpretationen. Bereits die Aussage, dass der Koran geschützt sei ist eine Interpretation des Koran aus Richtung der Sunniten. Weder ist diese Meinung je ein Konsens gewesen (Mutaziliten gingen von der Möglichkeit der Kritik am Koran aus), noch ist dem heute so (Gruppierungen von Schiiten halten den Koran für verfälscht). Anhand dieses einfachen Beispieles zeigt sich, dass der Islam nicht so sein muss, wie er sich mehrheitlich darstellt bzw. wahrgenommen wird.
    Überhaupt erscheint mir die Kritik mit Basis der orthodoxen Interpretation des Koran in Kombination mit den FAQ in Bezug auf “Nur-Koran” nicht durchdacht.

    Die Forderung nach Laizismus in Kombination mit einem Weihnachtsgruß finde ich hingegen irgendwie knuddelig.

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  2. Feministische Frostbeule · Dezember 23, 2012

    Meine mitfühlenden Leidensgenossinnen,

    was prophezeit denn das Free Minds-Orakel zur globalen Finanzkrise? Könnt ihr das auch in solch einem brillianten Weckruf beschreiben und mit euren weitsichtigen Lösungsvorschlägen versehen? Frau Bundeskanzlerin wartet bestimmt jetzt ungeduldig darauf. Ihr seid ihre letzte Hoffnung!

    Danke.

    Mit solidarischen und feministischen Grüßen
    Eure Frostbeule

  3. Abi-TÜV · Dezember 23, 2012

    Sagt mal ehrlich, seid ihr ein weiblicher und schlechterer Abklatsch von “Madrasa of Time”?

  4. Thomas Holm · Dezember 23, 2012

    Hallo Selin und Ayse,

    großartiger Text mit vielen wichtigen Überlegungen.

    Als erste Reaktion zwei Gedanken:

    Zu der Problematik der “Unwandelbarkeit”:

    Genial und nicht zu verkennen ist das Vor-Design von Neu-Sprech-Empfehlungen für das Nachhinein, wenn etwas nicht so gut gelaufen sein sollte. Ich denke da an die “Heuchler” und die “Übertreiber”, die im Islamischen Schrifttum skizziert werden und mit deren Hilfe man wohl gerade die verheerende Klippe einer Big-bang – “Katharsis”, die Ihr beschreibt, sich ersparen will.

    Eine Anleitung zu einer ständigen Wachsamkeit zum Um-Schreiben (verändern) von vergangenen Panne-Verläufen; Orwell’s “1984” könnte hier direkt eine zentrale Idee abgekupfert haben.

    Dann noch etwas aus der Historiker-Hubschrauber-Perspektive:

    Wenn man nachschaut, wie Islamische Herrschaftsgebilde überhaupt so noch über die Runden gekommen sind – vor dem großen und viel beklagten vor-die-Wand-fahren des Kalifats im Zeichen der deutsch-türkischen Freundschaft im 1. Weltkrieg – dann stößt man auf folgendes:

    Die Politik der Zugeständnisse der letzten Kalifen, bzw. schon etwas Amts-reduzierter: Sultane, gegenüber der westlich dominierten Außenwelt lief unter der Bezeichnung: “Kapitulationen des Osmanischen Reiches” (Kapitülâsyon) was sich nicht sehr stark nach ‘Rechtleitung’ etc. anhört.

    D.h. in dieser eigentümlichen Wortwahl hat eine gewisse ‘Katharsis’ möglicherweise bereits schon einmal einen sprachlichen Ausdruck gefunden, der – trifft meine Überlegung zu – dann eine Botschaft – frei formuliert – beinhalten würde:

    ‘Meckert nicht ‘rum, wir können nicht anders, als diese Zugeständnisse zu machen, um überhaupt noch ein bisschen was zu melden zu haben; und: Wenn jemandem was besseres einfällt, dann kann er uns ja in Gottes Namen (genial diese Formulierung, finde ich) wegputzen und uns Bosse hier zu Heuchlern, etc. erklären; Allahu A’lem’.

    In der Jungtürkischen Bewegung fanden sich solche ‘Überwinder’ – ganz frei von Katharsis; statt dessen mit einem eigenen Konzeptions-Beitrag, der u.a. beinhaltete, sich an den Ersten Weltkrieg der Nikkis und Willys (Zar und Kaiser) dran zu hängen und damit eine Tradition von ‘Franco-Ottoman alliance’ (WP-Artikel) durch die deutsch-türkische Freundschaft zu ersetzen, die ich als Historiker einmal auf beste sog. ‘Mirgranten-soziolektische Art (Kulturrelativismus live: Migranten dürfen fies über Behinderte, etc. reden) als eine ‘Missgeburt’ qualifizieren möchte.

    Europäisch vorgeformter Nationalismus, völkische Dubiositäten (darin auch Versatzstücke von Rassismus) und eine völlige Verballhornung von ”’Säkularismus”’ fanden so Einzug in den Orient; allerlei Phänomene, deren krassester Rest-Verfechter heute Herr Assad ist.

    Ich sehe von meiner Vogelperspektive (vielen Dank, Frau Luxemburg) kaum ein Thema, mit dem man heute nicht eben-dort anlangt.

    Mein Weihnachtsgeschenk an alle Studierwilligen: Ein Buch als pdf, das ich aber auch zum Kauf empfehle; hier auf englisch, gibt es aber auch als Hardcover auf deutsch:

    Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Campus, 2010) in einem nachdenklich-launischen beinahe Katharsis-Stil wird dort die einschlägige schmutzige Wäsche durchgeschleudert; weiß gewaschen – kann man nicht sagen:

    Destiny Disrupted; Mein Übersetzungsvorschlag:

    versagte, abgebrochene, unterbliebene – Geschicke, Verheißungen, Bestimmungen

    etwas getarnt * ersetzen, bzw. rausnehmen

    ****:/*/***.the*ssa*lonikisymposium.org/pdf/An*sary_De*stiny_Dis*rupted.p*df

  5. Thomas Holm · Dezember 23, 2012

    Lieber Herr Heisig,

    Ihnen, als Reform-bemühten Menschen, möchte ich skeptisch zu bedenken geben:

    “Mutaziliten gingen von der Möglichkeit der Kritik am Koran aus” – hierzu möchte ich nicht nur auf deren trauriges Schicksal verweisen, sondern auch darauf, dass es nicht diese waren, die – nach den mir bekannten Darstellungen – auf einer Welle von Popularität ritten.

    Ich habe nichts dagegen, ab und zu ein wenig: ‘Was wäre wenn ?’ Geschichte zu betreiben, aber sobald der Blick auf die Fakten zurückkehrt, dann wird es wieder sehr trübe für ein Auge, das nach dem Wahrem, Schönen und Gutem Ausschau hält.

    “dass der Islam nicht so sein muss” – dass er nicht so hätte werden müssen, darüber kann man sinnvoll diskutieren …

    “Gruppierungen von Schiiten halten den Koran für verfälscht”

    … der Streit darum, welches Wort nun wahrhaft von Gott ist und welches nicht, ist -angesichts von ein paar drängenden Real-Problemen und verbliebenen Rivalitäten – aber die sicherste Gewähr dafür, dass man sich darin in Mord und Totschlag ergeht.

    “der Islam weder einheitlich noch irgendwem gegenüber feindlich sein.”

    Wie man sich eine Feindseligkeit gegenüber der wissenschaftlichen Zivil-Religion der Skepsis ersparen möchte, wäre interessant zu erfahren; was die Einheitlichkeit angeht:

    In ihren Triumphal-Utopischen Momenten stößt die Koranische Doktrin recht schnell auf irdische Unverträglichkeiten, die etwas auslösen, was ich als eine Oszillations-Bewegung beschreiben möchte (jugendsprachlich: herum-eiern). Dabei bilden sich neben einer Hauptströmung (MB/AKP je breiter, desto diffuser) auch eine Vielzahl von Neben-Trabanten heraus, die zwar manche Seele vermocht haben mögen zu trösten; die sich aber heute auf Kollisionskurs zueinander begeben haben.

    Nehmen Sie 1979 als Schlüsseljahr; Iranische Revolution; Aufstand in Mekka und Entsorgung der Beteiligten an dieser Aufstands-Strömung erst in den Kalten Krieg nach Afghanistan etc.; deren episodische Wiederkehr gegen die Neocons – und nach deren (Neocons) erfolgreich bewirkter Entnervung im Irak, etc. pp; deren Kollision mit den Außenposten Teherans in der Levante.

    “noch irgendwem gegenüber feindlich” ??

    Schauen Sie mal in meinen Literaturtipp bei ‘selin-yesil-ayse-duygu-wie-islamophobie-wirksam-bekampft-werden-kann’ herein.

  6. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    @ Andreas Heisig, 23. Dezember 2012 at 10:11

    … orthodoxe Interpretation des Koran …

    Jede Interpretation (Exegese, Tafsir), egal ob orthodox, unorthodox oder sonstwie, ist ein Hineininterpretieren von Inhalten oder Aussagen in einen Text, die der Text selber nicht hergibt — weil sie im Text nicht geschrieben stehen.
    Das gilt für den Koran ebenso wie für andere “heilige” Schriften.

    Also sollte man unterscheiden zwischen dem geschriebenen Text einerseits, und dem, was man selbst oder was andere – oft aus bloßem Wunschdenken heraus – in einen Text hineininterpretieren.

    Oder ist Allah “der beste Listenschmied” (3:54), der mit seiner Barmherzigkeit auszeichnet, “wen Er will” (2:105);
    der verzeiht, wem Er will, und bestraft, wen Er will (2:284);
    der in die Irre führt, wen er will, oder auf einen geraden Weg führt, wen er will (6:39) ?

    Ist Allah ein perverser Zyniker ?

    Ein Zyniker und Willkür-Teufel, der zwar denjenigen gläubig sein lässt, der will, und den ungläubig sein, der will, der jedoch den Frevlern “mit Wasser gleich geschmolzenem Metall” hilft, “das die Gesichter verbrennt” (18:29) ?

  7. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    @ Andreas Heisig, 23. Dezember 2012 at 10:11

    Warum versuchen Sie es mit der “Islam-Reform” nicht in Ländern, in denen Islam die Staatsreligion ist ?

    Ich denke, das sollte von mehr Erfolg gekrönt sein als es das in einem Land wie Deutschland jemals sein könnte.
    Uns brauchen Sie nicht zu erläutern, dass der Islam reformbedürftig ist bzw. eine Modernisierung nötig hat; dass dem Islam etwas fehlt, das mit der Europäischen Aufklärung verglichen werden kann.

    Ihre Ansprechpartner sitzen in Ägypten (Al-Azhar), in Saudi-Arabien, im Iran, in Afghanistan, …

  8. Thomas Holm · Dezember 23, 2012

    Hallo Herr Kiwitt,

    schön, wie man hier innerhalb sehr kurzer Zeit interessante Leute trifft, bzw. z.Tl. wieder trifft.

    Zynismus und … sagen wir mal Geschichtsphilosophie. Mir ist spontan – O Fortuna – in den Sinn gekommen; Nietzsche wäre unfair. Ein Vergleich der geschichtsphilosophischen Haltungen, auf die Sie Bezug nehmen, mit dem Text aus der spassgesellschaftlich noch ungetrübten Carmina Burana könnte spannend sein.

    ““Islam-Reform” nicht in Ländern, in denen Islam die Staatsreligion ist ?”

    Es gibt einen – nach meiner Kenntnis: einmaligen – regelrechten Ausfall von Tarik Ramadan gegen die geistigen Zustände bei den Arabern vom 26.Februar 2012:

    Tariq Ramadan, Le piège de l’attitude conspirationniste illuminati [ENG, Subtitle)

    Bei dem was, sich da jetzt abspielt, könnte ich mir sogar vorstellen, das man in manchen Kreisen von westlich domizilierenden Muslimischen Intellektuellen zur Volksbasis in den Herkunfsländern: so etwas wie Distanz suchen könnte.

    Eine Tradition von Pferdewechsel im Fall von Fehlverhalten und Versagen ist schließlich sakral-schriftlich auch vorgesehen.

    Ansonsten meine Empfehlung zur Besinnlichkeit:

    Special Programme – (Richard) Dawkins on religion – bei Al Jazeera English

  9. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    Hallo Herr Holm,

    den Tariq Ramadan werde ich mir heute noch anschauen, danke für den Tip.

    Richard Dawkins kenne ich natürlich, zumindest sein Buch “The God Delusion”.

    Gruß aus FS

  10. Andreas Heisig · Dezember 23, 2012

    Hallo Herr Holm,

    die Mutaziliten waren in der Frühzeit des Islam tonangebend. Sie waren sogar so tonangebend, dass sie unsäglicherweise Andersdenkende auch gerne mal verfolgten bzw. durch ihren Schutzherren (den Kalifen) diese ausschalten ließen. Dies ist aber nicht der Punkt. So wenig der Punkt der ist, ob sich die Denkweise, dass der Koran kritisierbar sei letztlich durchgesetzt hat. Der Punkt ist viel mehr der, dass die Quellen des Islam neben vielen anderen Denkschulen eben auch eine solche hervorbringen konnte. Und genau deswegen muss man der Aussage, dass der Islam an sich von Natur aus nicht veränderbar sei eine klare Absage erteilen.

    Feindlich sein kann entsprechend nur eine Praxis und nicht die Quelle an sich. So wenig Juden mit Verweis auf die Thora die Todesstrafe umsetzen müssen, so wenig müssen dies Muslime mit Verweis auf den Koran tun. Todesstrafe kann dabei durch beliebige andere Konfliktherde ersetzt werden. Dies ist alles eine Frage der Perspektive. Es liegt in der Natur der Sache, dass das wahabitische Verständnis der Primärquellen vom Verständnis der Reformdenker abweicht. Erstere brüllen nur lauter bzw. sind medial präsenter.

    Danke für den Link

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  11. Andreas Heisig · Dezember 23, 2012

    Herr Kiwitt,

    jedes Lesen eine Textes ist eine Interpretation desselben. Die vermeintliche Bedeutung des Textes ergibt sich beim Lesen und speist sich primär aus dem Denken und Vorwissen des Lesers. Insofern sagen mir ihre zusammengefügten Auszüge von Koranversen vermutlich etwas völlig anderes, als dies bei ihnen der Fall ist.

    Nun ist es nicht “meine” Reform, ich beteilige mich lediglich an einer größeren Strömung, die international tätig ist. In der Türkei vergleichsweise offen, in Ägypten oder Arabien primär verfolgt. Insofern wende ich mich an diejenigen Muslime, die hier leben und die dieselbe Sprache sprechen wie ich.

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  12. Edward von Roy · Dezember 23, 2012

    Ein geistreicher und spannender Text von Selin Yesil und Ayse Duygu, der es verdient, viele Leser zu finden.

    Seit Jahrhunderten halten die (auch im Katholizismus durchweg männlichen) Himmelswächter das Volk abhängig und im Glauben, ohne die den Alltag komplett reglementierenden Eliten der Muftis und Imame würde der Gnadenstand mit dem Schöpfer zerreißen und würden die Satane die Menschen verführen und letztlich vernichten. Man kann nur hoffen, dass es irgendwann und möglichst bald auch in Ägypten, Pakistan, im Iran oder auf der Arabischen Halbinsel eine Bevölkerungsmehrheit gibt, die keine Fatwa mehr in Höllenangst konsumiert und nicht alles glaubt, was aus Ghom, Darul-‘Uloom oder al-Azhar stammt.

    Wer am Sinn der Scharia zweifelt, dem mangele es an Verstand, wie der islamische Gelehrte Abu Hamid al-Ghazali in Mīzān al-‘Amal (Waage-Skala des Handelns, Criterion of Action) dem Gottsucher nahe legt:

    „Die wirkliche Vernunft gestattet es, den Pfad der Glückseligkeit (the path of felicity) vom Pfad der Verdammnis zu unterscheiden.“

    „Moralisch gute Gesinnung zielt darauf, jede schlechte Angewohnheit zu entfernen, wie das islamische Gesetz der Scharia gründlich aufzeigt. … Gute Gesinnung lässt einen die schlechte Gewohnheit so verabscheuen wie Schmutz.“

    Gelingendes Leben ohne erfüllten Schariagehorsam wird in einem an al-Ghazali orientierten Islam unmöglich sein, den ein Handeln, was die Banden des Islamischen Rechts übersteigt, ist pflichtgemäß als dreckig und Ekel erregend zu empfinden. Ein an al-Ghazali orientierter Religionsunterricht wird die so “zu muslimisierenden” Kinder und Jugendlichen von der freiheitlich demokratischen Grundordnung mehr und mehr entfremden, Imam al-Ghazali:

    „Solange die Ausübung der islamischen Pflichten mit Kummer oder Widerwillen verknüpft bleibt, zeigt sich ein Charaktermangel, der den Weg zum Glück verhindert.“

    Ein anderer Islam als derjenige von Scharia und Fiqh ist derzeit zwar mit sympathischen Einzelpersönlichkeiten anzutreffen, jedoch leider noch nicht organisierbar. Alle deutschen Islamverbände befolgen die kulturell vormoderne (und damit heute revolutionär gegenmoderne) Scharia.

    Wunderbare Dinge sollen nun von den in der BRD neu geschaffenen universitären Islamischen Studien ausgehen, eine neue Islamische Theologie gar, die nicht länger mit den Standards der Allgemeinen Menschenrechte (AEMR) kollidiert. Welche Gelehrten (‘Ulamā, Sg. ‘Ālim) den korangemäß (islamgemäß) auf die Scharia zu verpflichtenden Muslimen künftig die Rechtsgutachten (Fatwen) ausstellen sollen, ist unbeantwortet geblieben.

    Doch hoffentlich nicht diejenigen des, Scheich Yusuf al-Qaradawi nahe stehenden, European Council for Fatwa and Research (ECFR)? Oder will man von Münster & Osnabrück aus dazu aufrufen, im Sinne eines selbst bestimmten Lebens jeden Fatwa-Konsum einzustellen?

    Haben sich Bülent Ucar („für eine authentische Entwicklung des Islams in Deutschland und Europa“) oder Mouhanad Khorchide („Dafür ist eine Zusammenarbeit mit den islamischen Religionsgemeinschaften geboten“) jemals vom ECFR distanziert, wollen und werden sie eine Theologie erschaffen (was doktrinär nur Allah kann) und vermarkten können, die verlässlich gegen die mehr als unterschwellige Misogynie und Gewaltbereitschaft der Funktionäre von Muslimbruderschaft oder muslimbrudernahem ECFR anredet und anerzieht?

    Auch aus der Deutschen Islamkonferenz hören wir jetzt, dass die Scharia den Banden der Grundrechte eingepasst werden soll oder überhaupt irgendwie kein Problem ist. Dieses Streben erinnert an die beiden Konzepte von Euro-Islam erinnern, die a) Bassam Tibi säkular und nachhaltig rechtsstaatlich und b) Tariq Ramadan allahzentrisch und schleichend islamrevolutionär entworfen haben.

    Tibi forderte vom europäischen Muslim den Verzicht auf installierte Islamische Justiz (Fiqh) und die Abkehr vom Islamischen Recht, damit die universellen Menschenrechte keinen Schaden nehmen:

    „Im Euro-Islam gibt es keine Scharia und kein Dschihad. Viele Muslime sagen, ohne Scharia und ohne Dschihad gibt es kein Islam. Wenn sie ehrlich sind und informiert sind, was Scharia und Dschihad bedeuten, dann können sie leicht zum Ergebnis kommen: Scharia und Dschihad sind nicht verfassungskonform. Das heißt: Wenn ich an den Islam glauben will und will an Scharia und Dschihad festhalten, dann kann ich nicht auf dem Boden des Grundgesetz stehen.“ (aus: Der europäische Islam. Michael Hollenbach, dradio 25.07.2009)

    Ramadan will den beibehaltenen islamischen Pflichtenkanon, das Strafrecht eingeschlossen, einer elitär betriebenen Debattenkultur unterziehen, das Ergebnis sei dann – Wunder über Wunder! – demokratiefähig:

    „Meine Position ist, dass wir anfangen müssen, darüber zu diskutieren. Ich glaube nicht, dass die Umstände, diese Strafen wieder einzuführen, zurückkommen werden. Aber ich will mit den islamischen Gelehrten in eine kritische Diskussion treten, … indem ich die Idee vorantreibe, die Strafen zu suspendieren und den Dialog darüber zu eröffnen, was wir wollen. Ich weiß nur eines: Es ist unmöglich, sie anzuwenden, deshalb müssen wir es beenden im Namen des Islams.“

    Die Religion des Islam scheint der gefährlich einflussreiche Genfer Islamsprecher dabei als parallele Staatlichkeit zu begreifen, die sich zwischen Regierung und „Islambürger“ schiebt und alles Nichtislamische auf die jeweiligen Ergebnisse der Beratschlagung („Diskussion“) warten lassen darf. Zu einem unzweifelhaften Vorrang der AEMR gegenüber den Religionsgesetzen schweigt Ramadan. Auch zum Verzicht auf den Hidschab (Schleier, islamisches Kopftuch) oder für die Möglichkeit der Islamapostasie macht sich der Sohn von Muslimbruder Said Ramadan und Enkel von Hasan al-Banna, dem Gründer der Muslim Brotherhood, nicht gerade stark.

    Das angeblich unbedingt und sofort in den Hochschulbetrieb zu integrierende „islamische Wissen“ ist aus Sicht der ‘Ulamā das, was die Seele vor der ewigen Verdammnis rettet. Reinhard Schulze gibt sich optimistischer und redet von Islamischer Theologie:

    „Islamisches Wissen soll durch einen akademischen Diskurs nicht nur verwaltet, sondern bearbeitet und weiterentwickelt werden. … Die Aufgabe, vor der wir heute stehen, ist die Integration der islamischen Selbstauslegung in das akademische Feld deutscher Universitäten.“ (aus: „Was ist Islamische Theologie?“ Reinhard Schulze, Köln 13.07.2010)

    Wer sieht Anlass zur Hoffnung, dass die an den deutschen Fakultäten für Islamische Theologe im Aufbau befindliche Imamausbildung und Ausbildung der Lehrer für einen Islamischen Religionsunterricht näher am Konzept des Göttinger Politikwissenschaftlers steht und weiter entfernt vom gleichnamigen Entwurf des Genfer Islamisten? Was Bülent Ucar (ebenfalls bei dradio) zu den Möglichkeiten der Theologiefortschreibung sagt, mag Spannung verbreiten, ist aber kein vorbehaltloses Bekenntnis zur Universalität der Menschenrechte:

    „Es kann aber auch sein aufgrund der pluralistischen Gesellschaft hier im Westen, dass sich so etwas wie ein liberaler Islam entwickelt.“

    Wer als professioneller Islamverharmloser von Münster oder Osnabrück aus Abu Hamid al-Ghazali als Beispiel träumerischer Mystik ausgeben will, lese beim illusionslosen Murad Wilfried Hofmann (1981) in dessen Tagebuch:

    „Andernfalls müssten sie wissen, dass Islam selbst von Mystikern nie nur als eine Sache des Herzens verstanden werden darf, sondern notwendig die Unterwerfung unter das Gesetz, die Schari’a, impliziert.“

    Hofmann argumentiert völlig im Einklang mit al-Ġazālī, der den Trance-Techniken verzückter Gotteserfahrung gewisser Sufi-Gemeinschaften jeden Selbstzweck abspricht. Nicht Entrückung sichert das Heil, sondern soziopolitischer Gehorsam:

    „Die Menschen schlafen, und erst wenn sie sterben, erwachen sie (people are asleep, and when they die they wake up). … Die Liebe zum Diesseits ist die Ursache aller Sünde, das Diesseits ein Ackerfeld für das Leben danach.“

    „Voller Treue und Eifer soll der einfache Muslim die Gelehrten nachahmen, die Erben der Propheten. Die Gelehrten sollen die Gottesfreunde, Propheten und Engel bis zur Auslöschung aller menschlichen Eigenschaften imitieren, damit sie im Paradies zu menschengestaltigen Engeln verwandelt werden.“

    Nur dem schariatisch korrekt Handelnden gelinge es in seinem Leben, die (das Seelenheil gefährdenden) Extreme zu vermeiden. Glauben heißt gehorchen! Das ist die Botschaft eines ernsthaft an al-Ghazali ausgerichteten Islamischen Religionsunterrichts (IRU), der leider von Wissenschaft und freiheitlicher Demokratie weg erzieht.

    Zur Ausbreitung der islamischen Seinsweise darf gelogen werden, stellt al-Ghazali fest: “Know that a lie is not wrong by itself, but only because of the evil conclusions to which it leads the hearer, making him believe something that it is not really the case. Ignorance sometimes is an advantage, and if a lie causes this kind of ignorance, it may be allowed. It is sometimes a duty to lie.” (zitiert nach The Arab Mind Considered, by John Laffin, Page 91, 2nd Para.)

    Wer die Islamische Ordnung (Niẓām al-Islāmī) aufbaut und seine Familienangehörigen und Nachbarn mit der Grundlage jeder Hisba-Tätigkeit, mit dem Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten (Koran 3:110 usw.) zum „religiös richtigen Tun“ zwingt, sei gerade nicht gleichsam zu heiß oder zu kalt, sondern human und gemäßigt, habe sozusagen Körperwärme, wie Tugendtyrann al-Ghazali, die griechischen Philosophen zweckentfremdend, anordnet:

    „Vollkommene Tugend ergibt sich dem Gottesfürchtigen ganz von selbst, die Wahrheit ist für ihn jederzeit und mühelos ersichtlich.“

    „Ziel ist die Wohlausgewogenheit, das mittlere Maß, denn Übermaß wie Mangel sind meidenswert. Wir Menschen wünschen wohltemperiertes Wasser, nicht zu heiß und nicht zu kalt.“

    Um die Frauenfrage war der vor 900 Jahren verstorbene Imam besonders bemüht, wie man im Al-Ḥyā ‘Ulūm ad-Dīn (Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) erfährt:

    „Sie muss im Hof bleiben und sich um die Wäsche kümmern. Sie darf nicht allzu oft ausgehen, muss einfältig und gutmütig sein, darf keinen allzu geselligen Umgang mit den Nachbarn haben und sie nicht öfter besuchen, als es absolut unverzichtbar ist. Sie muss sich sehr um ihren Ehemann kümmern und ihn respektvoll behandeln. Ohne seine Einwilligung darf sie das Haus nicht verlassen.“

    (Quelle: eigene Übersetzung nach: « Elle doit rester au foyer et filer la laine. Elle ne doit pas sortir trop souvent. Elle doit être ignorante, ne doit pas être sociable avec ses voisins et ne doit leur rendre visite que si c’est absolument nécessaire. Elle doit prendre soin de son mari et doit lui témoigner du respect, en sa présence comme en son absence. Elle doit essayer de le satisfaire en toutes choses. Elle ne doit pas essayer de le tromper, ni de lui extorquer de l’argent. Elle ne doit pas quitter sa maison sans la permission de son mari.»

    Aus : Revivification des sciences de la religion, cité par Ghassan Ascha, Du statut inférieur de la femme en Islam, l’Harmattan, Paris 1987, p. 41.)

    Wer Islamische Theologie studiert, sollte sich die Kommilitonen im Hörsaal ansehen: ob zur Stunde etwa Exemplare der Spezies Frau unter ihnen anwesend sind, die gegen al-Ghazalis Vorgabe verstoßen und ohne Erlaubnis des Ehegatten gekommen sind? Wer das jetzt nur lustig findet, weiß nicht, was Islamisches Recht und Deutschlands Ehrenmorde miteinander zu tun haben. Unattraktiv muss die Tugendhafte wirken, anonym wie ein Zombie durch Nebengassen huschen:

    „Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte.“

    (Elle devra revêtir de vieux vêtements et emprunter des rues désertes. Elle devra éviter les marchés publics et s’assurer que nul ne puisse identifier sa voix et la reconnaître. Elle ne doit pas adresser la parole à un ami de son mari, même si elle a besoin de son assistance)

    Was al-Ghazali zur Frau im Islam predigt, ist kein „Islamismus“, sondern echter alter Islam.

    Münster und Osnabrück sind ein Symbol – für religiös begründete Rechtsspaltung, denn auch der Westfälische Friede (1648) gelang nur im Namen des cuius regio, eius religio, im damaligen Deutsch: Wes der Fürst, des der Glaub’.

    Cuius regio eius religio ist ein Modell, dass auf keinen Fall auf Deutschlands Zukunft übertragen werden darf, auch nicht im Namen und beim Beschwören eines “friedlichen Zusammenlebens der Religionen und Kulturen”, es sei denn, man meint mit “friedlichem Zusammenleben” das (hoffentlich verhinderbare) abgeschottete Nebeneinander-her-Leben der beiden, dem osmanischen millet-System dann ziemlich genau entsprechenden Religionsvölker oder Glaubensnationen der Deutschlandchristen und Deutschlandmuslime.

    Verzuiling (“Versäulung”, Abraham Kuyper) – notfalls könnten die Freidenker oder Atheisten (schariatisch Harbis) ebenfalls eine millet (arab. milla; vgl. ndl. zuil, “Säule”) bilden. Dann würde sich die “religionsfreiheitliche” deutsche Dhimma dem belgisch-niederländischen Konzept der Versäulung (verzuiling) entsprechend aufbauen, bei dem über zwei Weltkriege hinweg Partei, Gewerkschaft, Krankenhaus und Sportverein konfessionell getrennt gelebt wurden und Befriedung (verhindertes Zerfallen des entpolitisierten Staates) nur durch die “überdachende” Zusammenarbeit der Säuleneliten geschah, was sich selbstverständlich klandestin ereignete (im Hinterzimmer).

    Ob in Jakarta oder Brüssel, Kairo oder Berlin: die islamische Bewegung will überall auf der Welt legalisiertes Schariagesetz, koranbasierte Paragraphen, zunächst im Ehe- bzw. Familienrecht und dann im Erbrecht (Koran: halbes Erbe für die Schwester im Vergleich zu ihrem Bruder).

    Diese Rechtsspaltung ist geradezu darauf angewiesen, den Bürger (frz: citoyen, citoyenne) durch den Religionsangehörigen zu ersetzen, und dazu wiederum muss eine Theologisierung der Politik stattfinden, die gerne an dem in Landesverfassungen und Landesschulgesetzen leider noch vorhandenen Begriff der Gottesfurcht anknüpft.

    Wer seine Chancen auf Karriereerfolg im Wissenschafts- oder Politikbetrieb verbessern will, verehre die Eliten der Religionslobby erregt, umgekehrt gesagt: wer den Islam laut kritisiert, dem gebühre “Entehrung” und “in Ungnade zu fallen”, dem drohe das gesellschaftliche und berufliche Aus. Kann man bereits von einer neuen Ehrkultur sprechen?

    Deutsche Islamverherrlicher beginnen die Muftis und Scheiche zu umschwärmen und an ihre Universitäten einzuladen (Mustafa Cerić bei der Einweihung des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Tübingen am 16. Januar 2012). Dieses neofeudale System der Günstlinge und Hofschranzen ist auf islampolitische Schönfärber wie Abdullahi an-Na’im angewiesen, die von der “flexiblen Scharia” raunen und die unbedingte emotionale und juristische Herabstufung der Frau in Koran und Sunna mit allerlei rhetorischen Tricks leugnen.

    Hochschulrektoren und Schulbuchverlage wittern ein Millionengeschäft und bitten Bildungsminister und Schariafreunde um Standort-Ansiedlung bzw. Druck-Auftrag. Wo die Bundesregierung weitere Hunderte von Panzern nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate liefern will, möchte sie ebenfalls nicht schlecht über die Scharia reden, wird gegenmodernen Propagandazentren wie dem geplanten ZIE-M selbstverständlich nicht im Wege stehen und hält Islamkritik für “wenig hilfreich” und den Islam für eine “im Kern friedliche Religion”.

    Sozusagen zur Entsühnung gibt man dann und wann “liberalen Muslimen” wie Lamya Kaddor (“Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar”) eine Bühne, Vertretern einer den Bereich des Erlaubten restlos abdeckenden Pseudo-Islamkritik. Journalistische Fundamentalismusverharmloser wie Patrick Bahners oder Jörg Lau beanspruchen und bekommen die Lufthoheit zum Thema islamische Berichterstattung.

    Einen innermuslimischen Sündenbock hat man im Dialogbetrieb ebenfalls parat, den so genannten Salafismus (der Koran und Hadith nur wortgetreu lebt, der die islamischen Grundlagentexte wirklich ernst nimmt). Zu den politreligiösen und zugleich echtislamischen Konzepten adil düzen (Tugendsystem; Erbakan), Nizam Islami (Islamsystem; Maududi) oder hakimiyyat Allah (göttliche Souveränität; Qutb) sagen Presse und Regierung nichts, damit der “Dialog” ungestört weiter gehen kann.

    Auch durch beide Großkirchen und die vier großen Parteien wird die zum Erhalt der freiheitlichen Demokratie notwendige echte Islamkritik in den Bereich des Schmuddeligen und Verachenswerten geschoben.

    Doch allen Einschüchterungsversuchen von Schariabewegung, Kirchenpolitik und Kapital zum Trotz sind Gleichheitsfeminismus, Aufklärungshumanismus und Menschenrechtsuniversalismus nicht kleinzukriegen. Erste kleine Bewegungen wie Free Minds aus Münster überzeugen mehr und mehr Menschen und geben ihnen Hoffnung.

  13. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    @ Andreas Heisig: 23. Dezember 2012 at 19:00

    Die vermeintliche Bedeutung des Textes ergibt sich beim Lesen und speist sich primär aus dem Denken und Vorwissen des Lesers.

    Das ist teilweise zutreffend, wirft aber die Frage auf, was z.B. die Ahmadiyya mit der Plakat-Aktion bezwecken wollte, die 2011 in mehreren Bahnhöfen und U-Bahnen in Deutschland lief.
    http://www.muslimefuerfrieden.de/index.php?var=plakate

    Auf einem der Plakate war zu lesen “Es soll KEIN ZWANG sein im Glauben! (2:257)“.

    Welche “vermeintliche Bedeutung des Textes” sollte damit transportiert werden ?
    Welches “Vorwissen des Lesers” wurde dabei vorausgesetzt ?
    Mglw. sagt (bedeutet) der Auszug aus dem Koranvers “etwas völlig anderes” als man meinen könnte.
    Ganz abgesehen davon, dass dieses Vers-Zitat “aus dem Zusammenhang gerissen” und obendrein stark verkürzt widergegeben war.

    Und wie ist Ihre Aussage mit dem Anfang der Sure 12 zu vereinbaren :
    Das sind die Verse der deutlichen Schrift. [12:1]
    Wir haben sie als Qur’an auf Arabisch offenbart, auf daß ihr (sie) begreifen möget. [12:2]

    Wenn die Schrift so deutlich ist, wozu dann ein “Vorwissen des Lesers” — über das die Leute im frühen 7. Jhdt. wohl auch nicht verfügt haben ?

    Oder mit dem hier :
    Dies ist (ganz gewiß) das Buch (Allahs), das keinen Anlaß zum Zweifel gibt, … [2:2]

    Sobald man anfängt zu denken, können durchaus Zweifel aufkommen. Der Zweifel ist eine Grundvoraussetzung jeder Wissenschaft, beim “glauben” hingegen eher unerwünscht.

  14. mathieu · Dezember 23, 2012

    @ Andreas Heisig
    “…Insofern sagen mir ihre zusammengefügten Auszüge von Koranversen vermutlich etwas völlig anderes, als dies bei ihnen der Fall ist.”

    Das möchte ich mal bezweifeln (zumindest das “völlig”). Interpretationsspielräume sind nicht beliebig groß, ansonsten könnte es keine sinnvolle Kommunikation geben.

    Theologisch gesehen ist es aber auch kaum von Bedeutung, ob der Koran im Wortlaut nun so oder so ausfällt oder ob man daraus die eine oder andere “Lebensweisheit” zieht. Ziel jeder Religion ist es, Erkenntnisse über Gott zu gewinnen. Dazu muss sich Gott irgendwie offenbaren. Das hat er nach islamischem Verständnis sprachlich getan, zusammen gefasst im Koran. Daher kann der Koran in seinem Kern nicht angezweifelt werden. Man kann zwar anzweifeln, dass Interpretation A die richtige sei und B dagegen halten (auch wenn dies zu fundamentalen Konflikten führt), jedoch keinesfalls das heilige Wort selbst.

    Abgesehen von Wortlauten, Übersetzungen und Interpretationen gibt es aber durchaus ein koranisches Programm. (Deshalb ist es vollkommen richtig, wenn Selin Yesil und Ayse Duygu schreiben “Der Koran hat Methode und Programm.”)
    Teil des Programms ist aber auch, dass man das Programm selbst nicht anzweifeln darf. Das Zweifelverbot ist sozusagen der sich selbst reproduzierende virale Kern, der eine von-außen-Betrachtung (auch nur für einen Augenblick) nicht möglich macht. Entweder ist man drinnen oder draußen.
    Man kann zwar an Einzelheiten heruminterpretieren, aber dass man die mit dem Koran die über alles stehende absolute Wahrheit in den Händen hält, ist eben nicht mehr relativierbar.

  15. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    mathieu, 23. Dezember 2012 at 20:44

    Ziel jeder Religion ist es, Erkenntnisse über Gott zu gewinnen. Dazu muss sich Gott irgendwie offenbaren.

    Seltsam ist aber, dass – zumindest in den drei monotheistischen Religionen – diese Götter allesamt männlich sein sollen.
    Dabei haben wir Menschen in unserer Kulturgeschichte doch auch schon an Göttinnen “geglaubt”, diese also ebenso erfunden wie ihre männlichen Pendants.

    Sogar im Koran ist noch von drei Göttinnen die Rede (al-Lat, al-Uzza und Manah; Sure 53:19-20).
    Aber derer hat sich der Moh. kurzerhand entledigt, sie gewissermaßen auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt, weil sie seinen ganz und gar weltlichen Machtgelüsten ebenso im Wege standen wie die übrigen mehr als 36o arabischen Göttinnen und Götter aus vorislamischer Zeit !
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hubal
    http://de.wikipedia.org/wiki/Altarabische_Gottheiten

    —–

    Interpretationsspielräume sind nicht beliebig groß

    Ooh, mir hat vor ein paar Jahren der damalige Präsident der Ahmadiyya-Gemeinde München in einem Gespräch “erklärt”, dass mit dem “tötet die Götzendiener” aus Sure 9:5 das Gegenteil von “töten” gemeint ist, wenn man diesen Vers nur “richtig” (sic!) versteht !
    Warum dann jedoch “tötet” dort geschrieben steht — statt des Gegenteils (wo doch angeblich das Gegenteil gemeint sei) — hat er mir nicht erläutert.

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  18. Andreas Heisig · Dezember 23, 2012

    Herr Kiwitt,

    jetzt werfen sie den Ahmadiya aber vor, was sie gerade selbst getan haben. Jedenfalls sollten sie Ahhänger der Gruppierung nach deren Intention und Interpretation fragen.

    Jedenfalls ist beinhaltet der Koran laut Eigenaussage mehrdeutige Verse, man soll sich mit ihm Zeit lassen und man soll über ihn nachdenken. Dies alles ist bereits ein Vorwissen, welches im 7.Jhd. verfügbar war, in der heutigen Zeit aber oftmals nicht zur Anwendung kommt, was zu Verkürzungen und Fehlschlüssen führt. Hier wie da.

    Zweifel ist so eine Sache. Nur weil eine Schrift keinen objektiven Grund zum Zweifeln bietet bedeutet dies nicht, dass man deswegen nicht daran Zweifel kann oder darf. Beispielsweise wird Muhammad im Koran einmal unterstellt er würde Zweifeln bzw. könne Zweifel. Wenn er unsicher sei solle er bei den Leuten des Buches nachfragen. Hier zeigt der Koran also deutlich, dass man im Falle von Zweifeln nachforschen sollte.

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  20. Andreas Heisig · Dezember 23, 2012

    Mathieu,

    doch, völlig. Herr Kiwitt möchte das koranische Gottesbild als ein zynisches verstanden wissen, welches ausschließlich “frei Schnauze” macht was e will. So habe ich ihn zumindest verstanden und die Verwendung der Koranverse legt dies nahe. In meinem Hinterkopf fügt sich beim Anblick solcher Zitate jedoch auch das hinzu, was im Koran darüber steht, dass jeder Mensch gerecht und barmherzig behandelt wird. Die vermeintliche Willkür Gottes also stets unter dem Aspekt der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit abläuft. Verknappt verstehe ich auch diesen Verse nur, dass Gott immer tun und lassen kann, was er will. Aber er tut es nicht sondern er legt sich Richtlinien auf um eben nicht ein willkürlicher Gott zu sein.

    Bereits mit ihrer Schlußfolgerung, dass man den Koran nicht anzweifeln könne weil Gott sich darin offenbart hat bin ich nicht einverstanden. Gott hat nämlich eben nicht den Koran geschrieben, das waren Menschen. Ob Muhammad, seine Schreiber oder sonst wer ist dabei ohne Belang. Laut Koran selbst erfolgte die Offenbarung in das Herz Muhammads. Insofern muss also bereits eine Übersetzung dieser Offenbarung stattgefunden haben, der Koran wurde – wenn man so will – vom Gotteswort zum Menschenwort. Menschen sind fehlbar, der Koran also potentiell zu kritisieren.

    Dies bedingt in meinen Augen, dass – will man den Korn ernst nehmen – so muss man ihn auf den Prüfstand stellen und dies objektiv. Es ist niemandem gedient ihn auf ein Podest der Unfehlbarkeit zu stellen ohne diese zu prüfen. Dies verstößt dem koranischen Gebot alles anzuhören und dann dem Besten zu folgen. Der Koran kann in meinen Augen folglich selbst “abschaffen”. Es liegt nur am Menschen.
    Dieser ganze unsägliche Unfug mit dem “Gotteswort” stammt von den Sunniten. Die Schiiten hängen da weniger am Koran und mehr am Imamat.
    Gott sei es gedankt: in früheren Zeiten gab es nicht so viele Sunniten und einige Quellen berichten uns, dass es auch andere Meinungen gab, bevor die Verfolgung einsetzte.

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  21. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    @ Andreas Heisig: 23. Dezember 2012 at 22:19

    Dass ich ein paar Koranverse “aus dem Zusammenhang gerissen” habe, ist unbestritten.
    Allerdings wird Islam-Kritikern dieser Vorwurf häufig gemacht — und zwar oft von eben jenen, die es selbst gern tun !
    Das ist der Punkt, auf den ich aufmerksam gemacht habe.

    ——

    Wenn er unsicher sei solle er bei den Leuten des Buches nachfragen.
    … keinen objektiven Grund zum Zweifeln …
    … über ihn nachdenken …

    Wenn ich Zweifel an dem Inhalt von dem einen wirren Märchenbuch habe, dann frage ich nicht bei denen nach, die ein anderes wirres Märchenbuch zum gleichen Thema haben, sondern erkundige mich möglichst an neutraler Stelle.

    Und nachdenken: wie wär’s mit Dialektik, also einfach mal das Gegenteil oder zumindest etwas völlig anderes denken ?
    Wenn sie z.B. “glauben”, dass der Moh. den Koran von diesem Erzengel empfangen hat, dann stellen Sie sich mal vor, dass es den Erzengel gar nicht gibt, dass es den Moh. gar nicht gegeben hat, sondern dass Moh. nur eine identitätsstiftende Figur ist, die von einem gewieften Typen erfunden wurde — so wie das mit dem Abraham und einigen anderen Figuren aus dem AT wahrscheinlich auch der Fall ist.
    Oder schauen Sie sich den “Schöpfungsmythos der Maori” / Neuseeland an.

    ——

    Übrigens, was ist denn mit all den Göttinnen und Göttern, an die die Araber in vorislamischer Zeit “geglaubt” haben ?
    Wohin sind die entschwunden ?

  22. Eckhardt Kiwitt, Freising · Dezember 23, 2012

    @ Andreas Heisig: 23. Dezember 2012 at 22:30

    … dass es auch andere Meinungen gab, bevor die Verfolgung einsetzte.

    “Karl Marx hielt die Religion für das ‘Opium des Volkes’.
    Heute wissen wir:
    Sie sind weniger ein Beruhigungsmittel, um die Härten des Lebens zu ertragen,
    sondern das Aufputschmittel der Völker – bestens geeignet, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.”

    Robert Misik: Gott behüte! – Warum wir die Religion aus der Politik raushalten müssen

  23. Elif · Dezember 23, 2012

    Hey abtrünnige Glaubensschwester,

    hier mein Kommentar zum aktuellen Artikel, den ich übrigens natürlich nicht gelesen habe, von der taz-gehypten Islam-Liebhaberin, K.Y., das Vorbild für alle von Kulturrelativisten zum Islam verdammten Nachfolge-Generation muslimischer Vorfahren. Sie, die Kulturrelativisten querbeet in allen politischen, institutionellen und konfessionellen Netzwerken haben zusammen mit ernstmachenden Polit-Islamisten, das schöne und utopische teuro-Islam-Experiment entwickelt, also muss es verdammt auch umgesetzt, gefördert und gegen jede islamophobe Kritik wie die unsere verteidigt werden. Die deutsche Islam-Agenda, wie überall im Westen, schön bunt und parallelweltlich, fasziniert jeden selbsternannten FreiGeist. So eine Show konnte man zuletzt höchstens in Serien wie Sliders bewundern, jetzt ganz real vor unseren Augen. Mein Kommentar für die taz, keine Ahnung ob er freigeschaltet wird oder nicht, interessiert mich aber auch längst nicht mehr. Wie Khorchide uns ja auch geschrieben hat, wir können die Welt nicht ändern *g:

    Es ist meine Pflicht das zu schreiben.

    Es ist egal, ob Kübra Yücel ein religiös begründetes Kopftuch anhat oder nicht. Das stört in keinster Weise. Meinetwegen könnte sie sogar in Minirock auftanzen und ich würde ihr trotzdem kein Wort von ihrem Geschreibsel glauben, solange sie nicht anfängt, greifbare Aussagen und nachvollziehbare Reflexionen von sich zu geben.

    Was mich mehr stört, ist diese unglaubwürdige Inszenierung, als sei alles in Topform bei ihr. Wenn da nicht das Problem der Islamophobie wäre, das ihr das Leben schier unerträglich macht.

    Der Islam, den es in seiner bösartig politischen Ausprägung natürlich nie gibt, ist im Vormarsch. Im Westen übergangsweise in einem neuzeitlichen und unehrlichen Gewand der Fehlerlosigkeit. Ja, kann man soweit folgen?

    Jetzt fällt man seinen eigenen Denk-Lücken und Definitionen und seiner Selbstkritik zum Opfer. Denn, Achtung, der Islam selbstherrlich und viktimisiert wie er überall ist, hat von allen Seiten die notwendigen Streicheleinheiten bekommen. Das gezüchtete Monster wird euch lachend auffressen. Wenn nicht euch, zumindestens eure Ideale. Haha. Lustig.

    Das ist nur Islamophobie, nicht ernstnehmen bitte, unheilbare Krankheit, vor allem wenn man das Vergnügen hatte, in einer islamischen Familie und parallelweltlichen Koranschule sozialisiert worden zu sein. Dann weiß man halt, wie es sich als Mädchen und Frau im, wieder Achtung, 21. Jahrhundert anfühlt, was Mohammed im 7. Jahrhundert als einzig gültiges und abgeschlossenes Lebensideal manifestiert hat. Aber ich höre lieber auf mit dieser Islamophobie, sonst fühlen sich Frau Gümüsay und ihre barmherzigen Glaubensgeschwister noch ganz gekränkt und diskriminiert. Und das wollen wir alle ja nicht. Wir bösen Islamophoben. Wir sind nur so frustriert und neidisch, weil sie trotz aller Schwere noch so tapfer und hartnäckig zu ihrer Steinzeit-Religion mit allem drum und dran halten.

  24. Thomas Holm · Dezember 23, 2012

    Hallo Elif,

    Frau K.G. hatte die Welt zuletzt vom Verrauchen ihrer Wut in Kenntnis gesetzt.

    Hierzu hat die taz folgende Nachrechnung frei geschaltet:

    “Die Wut muss ungefähr beim 40.000 sten Toten in Syrien verflogen sein.

    Vielleicht machen sich angesichts dessen auch viele Nichtmuslime plötzlich weniger Sorgen wegen des Islams und der Muslime; und vielleicht sind sie deswegen auf einmal viel umgänglicher geworden; oder sie wirken zumindest so.”

    Frau K.G. hat mehrfach bekundet, dass sie mit Verhältnissen in Pakistan, etc. nichts zu tun habe. Sie hatte tatsächlich in dieser Hinsicht stets nur mit Verhältnissen in Palästina zu tun. Jetzt ist der muslimischen Rückkehrrecht-Idee Palästina plötzlich folgendes passiert:

    http://debka.com/article/22631/Turkey-resumes-NATO-ties-with-Israel—a-Netanyahu-breakthrough

    Die Türkei lässt ihre Vorbehalte gegen die Kooperation der NATO mit Israel fallen.

    Warum ? Nun ja, die Beziehungen mit dem Iran stehen nicht zu besten und Putin hat seine Syrer Spezialsyrer gerade mit Raketen ausgestattet, denen er den Kultur-sensiblen Namen “Iskander” gab und gegen welche die Türkei auch mit den “Patriots” keinen Schutz hat. Also auf einmal weider aufgeschlossen sein müssen nach Westen.

    Das verlogen-tapfere Gesicht der Trendethnien-Ikonen täuscht. In der Gemeinde ist Bürgerkrieg ausgebrochen; die Konfrontation von innermuslimischen Fronten und Staaten in der Herkunfts-Region findet ihren Weg nach Europa:

    Erdogan und die Salafisten (was die bekennende Salafisten-Versteherin K.G. besonders alarmieren sollte) gelten plötzlich einem Teil des Kulturrelativistischen Lagers als eine verdeckte Fünfte Kolonne von der Koalition der üblichen Feindverdächtigen.

    Berlin Neukölln einmal anders; Zitat:

    “08.12.2012 Berlin, Rathaus Neuköln Labayka ya NasrAllah!!! ….

    Scheiss Hurensohn Salafisten tfoooooo ihr ehrenlosen moechdegern gute Menschen tfooooooooo ..”

    Der linke Flügel der Relativierungsexperten macht unter dem Kommando der Hisbollah Front gegen die Salatkisten; ganz plötzlich ist Schluss mit lustig und tolerant:

    http://www.youtube.com/watch?v=1DR0v8vqw6w

  25. Thomas Holm · Dezember 23, 2012

    @ Elif – Nachtrag

    “Mein Kommentar für die taz, keine Ahnung ob er freigeschaltet wird oder nicht”

    Die taz schaltet sogar manchmal Elif-Rechtgeb’-Kommentare frei:

    “Elif hat leider recht. Kübras immer wieder prominent ausgewalzte Haltung – ist die Rache des westlichen Selbsthasses an sich selbst; so würde ich es ausdrücken.”

    http://www.taz.de/Kolumne-Das-Tuch/Kommentare/!c103082/

  26. Selin · Dezember 23, 2012

    @Andreas Heisig

    “Die Forderung nach Laizismus in Kombination mit einem Weihnachtsgruß finde ich hingegen irgendwie knuddelig.”

    Wieso? Das fordern wir vom Staat. Wir sind ja nicht der Staat.

    Außerdem ist Weihnachten kein für Christen reserviertes Massen-Fest, was man ernsthaft feiern muss, um im Jenseits ins christliche Paradies zu gelangen. Oder? Heute eher wohl ein Kommerz-Event, was viel Stoff für Gesellschafts- und Kapitalismuskritik bietet, aber auf die verzichte ich momentan konsequent, weil andere Kräfte diese auf ihre barbarische 7.Jh.-Ideologie übertragen und von noch dümmeren Kräften dabei machtpolitisch und argumentativ unterstützt werden. Von denen muss man sich aber einfach nur radikal absetzen. Sonst wird es unerträglich, verlogen und verräterisch.

  27. Selin · Dezember 23, 2012

    ähh, ich meinte natürlich, sich radikal abgrenzen. 🙂

  28. Cees · Dezember 23, 2012

    Neues von der Kopftuchfront. Die fromme Tochter ist neun Jahre alt geworden und will nicht mehr mit entblößten Haaren vor einem männlichen Lehrer sitzen, was die für Englands Schulen durchaus typische verpflichtende Kleidung (Dresscode) ihr aber aufzwinge.

    Dieses mal bricht der Verschleierungsdschihad an einer griechisch-orthodoxen Grundschule los, der im Süden von London gelegenen St Cyprian’s Greek Orthodox Primary School.

    ::

    03.01.13

    England: Muslimisches Ehepaar empört – Schule verweigert der Tochter den Hijab

    In Südlondon ist nun ein muslimisches Ehepaar empört, weil ihre neunjährige Tochter in der Schule keinen Hijab tragen darf. Das ist ein Ganzkörpergewand, bei dem auch der Kopf bedeckt ist. Die Schule hat – wie viele englische Schulen – einen Dresscode, den alle Schüler berücksichtigen müssen.

    Das Ehepaar glaubt aber, dass es eine Sünde ist, wenn ihre Tochter mit entblößtem Kopf vor einem männlichen Lehrer erscheint. Die Schuldirektorin erklärte jedoch, dass die Eltern bei der Einschulung über den Dresscode aufgeklärt wurden und zugestimmt haben.

    Da die neunjährige Schülerin nun aber in die Pubertät kommt, möchten sie das nicht mehr akzeptieren. Da die Schulleitung jedoch weiterhin auf den Dresscode besteht, will das Ehepaar nun vor Gericht das Recht auf einen Hijab erklagen.

    http://www.shortnews.de/id/1002517/england-muslimisches-ehepaar-emport-schule-verweigert-der-tochter-den-hijab

    ::
    ::

    Parents sue school after girl, nine, is banned from wearing hijab

    A Muslim couple are taking a south London primary school to the High Court after their daughter was banned from wearing a headscarf.

    The parents were so annoyed when the nine-year-old girl was prevented from wearing the traditional Muslim hijab they withdrew her.

    After failing to gain the support of the school governors, they have launched a legal action to reverse the ban.

    The parents say it would be a sin for their daughter’s head to be uncovered while in the presence of male teachers.

    The child’s brother remains a pupil at the school. But Kate Magliocco, head of St Cyprian’s Greek Orthodox Primary School in Thornton Heath, said the parents were informed about their uniform policy when their child was first admitted at seven.

    02.01.2013

    http://www.standard.co.uk/news/london/parents-sue-school-after-girl-nine-is-banned-from-wearing-hijab-8434976.html

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    ::

    Muslim couple sue school who banned their nine-year-old daughter from wearing a hijab

    By Sam Webb

    A school is being sued by a Muslim couple after it banned pupils from wearing the traditional Islamic headscarf.

    They launched their legal battle with St Cyprian’s Greek Orthodox primary in south London after withdrawing their nine-year-old from the school when she was banned from wearing one.

    The parents say it would be a sin for their daughter’s head to be uncovered while in the presence of male teachers as she has ‘reached puberty’.

    After failing to gain the support of the school governors, they have now launched a legal action to overturn the ban. …

    They believe that, because she is nine, she has reached puberty and it would be a sin for her not to be covered because the school has male teachers.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2256388/Muslim-couple-sue-school-banned-daughters-hijab-Parents-say-sin-year-old-bare-headed-male-teachers.html

    ::

  29. Die Ungläubige · Dezember 23, 2012

    Mouhanad Khorchide leistet seinen Beitrag zur Bekämpfung der Islamophobie
    Der Religionspädagoge Mouhanad Khorchide über sein Buch “Islam ist Barmherzigkeit”, über Paradies und Krankenversicherungen.
    —————————
    . ( WAS BIN ICH FROH.. hab mal 5 Lederschnüre geklaut, weil im Praktikum …meine türkische Mädchenfreizeitgruppe unbedingt was Spezielles basteln wollten. und Lederschnüre im Materiallager nicht vorhanden waren …he du kommt in die Hölle meinten meine Mädels…jetzt fällt mir aber ein Stein vom Herzen! Nun ja .. immerhin habe ich 2 gekauft.. von meinen Geld …das war doch eine gute Tat  oder? und außerdem waren die doppelt so teuer wie üblich! Ja und HEUTE klaue ich nicht mehr, also ist nix mit Hölle! Durch die Sozialisation in eine internalisierende Kultur hab ich mir schon frühzeitig gute Gründe für die Beruhigung der „Gewissenbisse „ einfallen lassen müssen  )———–

    Hmm ..ob da wohl eine Fatwa fällig ist …oder darf DER so was sagen?? Sonntag, 06. Januar 2013
    Relgionspädagoge Khorchide: KORAN NICHT WORTWÖRTLICH NEHMEN

    Der vollkommene Mensch ist nicht frei von Fehlern. Das ist für den Religionspädagogen Mouhanad Khorchide EINE DER BOTSCHAFTEN DES ISLAM. Der “FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG” sagte der Professor der Universität Münster, AUCH MOHAMMED HABE FEHLER GEMACHT. Dafür werde er im Koran GETADELT. Das bedeute, dass der vollkommene Mensch aus seinen Fehlern lerne. Dass Gott im Koran mit der Hölle droht, wo siedendes Wasser über den Köpfen der Menschen ausgeschüttet werde, sieht Khorchide als “PÄDAGOGISCHE MASSNAHME IM SIEBTEN JAHRHUNDERT”. Heute seien Drohungen im Religionsunterricht kein GEEIGNETES DIDAKTISCHES MITTEL. ( ganzer Artikel leider nur im ABO lesbar)
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    Möglicherweise für Euch Interessantes > Prof. Dr. J. Kizilhan u.a. Wissenschaftlicher Berater für Terres Des Femmes, Tübingen, Dozent an der Polzeifachschule hier.alle seine Tätigkeiten+ Biografie finden Sie hier ->http://www.dhbw-vs.de/kizilhan.html (mein Ansprechpartner bei Integrationsfragen…inwieweit er TEIL des Systems ist … konnte ich bis heute NICHT wirklich herausfinden. .. er hat in einem Interview gewarnt vor der Zunahme von Ehrenmorden für die nächsten 10 J. mit einer ausführlichen Begründung )

  30. Profilbild von Free Minds
    Free Minds · Dezember 23, 2012

    Danke herzlich, liebe Ungläubige, für die goldwerte Info über das hoffnungserweckende Interview von Prof. Jan Kizilhan. Macht (uns) MUT!
    Liebe Grüße 🙂

  31. Profilbild von Free Minds
    Free Minds · Dezember 23, 2012

    Das Interview:
    Psychologie-Professor über Ehrenmorde
    “Er muss zeigen, dass er Kontrolle hat” Interview von Cigdem Akyol

    http://www.taz.de/!80939/

    Sie verglichen diese “Ehrenmörder” mit 44 anderen türkischstämmigen Gewalttätern. Was waren die Unterschiede?

    Die “Ehrenmörder” sind wesentlich religiöser und patriarchalischer als die anderen Täter. Viele haben auch in ihrer eigenen Kindheit Gewalt erlebt. Ein sogenannter Ehrenmörder handelt auch nicht aus einem Impuls heraus, er hat die Tat schon lange Zeit im Voraus geplant, meistens über Monate hinweg. Sie kommen meist aus kollektiv-traditionellen Gesellschaften.

    Sind “Ehrenmorde” ein religiöses Phänomen?

    Sie werden teilweise religiös interpretiert, rein wissenschaftlich stimmt dies aber nicht. Auch wenn in den Medien “Ehrenmorde” und Islam miteinander verbunden werden – “Ehrenmorde” sind eine vorislamische Tradition, die in manchen islamischen Gesellschaften noch akzeptiert wird. Wenn wir uns den Koran anschauen, finden wir den Aspekt des “Ehrenmords” so eindeutig nicht.

    Das Strafrecht in Deutschland orientiert sich deshalb am hiesigen Wertemaßstab. Bei “Ehrenmorden” gab es an deutschen Gerichten früher die Tendenz, unterschiedliche kulturelle Vorstellungen als strafmildernd zu betrachten. Mittlerweile ist klar, dass sich auch Migranten an deutsche Rechtsnormen halten müssen.

    Sie fordern eine innere Reform der patriarchalisch strukturierten Gesellschaften. Werden sich solche Kreise der Aufklärung öffnen?

    Für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre bin ich für Deutschland weniger optimistisch. Wir gehen soziologisch davon aus, dass in dieser Zeit ein Machtwechsel zwischen den Migrantengenerationen stattfindet, sich die Probleme noch zuspitzen werden. Wir werden noch mehr Konflikte haben, möglicherweise mit noch mehr Gewalt und sogenannten Ehrenmorden konfrontiert werden, bis diese Übergangsphase beendet ist.

  32. Mathias Diehl · Dezember 23, 2012

    “Wenn wir uns den Koran anschauen, finden wir den Aspekt des Ehrenmords so eindeutig nicht.”
    Interviewer sollten nur nach Dingen fragen, über die der/die Befragte auch Bescheid weiß. Prof. Kizilhan kennt den Koran nicht gut genug, Cigdem Akyol (der Interviewer) wohl auch nicht.
    Im Koran gibt es eine Stelle in Sure 18, die sehr wohl einen Ehrenmord positiv darstellt. In den Versen 65 – 81 wird von einem Propheten ein Junge umgebracht (Vers 74) weil Gefahr (!) bestand, dass er sich unehrenhaft verhält. (Verse 80, 81). Das ist zwar nicht deckungsgleich mit den heute “üblichen” Ehrenmorden, aber prinzipiell ähnlich.
    Andrerseits gibt es im Koran auch einen Vers, der den Ehrenmorden eklatant widerspricht: Sure 33:28. “O Prophet, sag zu deinen Gattinnen: Wenn ihr das diesseitige Leben und seinen Schmuck haben wollt, dann kommt her, ich werde euch eine Abfindung gewähren und euch auf schöne Weise freigeben.” Was für den Propheten gilt, sollte für Ali Normalmoslem erst recht gelten.

  33. Die Ungläubige · Dezember 23, 2012

    @FreeMind gut dass ihr den Text gefunden habt und veröffentlich…ich bin dabei gute Analysen von Euch zusammen zu stellen,ihm zu mailen und um Stellungnahme/Unterstützung zu bitten.bin mal gespannt,ob er reagiert…glaube aber eher nicht.
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    genau das war der Punkt wo ich stutzig wurde…
    ………….”inwieweit er TEIL des Systems ist” ……….. >>.er entlastet den Islam….das tun fast ALLE die gut an der NICHTINTEGRATION verdienen ,auch wenn sie Kritik üben .Meine telefonische Nachfrage bei Terres d.F. ob sie sich dessen bewußt sind…wurde ausweichend bezw. gar nicht beantwortet!(mag auch daran liegen..dass ich mich keinesfalls für den diplomatischen Dienst eignen würde !) Die meisten trauen sich erst total offen zu reden /schreiben…wenn sie in Pension sind…vom Prof. bis zum hiesigen Amtsleiter…jedenfall ist das MEINE langjährige Erfahrung.darum beschränke ich mich heute nur noch auf sachliche Aufklärung mittels Flyer die ich herstelle und (anonym)mit Quellenangabe gezielt an bestimmte Menschen/Institutionen verteile. Denn… Die Hoffnung stirbt zuletzt!
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    Ps. Tel. Aussage eines Mitarbeiters des Verfassungsschutzes : wir können nicht viel gegen den Islam tun ,da die Kirchen hier im Land noch so mächtig sind….leider war ich von dieser Aussage so perplex,dass ich Nachfragen unterlassen habe.!

  34. Selin · Dezember 23, 2012

    Ich war heute in einem autonomen Frauenhaus und in dem Gespräch mit den betroffenen Frauen ist mir was sehr wichtiges eingefallen, was für diesen Text nicht ganz unwichtig wäre. Ein Aspekt, den man unbedingt mitberücksichtigen muss. Das islamische/orientalische/türkische/kurdische Patriarchat funktioniert auch gut, weil die aktiven Frauen dieses sexistische Machoverhalten, was in dem Aufruf auch thematisiert wird, besser verinnerlicht haben und zum Ausdruck bringen als die Männer selbst, denen sie sich aus Überzeugung und freiem Willen hingeben. Ein Todesurteil in einem geplanten Ehrenmord wird oft auch von der Mutter ausgesprochen oder aktiv verteidigt. Natürlich gibt es auch Mütter, die nicht anders können und sich so verhalten müssen.
    Was ich aber zum Ausdruck bringen möchte, ich weiß nicht, wie die anderen das sehen. Die Frauen entpuppen sich oft als die besseren Patriarchen und Frauenhasserinnen, die das frauenunterdrückende System tragen und mitverantworten. Das ist vielleicht ein großer Unterschied zu den westlichen Emanzipationsbewegungen der Frauen, wo die Forderungen des Feminismus die breite Zustimmung der Frauen bekommen haben.
    Das könnte verschiedene Gründe haben. Aber bei islamkritischen und feministischen Veranstaltungen tauchen oft auch diese geschlossenen weiblichen Kollektive als erstes auf und sprengen diese Vorträge mit ihren Hämen und Ergüssen. Hier spielt aber nicht nur die Kultur des Patriarchats eine Rolle, sondern der innere Glaube, aus dem ein göttlicher Auftrag zur Verteidigung der islamischen Ehre erwächst. Die weiblichen Kollektive denken ja, dass sie in dem Moment Jihad und einen Gottesdienst leisten, um bei Allah für das jenseitige Konto Zinseszinsen zu verbuchen… D.h. ein sexistisches Machoverhalten, das von Frauen zum Ausdruck gebracht wird, ist nicht ungefährlicher und muss ebenso bekämpft werden, denn das setzt die leidtragenden und areligiösen Frauen ebenso unter Druck. Solche Frauen der macht- und herrschaftsorientierten Islamfraktion sind doch auch heilfroh, wenn es Frauen- Menschenrechtlerinnen wie Necla Kelek, Seyran Ates, Serap Cileli, Ayaan Hirsi, Maryam Namazie usw. hart erwischen würde und sie erst recht aufgrund ihrer freien Meinungen und des Engagements gar nicht erst existieren würde.

  35. Selin · Dezember 23, 2012

    Liebe Ungläubige,

    herzlichen Dank für Dein Engagement und den Hinweis. Was in der Islamkritik-Szene psychisch und politisch seit Jahren abgeht, ist der reinste Wahnsinn. Es scheint auch, dass alle Geister gerade am Islam zerbrechen. Du weißt gar nicht, wieviele kritische und vernünftige Menschen wir an den pseudomodernen “Sufi-Islam” verloren haben, weil die wahrscheinlich von der Dynamik so fasziniert waren. Ich weiß nicht, ob dass die Folgen der Globalisierung und Geschichte sind. Mittlerweile ist es naheliegend, dass die gruppenbezogen menschenfeindliche Islamkritik-Szene samt Sarazzins Biologismus-Thesen, eine gewünschte emotionale Projektion hervorgerufen haben, um jede Islamkritik im Nebel der überlagerten Diskussionen und Hasstiraden in entscheidenden Polit- und Machtfeldern zu tabuisieren und verschwinden zu lassen. Ich kann mir so ungefähr vorstellen, wie die von oben abgemachten Strategien beschlossen und diese umgesetzt werden. Der Islam, nicht von Allah, großgezogen, sondern gefördert von irgendwelchen ominösen Eliten und reichen Ölscheichs von oben und von kulturell, geistig unterentwickelten, islamisch und nationalistisch geprägten “Bauern” von unten, die es – so dumm sie auch waren -, immerhin über Jahrzehnte geschafft haben, nach dem einfachen klassischen Koran-Rezept ein ganzes Land wie die türkische, militärdiktatorisch laizistische Republik zu entsäkularisieren. Wenn das mal keine neuzeitliche Leistung ist, die für die Kollektivkraft des Islam spricht…

    Die Kirchen sind verantwortungslos, fortschrittsfeindlich und waren noch nie Vorreiter von Entwicklungen. Denen ist alles außer des Bestehens ihrer Institutionen egal. Dass sie soviel Einfluss haben und den Staat dazu anstacheln, diesen Wahnsinn zu fördern, spricht nicht gerade für ein herrschendes, humanitäres Verantwortungsbewusstsein. Dramatisch aber nicht überraschend, dass dem Verfassungsschutz auf Druck der Kirchen die Hände gebunden werden.

    Vor Ort soll mit einem uns bekannten und engagierten Rechtsanwalt, eine Verfassungsbeschwerde gegen die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Islamische Theologie und Al-Azhar Uni Kairo beim BVerfG eingereicht werden…

    Du hast absolut Recht, Ungläubige, wenn du schreibst, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.

    Liebe Grüße
    Selin

  36. Elif · Dezember 23, 2012

    Ich möchte wirklich nicht den moralischen Zeigefinger heben, aber kann man bitte Pauschalisierungen und die tendenziell eugenische Argumentation der Intelligenz unterlassen. Das ist doch nicht das Hauptproblem. Ob Allahisten nun als Einzelne dumm oder intelligent sind bzw. nur als Kollektiv überlebensfähig sind, spielt doch überhaupt keine Rolle. Hier geht es doch im wesentlichen um zwei ganz konkrete Probleme: 1. die nicht vorhandenen Menschen- und Frauenrechte im herrschenden Islam und die schleichende Islamisierung der westlichen Gesellschaften, die zur totalitären “Allahkratie” (Jacques Auvergne) führen kann, solange man nicht endlich die andauernden Dawa-Anstrengungen und politischen Botschaften der Allahisten kritisch zur Kenntnis nimmt und gegen die islamischen und antiwestlich-kulturchauvinistischen Herrschaftsträume politisch aktiv wird, ohne selbst den Rahmen der Menschenrechte zu verlassen. Das ist echt wichtig. Was sollen denn die eugenischen Mutmaßungen bezwecken, liebe Selin? Wohin führt der Gedanke.

    Dass gläubige muslimische Frauen sich leider öfers zum sexistischen und frauenfeindlichen Verhalten hinreißen lassen, ist auch kein Geheimnis. Das ist aber überall der Fall, wo Frauen im Patriarchat ihre eigene Existenz verteidigen müssen, was nicht heißen soll, dass sie keine Verantwortung zu tragen haben, aber sie haben in der patriarchalischen Ordnung keine andere Wahl als das Männersystem mitzutragen. Daher ist es naheliegend, dass sie die einigen wenigen Schlupflöcher, die ihr als strenge Mutter oder unterwürfige und geduldige Ehefrau gegeben sind und die ihr ein halbwegs menschliches Dasein ermöglichen, ausnutzen wird. Hier tun Erklärungsansätze wirklich Not. Dass weibliche Kollektive höchstwahrscheinlich von Imamen und Geistlichen vorher psychisch verarbeitet sind, bevor sie losgeschickt werden, um islamkritische Vorträge zu sprengen, ist ein existierender Vorgang. Der Vorbeter und Imam, das sind immer noch Männer. Außer Amina Wadud kenne ich im Islam keine weibliche Autorität. Sie ist immer dem männlichen Geschlecht untergeordnet und muss es auch im Sinne von Allah, dem Barmherzigen, ewig bleiben.

  37. Elif · Dezember 23, 2012

    Korrektur:
    Amina Wadud ist natürlich keine islamische Autorität, sondern eine muslimische US-Reformwillige, die überhaupt keine Anerkennung in der “fiktiven” Wunsch-Ummah genießt.

  38. Profilbild von Free Minds
    Free Minds · Dezember 23, 2012

    Moment Elif, das was du schreibst, ist wohl bekannt. Und Erklärungsansätze hin, Erklärungsansätze her, die hiesige Gesellschaftsordnung bietet den muslimischen Frauen Vergleichsmöglichkeiten und Gelegenheiten, sich zu emanzipieren. Sie leben nicht in patriarchalischen und abgeschirmten Unterdrückungssystemen wie Saudi Arabien, Iran, Pakistan oder in einem anatolischen Dorf. Theoretisch kann sich jede einzelne Muslima vom parallelweltlichen Patriarchat lösen, d.h. das Risiko, dass sie dabei einem Ehrenmord zum Opfer fällt, ist gering bis sehr gering. Die Frage bleib offen, warum sie also, wenn sie denn nicht vom Patriarchat überzeugt sei, trotzdem die Unterdrückung verteidigt und reproduziert. Auch wenn du mich eines Besseren belehrst. Ich glaube nicht, dass die kollektiven, weiblichen Verbalsprengkräfte von Imamen oder Vorbetern fremdgesteuert werden. Die Frauen sind Mitläuferinnen, die sich bewusst für die Verteidigung und Verbreitung der Frömmigkeit entschieden haben. Was die Motivationen im Einzelnen für die Frömmigkeit sind, interessiert mich zwar, aber sie machen ein weibliches Kollektiv nicht ungefährlich und erträglich. Warum soll ich das nicht so äußern? Warum soll ich die engagierten Scharia-Anhängerinnen in Schutz nehmen? Das musst du erläutern, damit ich das verstehen kann. Mir kommt es nicht auf Äußerlichkeiten an, sondern auf problematische Gesinnungen und verinnerlichte Menschenbilder, die letztlich uns aus Hass und spiritueller Überzeugung als Untermenschen und lebensunwerte Leben betrachten und diffamieren. Also auf was soll ich bei den frommen und superintelligenten Musliminnen noch Rücksicht nehmen? …
    LG

  39. Profilbild von Free Minds
    Free Minds · Dezember 23, 2012

    gez.Selin

  40. Elif · Dezember 23, 2012

    Liebe Selin,

    das sprengt sicherlich den Rahmen. Auch wenn ich deine Gedanken durchaus nachvollziehen kann, ist es nicht gerecht, wenn du gläubige muslimiche Frauen pauschal zu Mittäterinnen erklärst. Das stimmt so einfach nicht. Wenn das Risiko zur familiären/kulturellen Loslösung so gering wäre, wie du das darstellst, stellt sich dann die Frage, warum du wie alle Frauen in einer ähnlichen Lage, dich nicht sicher fühlst, hinter Pseudonymen versteckst und ein anonymes Leben führst. Ich glaube, dass die kollektive Sprengkraft von islamischen Akteurinnen natürlich eine ernstzunehmende Frömmigkeit zum Ausdruck bringt, aber ungerechter Weise wird das gravierende Problem des islamischen Patriarchats auf das weibliche Subjekt beschränkt. Die Frauen sind im Islam faktisch immer entrechtet und halbwertige Menschen, die von ihren männlichen Angehörigen abhängig bleiben und fremdbestimmt werden. Selbst kontextuelle Interpretationen des Korans werten die Rolle der Frauen nicht auf und machen sie nicht zu gleichberechtigten Menschen.

    Liebe Grüße
    Elif

  41. Lâra · Dezember 23, 2012

    Ich muss in diesem Punkt, Selin Recht geben, dass das bewusste, sexistische Verhalten von muslimischen Frauen genauso abgelehnt werden muss. Warum? Das neuzeitliche Phänomen islamischer Frömmigkeit in der Moderne ganz objektiv und differenziert betrachtet zwischen politisch inaktiven, einzelnen Individuen und Familien, die ungefährlich sind (sofern ihre Frömmigkeit nicht politisch aktiviert wird), und politisch aktiven Netzwerken, Vereinen, Moscheen und Organisationen, die brandgefährlich sind. Diese Differenzlinie muss gezogen werden, weil man hier nicht pauschal die unterschätzten Muslimkräften von unten für ihre strukturellen Vorteile nachträglich verurteilen kann. Die Politik hat diese fatalen Entwicklungen versäumt und teilweise potenziert sie diese Frömmigkeit sogar noch, sagen wir mal, das tut sie auf Druck der Kirchen, die wiederum von wirtschaftlichen Interessen den gesellschaftlichen Rückzug ins Private und religiöse Verdummung und Verunsicherung begrüßt werdn

    Um aber auf das Problem der Mittäterinnenschaft zurück zu kommen, stelle man sich eine Situation vor: Eine nicht kleine Gruppe von frommen Frauen egal ob mit oder ohne Kopftuch, die politische Dawa-Trägerinnen sind, begegnen einer liberalen und areligiösen Frau, die nicht von der Heiligkeit des Islam zu überzeugen ist, dieser werden die überzeugten Frauenkollektive genauso menschenfeindlich und diskriminierend gegenübertreten, wie z.B. eine Gruppe Rassisten einem Einzelnen gegenübertreten würde, den sie aufgrund eines Merkmals diskriminieren und als minderwertig einstufen. Der globale Islamofaschismus, der aus einer kollektiven Frömmigkeit resultiert, ist aus drei Gründen noch gefährlicher, weil er in einer bequem eingerichteten Opferrolle momentan gar nicht als Gefahr realisiert werden möchte, weil er die politische und institutionelle Unterwanderung schon sicher hat und weil er sich auf ein göttliches und unveränderliches Gesetzeswerk beruft.

    Was meiner Meinung nach explizit nur noch im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte getan werden kann (alles andere wäre Nonsense und genauso faschistoid), ist, den Individuen, die irgendwie in den geschlossenen Kreisen gefangen sind, in ihren Grund- und Freiheitsrechten unterstützend zu begleiten. Hier kommen als erstes natürlich die Frauen in Frage, aber auch Homosexuelle, Andersdenkende und Freiheitsliebende. Männer haben wahrscheinlich kein oder geringes Interesse ein für sie dienliches Macht- und Herrschaftsinstrument zu demontieren. Und das ist für mich der ausschlaggebende Grund, warum das koranische System überhaupt so wundersam funktioniert, weil er unüberwindlich patriarchalisch konzipiert ist und immer frauenverachtend bleibt. Der Übergangsislam verkauft sich im Westen prima als Barmherzigkeit und Frieden. Aber der Koran bleibt das Hauptproblem und das kann man nicht ohne weiteres abschaffen.

    Überzeugungsarbeit von innen? Wer daran glaubt, soll es tun. Ich habe darauf überhaupt keinen Bock, mich nur eine Minute in einer Moschee aufzuhalten. Man kann es nur auf der individuellen Ebene angehen. Religiös verbrämte Kollektive kann ich schwer ertragen. Wenn sie aus Frauen bestehen, finde ich sie sogar noch bedrückender.
    LG L.

  42. Dr. Anti-Klugscheißer · Dezember 23, 2012

    Meine Güte wie billig.Was soll denn die Scheiße bedeuten?

    “Ende der Zäsur der Biedermeier-Zeit: Das Private ist auch immer politisch. Und damit öffentlich. Raus aus dem Privaten und rein in die Öffentlichkeit.”

    Das Private ist immer politisch. Und damit öffentlich? Sehr logisch.

    Schreibt ihr diese schwachsinnigen Pamphlete während der Arbeit heimlich hinter der Kneipentheke? So lesen sie sich nämlich.