Presse: Uni-Zeitung über “selbst ernannte Freigeister”

Münsteraner Universitätszeitung “wissen/lebt” vom 14.11.2012:

Liebe Leserinnen und Leser,
Das „Zentrum für Islamische Theologie“ (ZIT) der Universität hat auf seiner Homepage  das Projekt „ZIT 2015″ entworfen – ein Denkmodell für einen Neubau in der Innenstadt.
Davon würden allenfalls architektonisch interessierte Zeitgenossen Notiz nehmen, gäbe
es nicht an gleicher Stelle den Hinweis, dass dazu auch eine Moschee gehören sollte. Seitdem gibt es vielfach kein Halten mehr. Wer die Reaktionen im Internet verfolgt, stellt
schnell fest: Der mögliche Bau einer Moschee auf dem Campus entfaltet eine ungeahnte
Dynamik. Wo soll die Moschee errichtet werden? Wie wird der Bau finanziert? Wer überprüft die Geldgeber, und wie garantiert die Universität ihre Unabhängigkeit? Viele Fragen sind logisch und berechtigt. Andere Fragen und Kommentare lassen dagegen erkennen, dass Muslime nach wie vor damit leben müssen, unter einem Generalverdacht zu stehen – unter dem Verdacht, Unfrieden stiften und unsere Gesellschaft unterwandern zu wollen, latent zur Gewalt zu neigen. Es sind ausgerechnet jene selbst ernannten Freigeister, die die an der WWU praktizierte theologischwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Islam ablehnen. Und davon ausgehend, ist es für den einen oder anderen Diskutanten dann auch nicht mehr weit, die Universität Münster als „völlig blind“ gegenüber extremistischen Islam-Vertretern und „als Sammelbecken von Islamisten“ zu bezeichnen. Seit fast 100 Jahren gibt es an der Universität Münster einen katholischen und einen evangelischen Universitätsprediger, so wie an vielen anderen Hochschulen auch. Nur diejenigen, die in Wahrheit andere Ziele verfolgen oder das Innenleben einer Universität nur vom Hören-Sagen kennen, halten dennoch bis heute an ihrem generellen Vorwurf der fehlenden Trennung von Staat und Kirche an diesen Universitäten fest. Die Moschee-Idee ist Wasser auf ihre Mühlen: Sie ignorieren erstens das Gebot der Gleichberechtigung und zweitens den Anspruch des ZIT, den Islam kritisch zu erforschen. In der Moschee-Debatte stellen bislang die Emotionen die Argumente in den Schatten – das sollte sich ändern.
Ihr Norbert Robers

2 Kommentare

  1. sergej · November 16, 2012

    Wer Relligion als Wissenschaft Lehren will sollte Öffentlich bekunden das alles vom Menschen erfunden wurde.Wer das nicht zugibt kann nicht an der Wahrheit interessiert sein sondern nur an Propaganda.

    This is not a Song about Islam!:
    http://www.youtube.com/watch?v=uliiArLllRA

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